Mi. 24. Februar 2016 um 22:32

MWC 2016: Intel stellt günstiges Dual-OS Smartphone vor

von Marc Hoffmann0 Kommentare

Microsoft hat mit seinem Continuum Feature einen grossen Sprung in eine Richtung gewagt, welche den PC und das Smartphone vollständig miteinander verschmelzen soll. Dennoch gibt es auch Kritik daran, da man im Desktop Betrieb auf Store Apps angewiesen ist und keine Desktop Anwendungen nativ installieren kann. Der Prozessorhersteller Intel hat nun in Zusammenarbeit mit dem Auftragsfertiger Foxconn ein Smartphone vorgestellt, welches nicht nur von einem x86 Prozessor angetrieben wird, sondern zudem mit Android und Debian Linux ein mobiles und ein Desktop-Betriebssystem gleichzeitig darstellen kann.

Intel zeigt Dual-OS Smartphone mit Atom X3 Prozessor

Das Intel Smartphone, welches noch keinen offiziellen Namen trägt und nur als Prototyp vorliegt, wird mit einem Atom X3 SoC betrieben. Während auf dem Display das normale Android OS läuft, hat man aber die Möglichkeit, ein HDMI Kabel anzuschliessen und auf ein vollwertiges Debian OS auf Linuxbasis umzuschalten. Das Android System ist dann allerdings nicht mehr zugänglich. Dafür hat man aber die Möglichkeit, den Android-Startbildschirm und damit auch alle Android Apps unter der Desktop-Oberfläche anzeigen zu lassen, als würde das System in einem Emulator laufen. Somit lassen sich auch weiterhin Apps nutzen, Nachrichten beantworten oder sogar Anrufe tätigen.

 

Der Clou an dem Dual-OS-Smartphone ist aber, dass es für einen Preis von etwa 100 US-Dollar auf den Markt kommen könnte. Hauptaugenmerk für solche Smartphones sind vor allem Schwellenländer, in denen zwar auch Smartphones genutzt werden, aber Desktop PCs nur schwer zugänglich oder zu teuer sind. Damit will man der Bevölkerung auch in diesen Ländern ermöglichen, grundlegende PC-Aufgaben zu ermöglichen. Mit angeschlossener Bluetooth-Maus und -Tastatur lässt sich das Gerät auch wie ein kleiner PC nutzen.

 

Das Debian Linux System ist allerdings auch stark entschlackt worden. Auf unwichtige Animationen und Grafikeffekte wurde bewusst verzichtet, um Leistung einzusparen. Auch viele Funktionen, welche nicht zwingend nötig sind, wurden gestrichen. Dennoch lassen sich nahezu alle Anwendungen nutzen, welche für Debian Linux ausgelegt sind, sofern die Leistung des Atom X3 SoC ausreicht. Das Demo-Gerät verfügt zudem über 16 GB Flash Speicher und 2 GB RAM.

 

Laut Intel ist die Entwicklung der Hardware und Software weit genug fortgeschritten, so dass sofort mit der Massenproduktion solcher Smartphones begonnen werden kann. Das gezeigte Demo-Gerät soll auch auf den Markt kommen, doch wann dies der Fall sein wird und auf welchen Märkten, wollte die Intel nicht verraten.

Quelle: Golem

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