Do. 08. Dezember 2016 um 19:16

Microsoft: Desktop-Windows 10 kann nun auf ARM-Prozessoren emuliert werden

von Sebastian Mauch0 Kommentare

Vor einer ganzen Weile pries Microsoft das Continuum-Feature für Windows-Phones als “das” grosse Ding an. Leider bracht ein Dock allein kein echtes Desktop-Feeling. Einschränklungen in der Programmauswahl dürften wohl das Hauptmanko gewesen sein. Das ist aber bald Geschichte, da Microsoft es nun möglich gemacht hat ein reguläres Windows 10 auf der ARM-Architektur zum Laufen zu bringen.

Qualcomm Snapdragon 835 macht’s möglich

Genauer gesagt handelt es sich dabei um eine ausgeklügelte Emulation. Das ist zwar an sich keine Neuerfindung des Rades, aber dennoch eine vielversprechende Erweiterung des Continuum-Ansatzes. Die in mobilen Endgeräten eingesetzte ARM-Architektur ist mittlerweile in aktuellen SoCs, wie dem kommenden Snapdragon 835 so leistungsfähig, dass selbst ein emuliertes Desktopbetriebssystem keine unüberwindbare Hürde darstellt. Dies bestätigten Microsoft und der führende Hersteller von ARM-Prozessoren Qualcomm auf der Entwicklerkonferenz WinHEC im chinesischen Shenzen.

 

Durch diese neue Möglichkeit könnte mit den neuesten Snapdragon also quasi jedes beliebige PC-Programm ausgeführt werden. Bisher beschränkte sich die Auswahl auf Windows 10 Mobile lediglich auf speziell für Mobiles konzipierte Apps, oder aber die Universal Windows Apps (UWP-Anwendungen).

 

Eine erste Demonstration wurde ebenfalls dort gezeigt. Unter anderem wurde die Lauffähigkeit von herkömmlichen Programmen wie Adobes Photoshop oder Microsofts Textverarbeitung Word gezeigt. Es wurde aber ebenfalls gezeigt, dass durchaus auch aufwendigere 3D-Anwendungen wie World of Tanks Blitz wiedergegeben werden können. Wie sich in solchen Angelegenheiten die eingeschränkte Performance und der Emulations-Overhead bemerkbar macht, bleibt natürlich noch abzuwarten.

 

Erste x86-taugliche Mobilgeräte werden erst für die zweite Jahreshälfte von 2017 erwartet. Das Surface Phone dürfte mit diesen Umstand wohl bei der künftigen Vorstellung als ausschlaggebenes Verkausargument heranziehen.


 

 

Quelle: Microsoft & Qualcomm @WinHEC 2016

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