Di. 28. Oktober 2014 um 14:20

Microsoft arbeitet an Windows Server für ARM-Prozessoren

von Marc Hoffmann2 Kommentare

Laut internen Quellen, welche direkt an besagtem Projekt mitwirken, arbeitet Microsoft unter Hochdruck daran, Windows Server auch auf ARM-basierte Hardware zu bringen. Bisher ist es nur möglich, Windows Server auf PCs mit x86-Prozessoren von AMD und Intel zu betreiben, doch von diesen will sich der Softwareriese jetzt unabhängiger machen. Windows Server soll in Zukunft, so wie das mit Windows RT bereits der Fall war und mit Windows Phone seit jeher der Fall ist, auch auf Prozessoren mit ARM-Architektur laufen. Dies hätte direkt mehrere positive Effekte für Microsoft, aber auch für die Betreiber der entsprechenden Serverfarmen zur Folge.

Geringere Kosten und weniger Energie

Mit diesem Schritt könnte Microsoft seinen Einfluss im Servermarkt verstärken, da Server auf Basis von ARM immer verbreiteter sind. Grund dafür sind zum einen die geringeren Anschaffungskosten von ARM-basierten Prozessoren, welche zwar im einzelnen weniger Leistung bringen als die grossen Brüder auf x86-Basis, dafür aber in grösserer Menge eingesetzt werden können und deutlich stärkere Parallelisierung erlauben. Zudem erzeugen Prozessoren wie die neuen Cortex A57 deutlich weniger Hitze und verbrauchen weniger Energie als die Chips von Intel, auch im Verhältnis zur Rechenleistung.

 

Damit dürfte aufgrund der geringeren Folgekosten ein ARM-basierter Windows Server vor allem im grossen Massstab lukrativer sein als eine Intel-Variante und auch der Aufwand, ein eigens für die Hardware angepasstes System auf Linux-Basis einzusetzen, höher sein als bei einem Windows Server.

Bisher ist allerdings von Microsoft nichts Offizielles dazu bekannt gegeben worden und auch wann das System das Licht der Welt erblickt, ist noch nicht sicher. Offizielle Sprecher bei Microsoft, wie Mark Miller, welcher für die externe Kommunikation für Microsofts Business Cloud Segment zuständig ist, wollten zu dieser Angelegenheit bisher keinen Kommentar abgeben.

 

HP, als einer der grössten PC- und Server-Hersteller weltweit, begann bereits in diesem Jahr damit, seine Moonshot Server Serie auch als ARM-Version auszustatten und zu verkaufen. Diese sind mit Prozessoren der Applied Micro Circuits Corp ausgestattet, welche ebenfalls das von ARM festgelegte und lizensierte Cortex CPU-Design einsetzen.

 

Quelle: Bloomberg (Englisch)

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2 Antworten zu “Microsoft arbeitet an Windows Server für ARM-Prozessoren”

  1. LoLboy sagt:

    Verbrauchen die ARM wirklich bei gleicher Leistung noch so viel weniger als aktuelle Intel Prozessoren? (bei gleicher Leistung wohlgemerkt!)
    Die aktuelle Atom Serie steht den Snapdragons im Verbrauch und Leistung doch nicht wirklich nach.

  2. Marc Hoffmann sagt:

    Also ich kann nicht meine Hand dafür ins Feuer legen aber so weit ich weiß, nehmen sich die Atom und die ARM CPUs nicht viel im verbrauch bei teillast, aber bei dauerlast haben die ARM Chips weniger Verbrauch.

    dazu kommt auch, dass im Serverbereich sehr viel Parallelisierung notwendig ist, was also viele Kerne erfordert ODER bei Aufteilung in viele Threads auf einen Kern ein großes Overhead verursacht.

    Heißt also so als Rechenbeispiel ohne exakte werte zu kennen.

    Hast du einen Webserver mit, sagen wir durchschnittlich 120 gleichzeitigen Anfragen die verarbeitet werden müssen und einen 6-Kern Xeon CPU der 12 Threads parallel abarbeiten kann hieße das pro physischem Thread muss er 10 abfragen nacheinander abarbeiten was einen deutlichen Overhead erzeugt und damit massiv Leistung kostet… Und so ne CPU frisst an die 80 oder 90W unter vollast. Sagen wir mal 80W

    eine Quadcore ARM CPU dagegen braucht etwa 2W im Extremfall. heißt also du kannst bei gleichem Energieverbrauch 40 Davon betreiben. Nehmen wir mal großzügig die aufwändigere Elektronik rundherum mit rein die auch noch Energie braucht könnte man noch mit 30 Quadcore ARM CPUs rechnen von denen jeder 4 Hardware Threads verarbeiten kann. Somit kommen wir bei gleichem Energieverbrauch auf ganze 120 Threads ohne zusätzlichen Overhead zu erzeugen bei gleicher elektrischer Leistung. womit der Server in solchen fällen deutlich schneller arbeiten dürfte als mit einem Xeon CPU.

    Also bei Rohleistung sind die Intel sicher deutlich überlegen aber bei massiver Parallelisierung können die ARM CPUs einen deutlichen Vorteil ausspielen.

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