Di. 08. November 2022 um 6:10

Mastodon nutzt Twitter-Chaos: Kurznachrichtendienst verdoppelt Kontenzahlen

von Marcel Laser 1 Kommentare

Tesla-Chef Elon Musk hat Twitter nicht nur übernommen, sondern stürzt den Dienst zunehmend ins Chaos. Erst entlässt er über 3’700 Angestellte, entschuldigt sich dann aber dafür und will wieder einige gefeuerte Mitarbeitende zurückholen. Danach wird erst einmal klar, dass fast die gesamte Abteilung, die gegen “Fake News” (Falschinformationen) und Hassrede gekämpft hat, nicht mehr an Bord ist. Viele Menschen sind besorgt und wandern zum Dienst Mastodon ab.

Mastodon verdoppelt Nutzerzahl in wenigen Tagen

Und die Sorgen der Menschen auf Twitter wächst. Elon Musk verwechselt zunehmend den Unterschied zwischen “Free Speech” (freie Meinungsäußerung) mit “Hate Speech” (Hassrede) und propagiert sowie verteidigt seinen Kurs auf Twitter weiterhin. Die Folge: Seit der Übernahme von Musk haben Beleidigungen und Anfeindungen (vor allem das N-Wort im englischsprachigen Raum) auf Twitter um über 500 Prozent zugenommen. Die noch verbliebenen, nicht gekündigten Moderatoren sind mit der Situation auf Twitter mittlerweile völlig überfordert. Von antisemitischen Inhalten bis hin zu Vergewaltigungsfantasien ist alles dabei. Natürlich muss man selbst in den jeweiligen Bubbles unterwegs sein um dieses auch verstärkt mitzubekommen, doch der massive Anstieg dort zeigt, in welche Richtung der reichste Mann der Welt die Plattform bewegt.

 

Das bewegt nun viele Menschen dazu zum Kurznachrichtendienst Mastodon zu wechseln. Dieser ist Twitter recht ähnlich, lässt deutlich mehr Zeichen zu und die Nachrichten heissen hier nicht Tweets (Gezwitscher), sondern Toots bzw. Tröts. Schliesslich ist ein Mastodon eine ausgestorbene Mammut-Art und passt daher recht gut. Allerdings gibt es auch einige gravierende Unterschiede. Mastodon nutzt dedizierte Server, die sich selbst verwalten können. Hier liegt es in der Hand der Betreibenden, wie diese administriert werden, was Hassrede, zumindest im grossen Stil, kaum eine Chance gibt. Mittlerweile sind in den vergangenen Tagen über 500’000 neue und aktive Accounts hinzugekommen.


Mastodon verzeichnet einen riesigen Anstieg an aktiven Accounts. Das Chaos bei Twitter begünstigt alternative Soziale Medien.

Was aus Twitter nun wird ist ungewisse. Die Zeichen stehen allerdings aktuell recht schlecht, dass der Dienst sich von dieser Chefetage erholt. Auch in Hinblick auf die heute anstehenden Midterms in den USA ist Twitter durch die Übernahme von Musk zu einem einem weiteren Werkzeug der erzkonservativen Republikaner geworden, die an die bereits mehrfach widerlegten Verschwörungstheorie der “geklauten Wahlen” glauben. Noch vor einigen Stunden machte Musk auf Twitter Werbung für die Republikaner und hat Twitter längst von einem unabhängigen Social-Media-Dienst zum Spielzeug der eigenen politischen Interessen des hauseigenen Chefs gemacht.

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Eine Antwort zu “Mastodon nutzt Twitter-Chaos: Kurznachrichtendienst verdoppelt Kontenzahlen”

  1. Yves Jeanrenaud sagt:

    Übrigens ist auch PocketPC.ch auf Mastodon zu finden: @pocketpcch@botsin.space 😉

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