Mi. 15. November 2017 um 16:28

iPhone X der Mutter von zehnjährigem Sohn per Face ID entsperrt

von Marcel Laser7 Kommentare

Es ist doch immer wieder interessant, zu welchen schmunzelnden Einlagen uns die sonst so fortschrittliche Technik bringt. Die Familie Malik, besser gesagt Mutter und Sohn, hat da eine recht interessante Demo auf YouTube online gestellt. Ganz ohne die Hilfe einer von hochdotierten Securityfirmen erstellte Maske konnte der zehnjährige Ammar das iPhone X seiner Mutter entsperren. Das Problem ist zwar schnell erklärt, bleibt aber dennoch kurios.

iPhone X Face ID immer in ausreichend viel Umgebungslicht konfigurieren

Das Video der Familie Malik geht im Internet derzeit durch die Decke, denn es scheint zu beweisen, dass es auch ohne von Expert_innen aufgesetzte Masken möglich wird, Face ID zu überlisten. In dem Video zeigt sie ganz klar, dass sie ihr eigenes iPhone X entsperren kann und danach wird es wieder gesperrt. Sie übergibt das iPhone X an ihren Sohn und dieser entsperrt es ebenfalls ohne jegliche Probleme. Apple selbst gibt an, dass Face ID eine Chance von 1:1’000’000 von einer zufälligen Person ausgetrickst werden zu können. Das soll extrem viel sicherer sein als die 1:50’000 Chance von Touch ID. Doch was war hier geschehen? Reichte das ähnliche Gesicht des Sohnes einfach nur aus?

 

Zwar nicht in diesem Video, aber in der Videobeschreibung wird der Fehler recht genau erklärt, wo ein Link zur Webseite des Techmagazins Wired führt. Die Mutter konfigurierte Face ID in nächtlichen Lichtverhältnissen, was wohl die Genauigkeit der Face ID Kamera stark beeinträchtigt hat. Es hat jedenfalls ausgereicht, damit der zehnjährige Ammar es schaffte mit seinem recht ähnlichen Gesicht das iPhone X zu entsperren, da Face ID die Proportionen wohl nicht genau erkannte. Als die Mutter Face ID erneut unter normalen Lichtbedingungen konfigurierte und aufsetzte, war es Ammar aber nicht mehr möglich das Gerät auszutricksen und das iPhone X blieb gesperrt.


Auch Brüder (keine Zwillinge) konnten Face ID bereits überlisten

Während der Keynote scherzte Apple noch über identisch aussehende Zwillinge, die tatsächlich in der Lage sein könnten, die Face ID Technik zu überlisten, was einige Tests auch zeigten. Dennoch gelang es zwei recht ähnlich aussehenden Brüdern bereits Face ID im iPhone X so auszutricksen, dass am Ende beide Gesichter funktionierten.

 

Verantwortlich dafür ist die künstliche Intelligenz hinter Face ID, die ja schliesslich euer Gesicht mit all den Veränderungen im Laufe der Tage/Wochen/Monate immer wieder erkennen muss. Das kann Makeup sein, starker Bartwuchs, neue Augenbrauen oder was auch immer euch hier einfallen mag. Face ID muss all diese Dinge kennenlernen, um euch nicht “aus den Augen” zu verlieren.

 

Die Brüder nutzten diese “Lernfähigkeit” von Face ID aus. Immer wenn euer Gesicht nicht erkannt wird, muss ein PIN eingegeben werden und Face ID kalibriert sich nach und nach neu. Erkennt es also euer Gesicht nicht mehr, weil sich etwas verändert hat, wird das vorher gescannte Gesicht, welches nicht funktionierte, für den Lernprozess mit integriert.

 

Nach einer Zeit der mehrmaligen PIN-Eingabe wurden die Gesichter also irgendwann zu einem “Erkennungs-Gesicht” in Face ID zusammengefügt und der Bruder hatte plötzlich Zugriff. Das funktioniert aber nur, wenn die Person den PIN kennt und auch ein ähnliches Gesicht aufweisen kann.

 

 

Quelle: Attaullah Malik und Wired

vg-wort
Das könnte Sie auch interessieren

7 Antworten zu “iPhone X der Mutter von zehnjährigem Sohn per Face ID entsperrt”

  1. Lumpinocchio sagt:

    Kann man FaceID nicht abschalten und den guten alten Entsperrcode nutzen?

  2. Marcel Laser sagt:

    Das geht natürlich auch 🙂

  3. cooper80dn sagt:

    Oder man nimmt ein Smartphone für weniger Geld mit nem Iris Scanner.😂

    Klar kann man sagen nichts ist Perfekt und das kann mal passieren, aber das tun Andere auch für weniger Geld und teils sogar besser.
    Dann sagen Andere das ist ja ein Lifestyleprodukt.
    Hauptsache es steht Apple drauf und ist überteuert, ich frag mich echt warum die Leute ihr doch so heiliges, angeblich sauer verdientes Geld immer für Sachen rauswerfen das es nicht ansatzweise Wert sind. Schlimmer noch das sie nicht draus lernen und sich die nächste, noch teurere Version wieder holen.
    Wer meint er hätte zu viel Kohle und will in was Lifestyle-mässiges investieren schenkt Obdachlosen Essen, Kleidung oder meinetwegen Geld. Spendet für Kinder, Schulen oder ähnliches.
    Da wird man viel seltener Enttäuscht und das fühlt sich richtig gut an.
    Kann man halt nicht rum zeigen bei Freunden u.so aber man selbst weiß es und das reicht. 😉

  4. terraoutlaw sagt:

    Nichts für Ungut aber der Irisscanner bei Samsung war ja der größte Lacher überhaupt.

  5. cooper80dn sagt:

    Sicher aber der im Lumia 950 /XL nicht

  6. Grisu 1968 sagt:

    Iris Scanner hat auch bei meinem Lumia 950XL nichts getaugt. Ich wurde da nur ohne Brille erkannt. Was bei mir Tadellos funktioniert ist Fingerprint am Alcatel Idol 4 Pro.

  7. cooper80dn sagt:

    Ok… Könnte an einer filternden Beschichtung der Gläser liegen. Bei mir funzt es oft sogar mit Snowboardbrille, Trotz blauer Verspiegelung.
    Schade, auch wenn es ca. 1½-2 Sek. braucht finde ich sie praktisch.

Schreibe einen Kommentar

Teilen