Di. 19. Dezember 2017 um 12:13

iPhone Drosselung: Gross angelegte Tests durch Geekbench-Chef bestätigen Verlangsamung

von Marcel Laser2 Kommentare

Vor einigen Tagen berichteten wir über das Phänomen langsam werdender iPhones. Auf Reddit ist der Thread auf mittlerweile weit über 1’000 Posts angestiegen mit immer mehr betroffenen Personen und Geräte. Am meisten vertreten ist das iPhone 6s als normale und als Plus-Version. Nun hat sich auch Geekbench-Chef John Poole in die Diskussion eingeschaltet und wollte genauer Nachforschen und mittlerweile scheint sich hier ein eindeutiges Muster herauszukristallisieren.

iPhone 6s und iPhone 7 betroffen. Auch die iOS-Version spielte eine Rolle

Auslöser der ganzen Geschichte ist wohl die Diskussion über iPhones gewesen, die sich trotz 40 Prozent Batterieladung einfach ausgeschaltet haben. Als mehrere Lösungen keine Besserungen brachte, hat Apple angefangen die Batterien in den Geräten auszutauschen. Oftmals handelt es sich aber dann nicht um neue Energiespender, sondern um sogenannte “refurbished” Akkus. Sie sind aus anderen Geräten genommen und für einsatzfähig befunden worden. Diese lieferten genau wie die bereits angeschlagenen Akkus zuvor nicht genügend Volt und iPhones (vornehmlich iPhone 6s (Plus) Geräte) schalteten sich weiter – trotz genügend Ladung – weiterhin aus.

 

Anscheinend war genau das der Punkt, an dem Apple sich dazu entschied eine softwareseitige Verlangsamung der CPU vorzunehmen, wenn die Batterie nicht in der Lage war die genannte Voltzahl zu liefern, die für die starke CPU gebraucht wird. So schalteten sich die iPhones auch nicht mehr ab und die Fans mussten nicht mehr befürchten bei 40 Prozent Restladung sprichwörtlich in der Wildnis im Stich gelassen zu werden.

 

Der Geekbench-Chef John Poole hat nun ebenfalls nachgeforscht und unterschiedliche Benchmarks unterschiedlicher iPhones mit wiederum unterschiedlichen iOS-Versionen verglichen. Es ging vor allem darum, die Single-Core-Scores der unterschiedlichen iOS-Versionen unter den Geräten mit und ohne “angeschlagene” Batterien zu vergleichen und anscheinend sind die Behauptungen auf Reddit nicht all zu weit von der Realität entfernt.


Wie in den Grafiken zu sehen ist, sind die iPhone 6s Modelle mit iOS 10.2 erst einmal nicht betroffen. Die Punktzahl bleibt in nahezu allen Fällen bei um die 2’500 Zähler, die eben der Single-Core-Leistung des Apple A9 entsprechen. Danach erschien das Update auf iOS 10.2.1 und auf einmal gab es extrem viel mehr iPhone 6s Modelle, die weit unter dem Leistungsniveau des Apple A9 agierten, wahrscheinlich aufgrund schwächelnder Batterien.

“Many iPhone 6s devices were shutting down unexpectedly, even after the battery replacement program (Which many people weren’t entitled to use). Because degraded batteries last much less and end up with a lower voltage Apple’s solution was to scale down CPU performance, it doesn’t solve anything and is a bad experience… but it’s better than having your device shutdown at 40% when you need it the most.” – John Poole, Geekbench Gründer

Das selbe Phänomen lässt sich beim iPhone 7 beobachten, denn anscheinend sind auch hier Modelle betroffen. Das iPhone 7 ist nun rund ein Jahr alt und es wird durchaus Geräte geben, die bereits jetzt mit abnehmender Batterieleistung zu kämpfen haben, was bei Smartphones generell leider keine Seltenheit ist. Hier tritt das Problem mit iOS 11.1.2 auf, während die anfänglichen iPhone 7 Modelle mit iOS 10 noch keinerlei Probleme zeigten.

Apple selbst hat sich zu dem Phänomen noch nicht geäussert. Generell ist das Feature auch nicht als drastisch schlimm zu bewerten, denn einige betroffene Personen und auch John Poole bekunden: Besser die Leistung geht runter, als dass man mit gut der Hälfte der Batterieladung plötzlich vor einem ausgeschalteten Gerät steht. Man kann es also sehen wie man will.

 

Den grössten Ärger sehen die Fans aber vor allem darin, dass Apple ohne jegliche Kommunikation ein solches Software-Feature implementierte und man die Menschen mit einem deutlich langsameren Gerät zurücklässt ohne die Hintergründe zu erklären. John Poole von Geekbench sieht hier vor allem das Problem darin, dass die Menschen denken, dass ihr Gerät einfach zu langsam geworden ist und daher besser ein neues kaufen sollten, statt einfach nur den Hardwaredefekt zu beheben um die volle Leistung wiederherzustellen.

 

 

Quelle: Geekbench und Reddit

vg-wort
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2 Antworten zu “iPhone Drosselung: Gross angelegte Tests durch Geekbench-Chef bestätigen Verlangsamung”

  1. Heini 22 sagt:

    Tja, so gehts auch. Entweder kurze Zeit schnelles Smartphone, oder längere Zeit ein langsames. Ganz klar Kunden verapplen.

  2. redcuiser sagt:

    So kann man die kunden auch auf die neusten und teureren Geräte zwingen.

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