Mi. 10. Januar 2018 um 13:06

iPhone Drosselung: Apple in den USA und Frankreich in schwerer Erklärungsnot

von Marcel Laser0 Kommentare

Anscheinend wird es für Apple noch deutlich unangenehmer als bisher gedacht. In Frankreich kümmert sich eine Verbraucherschutzbehörde derzeit um den Fall und brachte es soweit, dass die französische Justiz nun strafrechtliche Ermittlungen gegen Apple eingeleitet hat. In den USA ist es ebenfalls ernst, denn neben den teils Milliardenschweren Sammelklagen vor Gericht, hat sich nun ein Offizieller der Regierung mit einem Brief an Apple gewandt.

Apple steht vor Erklärungsnot: Befristeter günstiger Akkutausch sorgt für noch mehr Kritik

Das Problem um die drosselnden iPhone Modelle bei schwächer werdenden Batterien schaukelt sich für Apple immer mehr zu einem weltweiten Problem hoch. Die Verbraucherschutzbehörde in Frankreich will Apple nun einen Strich durch die Rechnung machen, denn nach deren Meinung sorge das Unternehmen absichtlich dafür Geräte nach einem bestimmten Zeitraum obsolet zu machen. In 2015 hat die französische Regierung aber eine solche Praktik von Unternehmen gesetzlich verbieten lassen, dass das vorsätzliche Altern von Geräten und damit eine terminierte Obsoleszenz unter hoher Strafe stellt. Um das Verfahren und die Prüfung kümmert sich nun die Justiz in Frankreich, die den Fall genauer untersuchen will.

 

In den USA darf sich Apple seit einiger Zeit nun auch mit Sammelklagen herumschlagen, die bis zu 999 Milliarden US-Dollar verlangen, was aber derzeit nicht unbedingt neu ist und bereits Ende 2017 angestossen wurde. Mittlerweile ist der Fall aber wohl auch bei der Regierung angekommen und Senator John Thune, Vorsitzender des Commerce Committee Senats, hat nun höchst persönlich einen Brief an Apple CEO Tim Cook geschrieben und bittet um eine Erklärung zu dem Fall. Zudem sollen dem Brief mehrere Fragen beiliegen, die Apple doch bitte bis zum 23. Januar beantworten solle und kritisiert auch die Praktik für den günstigeren Austausch von Batterien.

"Apple’s proposed solutions have prompted additional criticism from some customers, particularly its decision not to provide free replacement batteries” – John Thune

Der günstige Akkutausch ist nämlich das dritte Sorgenkind in diesem Falle, da Apple seit seiner Entschuldigung und einem damit verbundenen deutlich vergünstigten Tausch viel Kritik einstecken muss. Apple verlangt seit Bekanntgabe nämlich bis zu 50 US-Dollar weniger für einen Austausch der Akkus in betroffenen iPhones, was vor allem diejenigen derzeit verärgert, die ihre Batterie bereits vor dieser Misere tauschten und keine Chance auf die Vergünstigung hatten. Des Weiteren steht Apple in der Kritik, die Akkus nicht kostenfrei austauschen zu wollen, zumal der Rabatt im Moment nur eine befristete Angelegenheit ist und bald wieder der hohe Normalpreis für einen Batterietausch in Kraft treten wird.


 

 

Quelle: Wall Street Journal via 9to5mac

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