Do. 01. Dezember 2016 um 19:59

Huawei: Neue Technologie für Li-ion-Akkus angekündigt

von Sebastian Mauch0 Kommentare

Watt Laboratory kündigt neue belastbarere Akkus an

Erst kürzlich fand in Japan das 57. Battery Symposium statt. Auf dieser Veranstaltung zeigte Watt Laboratory, die unter dem Schirm vom Huawei Central Research Institute agieren, eine interessante neue Technik. Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung üblicher Lithium-Ionen-Akkumulatoren. Diese vergleichsweise alte Technologie wird nun um die herausragenden Eigenschaften des Carbon-ähnlichen Materials Graphen (Betonung liegt auf „en“) erweitert. Graphen zeichnet sich vor allem durch die Dicke von gerade mal einem Atom aus. Die Atome des Materials ordnen sich ausserdem in einer Art Honigwabenstruktur an, was der Atomkette besondere Eigenschaften in Hinsicht auf thermische und elektrische Leitfähigkeit verpasst. Ausserdem soll das Graphen etwa 100 mal stärker als die stärkste Stahlsorte sein. Akkus liessen sich damit hervorragend gegen Hitze abschotten.

 

Der von Watt Laboratory gezeigte Akku-Prototyp erträgt Temperaturen von bis zu 60°C, wohingegen normale Modelle schon bei 50°C ins Schwitzen geraten. Da vor allem grosse Hitze bei Li-ion-Akkus zum schnelleren Ableben führt, können die Graphen-Akkus laut Huawei bis zu zwei mal länger durchhalten. Erste Tests belegen das wohl schon:

„Wir führten bereits Lade- und Entladetests in einer Hochtemperatur-Umgebung durch. Die Tests zeigten, dass unter selben Bedingungen die Graphen-geschützte Li-ion-Batterie 5°C kühler bleibt als herkömmliche Modelle. Nach 2’000 Ladezyklen bei einer Temperatur von 60°C  blieben bei der Graphen-Batterie über 70 Prozent Kapazität übrig. Weniger als 13 Prozent der Kapazität ging verloren nach 200 Tagen in einer 60°C-Umgebung.“ – Dr. Yangxing Li, Chief Scientist bei Watt Laboratory

Ihr seht, die Testergebnisse können sich durchaus sehen lassen. Vor allem im Vergleich zu „Normalos“, die meist nach zwei bis drei Jahren praktisch „tot“ sind und ständig geladen werden wollen. Ungünstig, wenn das Telefon einen Wechsel des Energiespeichers nicht zulässt. Ist das Smartphone zusätzlich öfters Sonnenstrahlung oder anderen extremen Wärmequellen ausgesetzt, potenziert sich dieser Effekt sogar noch. Leider wird es die neue Technik nicht in naher Zukunft in Consumer-Produkte schaffen.

 

Ebenfalls ist noch unklar, ob sich überhaupt bei täglicher Nutzung ein Mehrwert feststellen lässt. Huaweis auf dem letzten Battery Symposium vorgestellter Super-Quick-Charge-Akku schafft diesen Sprung übrigens noch zum Ende dieses Jahres. Möglichweise haben wir so in einem Jahr schon „Graphen-enhanced“ Li-ion-Akkus in unseren Smartphones, wer weiss.

 

 

Quelle: Huawei (Englisch)

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