Do. 19. September 2019 um 19:06

Huawei Mate 30 (Pro) offiziell vorgestellt und erscheint NICHT bei uns

von Marcel Laser0 Kommentare

Wow… gestern noch die Hiobsbotschaft von LetsGoDigital verarbeitet und doch irgendwo ein Fünkchen Hoffnung empfunden, dass schon alles gut wird und nun steht die Branche vor einem der grössten “Veränderungen” ( Das passende Wort “Skandal” lass ich jetzt einmal aussen vor…) der Mobilfunk-Geschichte. Der zweitgrösste Smartphone-Hersteller der Welt wird sein heute vorgestelltes Flaggschiff Huawei Mate 30 Pro und das Mate 30 nicht in die DACH-Region bringen. Auch andere Länder ausserhalb Asiens sind betroffen. Das ist ein harter Schlag für das chinesische Unternehmen.

Huawei Mate 30 (Pro): Grund sind die fehlenden Google Dienste

Bevor wir uns mit dem vorgestellten Gerät beschäftigen, dass eh von uns keiner Kaufen kann (es sei denn man importiert es und verzichtet auf Google Dienste), gehen wir erst einmal auf die aktuelle Situation ein. Es ist schon fast wie ein Schlag ins Gesicht. Die Huawei Mate Serie ist eigentlich das Flaggschiff-Device des Unternehmens. Immer im letzten Quartal des Jahres wird dieses vorgestellt und löst das Huawei P-Modell als solches nahezu ab. Huawei verbaute dort immer den neusten Prozessor aus eigenem Hause und allerlei neue Technik, die dann wiederum im kommenden Huawei P-Gerät zu finden sein wird.

 

Das Huawei Mate 30 Pro kommt aber nun erst einmal nicht nach Deutschland oder die Schweiz und es fühlt sich ziemlich surreal an. Was noch in den letzten Wochen spekuliert wurde, aber eigentlich keiner wahr haben mochte, ist nun Realität. Der zweitgrösste Hersteller für Smartphones weltweit, verabschiedet sich mit der neusten Generation seiner Smartphones aus der DACH-Region, zumindest vorerst. Natürlich bleibt bei den alten Geräten alles wie gehabt, da diese (noch!) nicht vom Embargo betroffen sind. Neue Flaggschiffe könnten allerdings erst einmal nicht mehr hier erscheinen.

 

Grund dafür ist der Handelsstreit zwischen China und den USA in denen US-Präsident Donald Trump zu teils absurden Geschützen greift (Entschuldigt bitte die wertende Haltung). Vor allem Huawei wird hier immer wieder als Druckmittel genutzt und landete auf eine der schwarzen Listen. Diese sorgt dafür, dass US-amerikanische Unternehmen mit Huawei keine Geschäfte mehr machen dürfen. Das betrifft auch Android 10 mit Google Services und Google Apps. Allerdings ist Android Open Source und kann als Betriebssystem weiter genutzt werden. Es dürfen nur keine Google Apps und Dienste (GMail, Play Store, Maps etc.) auf den Geräten installiert werden.


Ein Screenshot aus der Pressemeldung mit den Preisen und der Verfügbarkeit. Lässt tief blicken.

Huawei Mate 30 Serie: Einziger Trost bleibt die Huawei App Galerie

Richard Yu, CEO von Huawei, hat auf der Bühne nur wenige Sekunden über den Android Bann gesprochen. Er sagte recht wörtlich, dass man die Google Services nicht nutzen kann, dafür allerdings die Huawei Services installiert und im System verankert seien. Das gilt auch für die Huawei App Galerie, was nun der neue App Store für Programme sein sollten. Richard Yu verwies hier auf über 42’000 zur Verfügung stehender Apps.

 

Hier bleibt allerdings die Frage stehen, ob das überhaupt ausserhalb Asiens ausreicht um die Käufer von dem Smartphone zu überzeugen. Denn die Technik hinter den Geräten ist durchaus beeindruckend, wie auch die Vorstellung der beiden Smartphones zeigte.

Huawei Mate 30 Pro mit neuer Kamera und Waterfall-Display

Kommen wir aber nun zur Hardware selbst. Im Gerät steckt der von Huawei bereits zur IFA 2019 vorgestellte Kirin 990 Prozessor zusammen mit 8 GB RAM und 256 GB internem Speichern. Das Display ist mit 6.53 Zoll riesig und löst in 2400 x 1176 Pixel auf. Als Anzeigetechnologie kommt OLED zum Einsatz und die Ränder sind gebogen (Waterfall). In der Front findet sich in Form einer Notch die 3D-Gesichtserkennung wieder, zusammen mit der hochauflösenden 32 MP Kamera für Selfies.

 

Die Kamera auf der Rückseite hingegen ist völlig neu: Zwei 40 MP Sensoren sollen viel Licht einfangen und können bis zu ISO 409’600 rendern. Der Hauptsensor stammt aus dem Huawei P30 Pro, der zudem eine Super-Weitwinkel-Optik zur Seite gestellt bekommt (beide eben 40 MP). Der optische Zoom wird mit 3x und 8 MP angegeben. Als Hybrid-Zoom sollen bis zu 5x erreicht werden. Das ist deutlich weniger als beim P30 Pro. Komplett digital sind aber bis zu 45x möglich.

 

Beeindrucken können aber auch die Video-Fähigkeiten des Huawei Mate 30 Pro: Wer in 720p filmt, kann beispielsweise auf eine Zeitlupe mit bis zu 7’680 Bilder pro Sekunde! Zudem sind erstmals 4K Videos mit 60 FPS in einem Huawei-Smartphone möglich. 

Huawei Mate 30 als günstigere Alternative zum Pro-Modell

Es geht aber auch noch eine Stufe kleiner: Das Huawei Mate 30 wird zwar auch mit dem Kirin 990 ausgestattet, kommt aber mit etwas weniger Speicher. So stehen hier lediglich 128 GB zur Verfügung, während das Pro-Modell auch einer 256 GB Version verfügbar wird. Das Display ist mit knapp über 6.6 Zoll sogar etwas grösser, löst aber mit 2340 x 1080 etwas niedriger auf. Sollte aber kaum ins Gewicht fallen. Zudem ist das Display komplett flach und nicht geboten. Auch die Notch fällt deutlich kleiner aus, da wohl ein anderer 3D-Sensor für die Gesichtserkennung genutzt wird.

 

Die Kamera wird ebenfalls ein wenig kastriert: So kommt im Huawei Mate 30 zwar der aus dem Pro-Modell vorgestellte 40 MP Hauptsensor zum Einsatz, doch der zweite Super-Weitwinkel-Sensor löst nur noch mit 16 MP statt in 40 auf. Zudem gibt es hier keinen ToF-Sensor, allerdings ist der 8 MP Zoom mit dreifacher Vergrösserung wieder dabei.

Huawei Mate 30 Pro und Mate 30: Preis einmal hoch und einmal weniger

Das Mate 30 Pro von Huawei erscheint in Deutschland laut Huawei nicht. Das gilt wahrscheinlich auch für die Schweiz. Die Pressemeldung, die wir oben abgelichtet haben nennt keinerlei Verfügbarkeit. Allerdings gibt Huawei unter der Hand an, dass man irgendwann in Europa starten möchte. Wann, sagt der Hersteller nicht. Und es ist auch nicht klar ob die DACH-Region dann ebenfalls Geräte bekommt.

 

Das Mate 30 Pro kostet in der Grundkonfiguration mit 128 GB internem Speicher 1’099 Euro und mit 256 GB Speicher 1’199 Euro. Wer sich für das etwas schwächer ausgestattete Mate 30 entscheidet zahlt 799 Euro. Das Smartphone erscheint im Oktober offiziell in China.

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