Di. 08. Mai 2018 um 22:32

Google I/O 2018: Android 9.0 P bringt Gestensteuerung und intelligente Funktionen

von Marcel Laser0 Kommentare

Natürlich darf auf einer Google I/O Konferenz eine neue Android Version nicht fehlen. Einen wirklichen grossen Anteil hatte Android 9.0 P nun nicht, was aber auch daran liegt, dass die meisten abgekapselt vorgestellten Funktionen mit Google Assistant, Maps und anderen Dingen ein Teil des Systems sind. Dafür zeigte man aber ein Redesign des Homescreens, dass Fans der alten Buttonanordnungen vielleicht sogar etwas ärgern könnte. Die Art der Gestensteuerung ist ebenfalls nicht ganz unbekannt. Wir haben ein paar der wichtigsten Funktionen herausgesucht.

Android 9.0 P bekommt neues Multitasking-System und einen neuen Homebutton

Interessant ist vor allem die Interpretation des neuen Homebuttons, denn dieser eliminiert mehr oder weniger die beiden anderen bekannten Knöpfe Zurück und Multitasking. Der neue Homebutten sitzt weiterhin mittig in leicht länglicher Form unten in der Anzeige. Wird er nach oben geschoben, eigentlich exakt so wie beim iPhone X, dann öffnet er das Multitasking-System, wo alle im Speicher gehaltenen Apps angezeigt werden. Auch die sogenannten Predictive Apps, also Programme die ihr vielleicht gerne grad nutzen wollen würdet, werden darunter angezeigt.

 

Das App-Grid ist ebenfalls auf den ersten Blick verschwunden, verbirgt sich allerdings nur eine Wischgeste weiter. Wenn ihr den Homebutton nach oben wischt, um in die oben beschriebene Taskswitcher-Ansicht zu kommen, müsst ihr den Homebutton noch einmal nach oben wischen um das bekannte App-Grid aufzurufen. Dort sind dann alle im System installierten Programme aufgelistet.

 

Benutzt ihr allerdings eine App oder seid im Taskwitcher unterwegs, dann wird der Zurückbutton aber dennoch angezeigt, auch wenn dieser auf dem Homescreen nicht zu sehen ist. Im Multitasking-Menü habt ihr auch die Möglichkeit per Wischgeste nach links oder recht über den Homebutton durch Apps zu scrollen oder weitere Aktionen auszuführen.

 

Der Homebutton bleibt, wie in allen anderen Versionen von Android, weiterhin omnipräsent, aber ihr könnt mit ihm und den besagten Wischgesten von überall aus auf den Taskswitcher, das erwähnte App-Grid und damit auf weitere Apps zugreifen, was letztendlich stark an das alte BlackBerry OS oder das neue iPhone X Feature erinnert, dennoch aber nicht wirklich miteinander zu vergleichen ist. Letzteres arbeitet ebenfalls mit einer ähnlichen Homebutton-Funktion. Dafür reicht aber ein einfacher Fingertip auf den Homebutton in Android 9.0 P aus, um wieder zurück auf den Homescreen zu kommen.


Der Homebutton in der Mitte ist der Dreh- und Angelpunkt für die Navigation in Android 9.0 P

Digital Wellbeing: Weniger Smartphones, mehr Familie, Freunde und vor allem… mehr ihr selbst.

Es ist schon bezeichnend, wenn selbst Google uns mittlerweile darauf hinweist, dass wir unsere Geräte eigentlich viel zu viel benutzen, vor allem dann, wenn mit Freunden und Familie unterwegs sind oder wir einfach Mal abschalten sollten. Das neue “Digital Wellbeing” Paket (quasi mit Digitales Wohlbefinden zu übersetzen) soll uns dabei helfen, viele Dinge in Hinsicht auf Überkonsum im Blickfeld zu behalten.

 

So wurde eine “bitte nicht stören”-Funktion integriert, mit der ihr das Smartphone mit dem Display voran auf den Tisch legen könnt. Das Gerät erkennt dann, dass ihr den Modus aktivieren wollt und es vibriert nicht mehr, es wird auf Stumm gestellt und selbst Anrufe kommen nicht mehr durch. Natürlich dürfen Favoriten gewählt werden, die im Notfall dann doch noch anrufen können, was durchaus sinnvoll sein kann.

 

Auch ist es möglich eine Funktion für das Zubettgehen einzurichten, die das Display nur noch in Graustufen anzeigt und als Wind Down bezeichnet wird. Das beeinträchtigt angeblich weniger das Gehirn bei Nacht, soll sich sehr angenehm auf die Augen auswirken und deutlich entspannter dazu führen, dass ihr nach einer kurzen Handy-Session im Bett trotzdem noch zur Ruhe kommt. Zudem soll der Graustufenmodus euch deutlich eher davon abhalten noch länger am Smartphone zu bleiben.

 

Es gibt auch noch ein paar mehr Funktionen. Unter anderem ein Kuchendiagramm, dass euch anzeigt, in welchem Verhältnis ihr Apps nutzt, wie lange und zu welchen Uhrzeiten. Auch ein App Timer ist integriert, der die Programme beendet, wenn ihr sie zu lange nutzt, was den Konsum ebenfalls einschränkt.

 

Damit will Google euch Möglichkeiten in die Hand geben, den übermässigen Konsum zu beschränken und euch in wichtigen Phasen wie Ruhepausen um euer Umfeld oder mehr um euch selbst zu kümmern. Wie gut diese Massnahmen funktionieren können, müssen aber erste längere Feldversuche klären, wenn das System endgültig veröffentlicht wurde.

Die Technik soll euch nicht krank machen, daher hat sich Google für Android 9.0 P entsprechende Funktionen überlegt.

Android 9.0 P Intelligence: Funktionen für vorausschauendes Lernen

Nicht nur der angesprochene Google Assistant wird intelligenter, sondern auch Android 9.0 P selbst hat hier einiges zu bieten. Viele der dafür integrierten Funktionen sollen das Leben im Alltag deutlich einfacher und unbewusst unbeschwerter gestalten. Darunter ein Dimming-Features fürs Display, dass bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen eure Gewohnheiten in der Helligkeitsregelung lernt.

 

Zwar gehen unsere Displays weitgehend automatisch vor und stellen die Helligkeit entsprechend ein, aber wir regeln in der Tat sehr häufig noch einmal selbst nach. Die Dimming-Funktion lernt unser Verhalten und in welchen Lichtverhältnissen wir ungefähr welche Helligkeitseinstellungen vornehmen. In grösseren Tests in den letzten Monaten sollen die Probanden tatsächlich deutlich weniger selbst die Helligkeit korrigiert haben.

 

Ein weiteres Feature hingegen ist noch interessanter, denn es soll die Batterielaufzeit deutlich verlängern (schon wieder… wie jedes Jahr 😉 ). So lernt das System, welche Apps wirklich wichtig für euch sind, welche viel genutzt werden, in welchen Reihenfolgen ihr meistens vorgeht usw., was letztendlich Auswirkungen auf den Prozessor haben soll. Denn dieser wacht nicht mehr all zu oft auf, weil er plötzlich auf Eingaben wartet oder gerade andere Dinge “im Kopf” hat. Das soll die plötzliche Arbeitsrate von CPUs im System um über 30 Prozent reduzieren, was dann wiederum zu einer besseren Akkulaufzeit führen soll.

Wie jedes Jahr: Batterie soll länger halten… Zudem gibt es neue intelligente Funktionen für den Alltag.

Android 9.0 P Beta 1 wird heute für mehrere Smartphones veröffentlich

Android 9.0 P bekommt heute seine erste öffentliche Beta spendiert und wer will darf gerne auf den Zug aufspringen. Bemerkenswert sind die ab heute unterstützten Geräte, die von Google während der Präsentation genannt worden sind, denn diese beziehen sich nicht nur auf die Google eigene Pixel Smartphones. Möglich macht das Project Treble, welches den Android-System-Kern von den Hersteller-eigenen Anpassungen trennt.

 

So dürfen folgende Devices bereits ab heute mit der neuen Android 9.0 P Beta arbeiten: 

  • OnePlus 6
  • Sony Xperia XZ2
  • Nokia 7 Plus
  • Xiaomi Mi Mix 2s
  • Oppo R15 Pro
  • Vivo X21
  • Essential Phone

Wir empfehlen allerdings nicht die Installation auf einem Gerät im produktiven Einsatz. Google übernimmt keine Haftung für verlorene Daten und/oder daraus resultierenden Schwierigkeiten. Alles geschieht hier auf eigene Verantwortung, da es sich lediglich um einen Beta-Build handelt, der nur zum Testen gedacht ist.

 

Gehört euch eines der oben genannten Geräte und ihr könnt dieses für Testzwecke opfern, dann dürft ihr euch auf dieser Webseite hier mit eurem Smartphones registrieren. Das Update auf die neue Version rollt dann irgendwann für euch aus.

Das ist Mal eine grosse Überraschung: Nicht nur Pixel Smartphone bekommen die Beta ab heute spendiert. Dank Project Treble noch deutlich mehr.

 

 

Quelle: Google I/O

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