So. 08. Juli 2018 um 7:02

Gaming Review: Gamevice Controller für Apple iPhone im Test

von Marcel Laser0 Kommentare

Ich hatte schon in einem Feature in unserem Magazin darüber gesprochen, dass man auf Smartphones auch richtig gute Games in Konsolenqualität spielen kann. Wichtig dafür ist allerdings auch eine haptische und taktile Steuerung in Form von drückbaren Knöpfen, zumindest dann, wenn man sich an eine Glasscheibe nicht gewöhnen kann. Der hier nun getestete Gamevice Controller ist zudem bei Interessierten bereits in aller Munde, was aber weniger am iPhone liegt, sondern am ASUS RoG Phone.

Robustes Design und kompatibel mit jedem iPhone 6 (Plus) und jünger

Der Gamevice Controller vom gleichnamigen Hersteller will euer iPhone in eine richtige Handheldkonsole verwandeln. Der Designansatz hilft zumindest, dieses in allen Bereichen zu bewerkstelligen. So wird das iPhone einfach über den Lightning-Anschluss im Gerät eingeschoben und sicher verankert. Dass das Apple Smartphone auch sicher im Gamevice Controller hält, ist auch einer Federvorrichtung zu verdanken, die beide Grössen, das iPhone 6 und das iPhone 6 Plus, aufnehmen kann.

 

Insgesamt wurde viel Kunststoff verwendet und der erste Eindruck kommt eher einem günstigeren Spielzeug gleich. Die Verarbeitung ist aber hochwertig und es wackelt und knarzt nichts. Im hinteren Bereich der Griffe ist sogar ein Magnetelement unter der Kunststoffhaube verbaut und so kann der Gamcevice Controller auch platzsparend zusammengeklappt werden. Generell fühlt sich das Gaming Gadget durchaus sehr robust an. Angeschlossen wird das Gamevice Gadget per Lighning-Stecker. Es benötigt keine eigene Stromversorgung und hat keinen Akku, aber einen Lightning-Anschluss, so dass das iPhone auch im eingelegten Zustand Aufgeladen werden kann. Ebenfalls mit An Bord ist ein integrierter DAC mit 3.5 mm Klinkenanschluss, der so das Anschliessen von kabelgebundenen Kopfhörern auf der rechten Seite beim Zocken ermöglicht, ohne dass der Lightning-Eingang belegt wird. Die rechte Seite des Controllers hat fünf Buttons auf der Oberseite sowie einen Analog-Stick. Die linke Seite bietet einen ein Vier-Wege Steuerkreuz sowie einen Analogstick oben. Beiderseits sind zwei Schultertasten verbaut.

 

Von der Handhabung her erinnert der Gamevice für das iPhone entfernt an die PlayStation Vita von Sony. Auch wenn das Buttonlayout nicht exakt so ausgelegt wurde (beispielsweise die Analogsticks), so ist das Grundprinzip ähnlich. Dafür haben wir vier Schultertasten, vier Action-Buttons, zwei Analogsticks und ein Digitalkreuz. Alles, was man eben so zum Zocken braucht. Interessant ist auch noch der “Menüknopf”, der irgendwie auch ein “Startknopf” sein kann. Er bringt euch meistens in die Einstellungen oder das Pausemenü des Spiels.


Gamevice Knöpfe: Gedrückt oder nicht gedrückt? Das ist hier die Frage!

Wir hatten allerdings ein paar Probleme mit den Buttons des Gamevice Controllers. Sowohl die Schultertasten als auch die Action-Buttons unter dem rechten Analogstick sind in den Anfängen sehr gewöhnungsbedürftig, was den Druckpunkt anbelangt. So drückt man diese zwar rein und stösst auf einen entsprechenden Widerstand, allerdings ist gilt der Knopf dann noch nicht als betätigt. Erst nach noch festerem Druck wird eine Aktion ausgeführt, was anfänglich etwas stört.

 

Es braucht eine Zeit, bis man auf Anhieb in jeder Situation den richtigen Druck auslöst, damit die Eingabe auch sofort erkannt wird. Das ist in Spielen, in denen in Kämpfen viel Action geboten wird, erst stark ernüchternd, da immer wieder Eingaben dadurch nicht angenommen werden. Hat man sich letztendlich an den Druckpunkt gewöhnt, wird es deutlich einfacher und es fühlt sich tatsächlich wie ein richtiger Controller an. Schlussendlich würden wir aber auch davon ausgehen, dass es Menschen gibt, die damit eher gar nicht klar kommen. Verstehen kann man das durchaus.

 

Wer die Controller von XBox und PlayStation gewohnt ist, wird zudem feststellen, dass die unteren beiden Schultertasten nicht Analog, sondern digital ausgelegt sind. Das ist für Menschen, die viel auf grossen Konsolen spielen erst einmal verwirrend. Auf Dauer aber halb so wild.

Monster Hunter: Freedom Unite auf dem iPhone mit dem Gamevice Controller. An die Druckpunkte muss man sich gewöhnen.

Gamevice dank MFi-Schnittstelle mit über 1’000 Spielen kompatibel

Wie wichtig Apples MFi-Zertifizierung geworden ist, ist vor allem am Gamevice Controller zu sehen. Er ist zu 100 Prozent kompatibel mit der von Apple entwickelten Schnittstelle und somit unterstützt dieser auch jedes Spiel, welches auf MFi ausgelegt ist. Das sind bisher zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Testes genau 1’092 Spiele.

 

Darunter finden sich echte Toptitel wie Street Fighter IV, Star Wars: Knights of the Old Republic, GRID Autosport, Minecraft oder auch Monster Hunter: Freedom Unite. Gerade mit solchen Games fühlt sich das iPhone in Kombination mit Gamevice dann durchaus wie ein mobiler Handheld an.

 

Wer es im Übrigen genau wissen will, lädt sich aus dem App Store von Apple die offizielle Gamevice List App. Sie listet nicht nur alle Spiele auf, sondern gibt euch auch Infos über die Tastenbelegung in allen Games und einen Direktlinkt in den Store für den Download. Der aktuelle Trend-Titel Fortnite: Batte Royale fehlt leider, was aber nicht an Gamevice liegt, sondern an Epic Games, dem Hersteller von Fortnite, die MFi nicht unterstützen. Player Unknown’s Battle Ground, kurz PUBG, andererseits, supported auch den Controller und lässt sich, nach anfänglicher Eingewöhnung, damit zocken.

Gamevice Live
Preis: Kostenlos

Fazit: Spielst du schon, oder drückst du noch?

Der Gamevice Controller für iPhone macht es uns nicht einfach. Er ist von der Bauweise her ein ausgezeichneter Controller und die Features sind enorm: Neben einem zusätzlichen Lightning-Anschluss zum Aufladen des Smartphones, bietet er noch einen integrierten DAC mit 3.5 mm Klinkenanschluss. Die Griffigkeit ist ideal und er liegt zusammen mit dem iPhone sehr gut in der Hand. Auch die vielen Tasten und das Layout sind in Ordnung. Dazu kommt die enorm hohe Kompatibilität an Spielen. Batterien braucht das System übrigens auch nicht.

 

Schwierig wird es aber dann bei den Tasten selbst und zwar ihrem Druckpunkt. Man muss sich daran gewöhnen, dass er erste feste Widerstand nicht unbedingt bedeutet, dass ihr den Button auch gedrückt habt. Das ist das erste und auch leider schwerwiegendste Problem des Gamevice, denn eigentlich steht und fällt ein solches Gadget mit der Bedienbarkeit und diese ist anfänglich einfach ernüchternd.

 

Man kann sich aber an den Druckpunkt gewöhnen, was bei den Meisten einiges an Zeit erfordern wird. Danach fühlt sich diese Kombination tatsächlich wie ein toller Handheld an. Der hohe Preis kommt auch von den vielen positiven Funktionen, scheitert aber letztendlich an der Bedienung.

 

Der Gamevice ist ab 80 Euro für iPhone und ab 100 Euro für unterschiedliche iPad Modelle erhältlich und damit auch nicht wirklich günstig. Wer keine Scheu hat, sich an die Druckpunkte der Tasten zu gewöhnen, findet hier aber wohl ein super Gaming-Gadget für unterwegs. Neben Amazon und anderen Online-Stores kann man den Gamevice Controller auch im Apple Store kaufen.

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