Mo. 21. November 2022 um 17:26

Pokémon Karmesin und Purpur: Game Freak liefert technisches Desaster ab

von Marcel Laser 0 Kommentare

Mit Pokémon Karmesin und der Edition Purpur erschienen in etwa das fünfte Spiel eines der teuersten Franchise der Welt in weniger als zwei Jahren. Viel Content für Fans der Reihe, doch Game Freak hat seit Schwert und Schild massive technische Probleme, die aktuell in den beiden neuen Spielen ihren absoluten Tiefpunkt erreichen. Entsprechend heftig fällt bereits die Kritik der Presse und der Fans aus.

Pokémon Purpur und Karmesin sind ein technisches Desaster

Bereits zu Schwert und Schild gab es viele technische Probleme. Eine inkonsistente Bildrate, viel Geruckel und matschige Texturen. Das wurde auch zuhauf kritisiert. Mit Legenden Arceus wurde es aus technischer Sicht dieses Jahr sogar noch schlimmer. Das Spiel war von der Welt her extrem lieblos gestaltet, hatte viele schwerwiegende technische Probleme und erinnerte eher an Spiele aus der Zeit des Nintendo 64. Auch hier hagelte es auf Seiten der Fans teils massive Kritik. Doch sah man auch das Potenzial der Serie und welche Möglichkeiten die neue Orientierung bot. Nicht immer war also alles schlecht.

Nun erschien vergangene Woche mit Karmesin und Purpur die nächste echte Generation nach Schwert und Schild und setzt erstmals auf eine komplette Open World, statt die Bereiche zu unterteilen. Mit extremen Folgen wie es scheint, denn zu Legenden Arceus und Schwert und Schild scheint sich nichts geändert zu haben, es ist laut der Berichte im Netz noch schlimmer geworden. So scheint laut erster Analysen das Spiel heftigen Laderucklern betroffen zu sein. Die Framerate bleibt so gut wie nie bei 30 FPS sondern fällt teils drastisch unter 20 zurück. Ganze Gebiete verschwinden beim Fangen eines Pokémon und laden sich unschön wieder rein. NPCs laufen mit 5 FPS durchs Bild und Fans kritisieren das absolut belanglose Story-System.

 

Zudem wurden viele Features aus den Vorgängern gestrichen. So beklagen viele bereits, dass sie keine Häuser mehr betreten können und die Arenen sind keine echten “Gyms” mehr, wie in den Vorgängern, sondern lediglich “Theaterplätze” in den jeweiligen Städten. In Shops könnt ihr übrigens auch nicht mehr reingehen, sondern öffnet sich beim Anklicken der Tür nur noch ein Menü.


Fans strafen die Serie nun auf Metacritics gnadenlos ab. Dort steht das Spiel bei den Nutzern derzeit bei 2.8 Punkten von möglichen 10. Die Presse selbst kommt insgesamt immer noch auf 76 Punkte von 100, trotz der extremen technischen Schwächen.

 

Es scheint, als hätte Game Freak aus der Kritik der vergangenen zwei Jahre nichts gelernt und macht weiter wie bisher. Mittlerweile kehren selbst bekannte Streamer aus dem Pokémon Universum dem Spiel den Rücken oder kritisieren die Fehler im Spiel ganz offen über ihre Kanäle auf YouTube und Twitch. Vor allem auch im Pokémon Subreddit mit über 4 Millionen Fans ist die Kritik mittlerweile überdeutlich zu sehen. Schliesslich zahlen diese 60 Euro bzw. Schweizer Franken für ein Spiel, dass technisch sogar noch schlechter als seine Vorgänger daherkommt. Es handelt sich also um Einen Vollpreistitel und das von einer der teuersten Marken weltweit.

Dennoch grosser Erfolg der Serie – “Die Fans kaufen es ja trotzdem”

Ein Satz, der in den Videos und den Berichten zum Spiel immer wieder fällt ist “Die Fans kaufen es ja trotzdem” und damit scheinen die meisten wohl auch Recht zu haben. Karmesin und Purpur sind der aktuell grösste Erfolg des Unternehmens für dieses Jahr. Allein in Grossbritannien soll die Boxed-Version des Spiels laut des Marktforschungsunternehmens GFK die Verkäufe von FIFA 23 um 4 Prozent geschlagen haben, wie Games Industry berichtet.

 

Game Freak und Nintendo scheinen aber auch aktuell noch keine Anstalten zu machen, etwas an der Veröffentlichungspolitik zu ändern. Ob es etwas mit dem “die Fans kaufen es ja trotzdem” zu tun hat, lässt sich natürlich schlecht beantworten. In wie weit es bis zur nächsten Generation ein Umdenken stattfinden könnte, bleibt unklar.

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