Do. 18. Mai 2017 um 14:38

Facebook muss dank WhatsApp 110 Millionen Euro Strafe zahlen

von Marcel Laser1 Kommentare

Hier soll Facebook angeblich nicht genug detaillierte Angaben gemacht und sogar falsche Informationen ausgegeben haben, bevor man die Übernahme vollzog und daher wurden wohl die ein oder anderen Dinge verschwiegen. Die EU-Kommission hat nun nach einer ordentlichen Prüfzeit eine Strafe von rund 110 Millionen Euro verhängt. Grund dafür sind vor allem die derzeitigen Datenschutzprobleme in Bezug auf die Zusammenlegung der Nutzerdaten beider Plattformen.

Facebook muss drakonische Strafe hinnehmen, keine Auswirkungen auf WhatsApp-Kauf

Konkret geht es um den Fall von falschen Angaben, denn Facebook und WhatsApp betonten beide nach der Übernahme weiterhin unabhängig voneinander zu arbeiten und es würde daher kein automatischer Abgleich zwischen beiden Plattformen stattfinden. Allerdings wurde genau dieses dann 2016 offiziell umgesetzt und man implementierte den Austausch dann doch in das System, so das Telefonnummern mit Facebook-Accounts verknüpft werden könnten. Beim Kauf von WhatsApp stand dieser Punkt aber nie zur Debatte, da beide Unternehmen das Vorhaben dementierten und erklärten, dass es technisch nicht möglich sei.

“Die Kommission hat festgestellt, dass ein automatischer Abgleich der Facebook- und der WhatsApp-Nutzerprofile – entgegen den von Facebook im Rahmen des Fusionskontrollverfahrens von 2014 gemachten Angaben – bereits im Jahr 2014 technisch möglich war, und dass den Facebook-Mitarbeitern diese Möglichkeit bekannt war”

Nun trat genau deswegen die EU-Kommission auf den Plan, die vor allem durch den Ansturm von Datenschutzbeauftragten hellhörig wurde. Nach eingehender Prüfung ist man zu dem Schluss gekommen, dass Facebook beim Fusions-Versuch unter falschen Angaben gehandelt habe und so muss nun eine Strafe von gut 110 Millionen Euro gezahlt werden. Die technischen Gegebenheiten sollen durchaus da gewesen sein und alle Betroffenen sollen es bereits vor der Fusion gewusst haben.

Facebook: “Hatten nie die Absicht Fehler in unseren Bericht einzubauen”

Facebook selbst scheint diese allerdings recht bedingungslos zu akzeptieren, denn ein Sprecher betonte bereits, dass die heutige Ankündigung für die drakonische Strafe einen Schlussstrich unter die ganze Sache bringen würde. Zudem bedauere man die fehlerhaften Angaben im Jahr 2014 sehr und es wäre definitiv keine Absicht gewesen die EU-Kommission zu verwirren.

 

Auswirkungen auf den bereits getätigten Kauf von WhatsApp durch Facebook hat es jedenfalls nicht, denn die EU-Kommission hat nach eigenen Angaben ein solches Szenario bereits theoretisch bedacht. Man ist also im Falle des Kaufs bereits davon ausgegangen, dass ein Datenaustausch zwischen beiden Unternehmen möglich wäre und hatte diesen Fall im Hinterkopf. Daher gibt es hier nachträglich auch keine Änderungen bezüglich der Fusion.


 

 

Quelle: Reuters

vg-wort
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Eine Antwort zu “Facebook muss dank WhatsApp 110 Millionen Euro Strafe zahlen”

  1. bulio sagt:

    für google ist das die Portokasse. Das war wahrscheinlich von Anfang an einkalkuliert. Fakt ist: Facebook hat alle belogen, alle User und auch sämtliche Regierungen.

    Aber wen interessierts, alle Leute verschenken freiwillig ihre Daten an den Konzern. Ich sag nur: selbst Schuld, aber ohne mich (hab weder FB noch WA etc.).

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