Fr. 19. Mai 2017 um 19:41

EU-Parlament kippt Geoblocking für Streamingdienste

von Marcel Laser2 Kommentare

Wir kennen es aus eigener Berufserfahrung selbst: Abends im Hotel von Barcelona nach einem anstrengenden MWC-Tag noch einmal abschalten und eine weitere Folge der Lieblingsserie auf Netflix schauen… Geht nicht. Die IP-Adresse muss aus dem Land stammen, wo der Account angelegt wurde bzw. wo ihr sprichwörtlich “euer Geld lasst”. Das soll sich nun ab 2018 dank eines neuen EU-Parlament-Beschlusses ändern.

Netflix, Amazon Prime und Co: Bald ist Streaming im ganzen EU-Ausland möglich

Dabei hatte gerade das Parlament in der EU besonderes Augenmerk auf Menschen, die meist auf Dienstreise sind, im Ausland Studierende und andere “Grenzgänger”. Wer einen Netflix oder Amazon Prime Account besitzt, konnte bis jetzt durch das Geoblocking die Inhalte in anderen EU-Ländern nicht abrufen. Wer technisch versiert war, hat sich mit Möglichkeiten im VPN-Dschungel auseinandergesetzt, VPN-Dienste gekauft oder sogar etwas eigenes Zuhause aufgesetzt. Bei ersterem zahlt man meistens noch einmal drauf und bei der anderen Lösung zwackt man die Leistung der eigenen Internetleitung ab, die vielleicht andere Familienmitglieder auch noch nutzen.

"Was bezahlt ist, muss auch geguckt werden dürfen" – SPD-Abgeordneter Tiemo Wölken

Ab 2018 muss beides nicht mehr sein, denn das Geoblocking ist dank eines Kompromisses nun Geschichte. Der Kompromiss sieht vor, dass die Anbieter zwei von zehn Verfahren für eine Prüfung anordnen dürfen, damit keine Ausnutzung des neuen Systems stattfinden kann. Denn wer beispielsweise in Deutschland lebt, aber einen spanischen Netflix-Account eröffnen will, weil dieser vielleicht weniger kostet, der darf auch vom Dienst ausgeschlossen werden bzw. muss einen deutschen Account ordern. Also jeder bezahlt den Preis der für das Land angedacht ist, in dem man eigentlich wohnt.

 

Da freuen ganz besonders wir uns drüber, wenn die nächsten Messen und Events im Ausland anstehen und viele Vielreisende von euch mit Sicherheit auch. Einen Haken hat die Sache bisher nicht. Frei nach dem Motto “was wir bezahlt haben, dürfen wir auch weiterhin überall gucken”, darf es bald auch im EU-Ausland fleissig im Hotel am Abend noch eine runde Netflix oder etwas anderes sein.


 

 

Newsbild und Quelle: Europäisches Parlament

vg-wort
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2 Antworten zu “EU-Parlament kippt Geoblocking für Streamingdienste”

  1. Bunsenbrenner sagt:

    Das rettet mir gerade den Tag! Ich muss nächstes Jahr im Ausland an so vielen Maschinen arbeiten 🙂 Danke EU! 😀

  2. juliette sagt:

    Es würde Abonnenten gerechter, denn das bezahlte Abo ist eher an den Benutzer, als an den Wohnort zu knüpfen. Geoblocking kommt mir vor, als ob man mit dem in Deutschland gekaufen Auto ausschließlich innerhalb des Bundes fahren sollte.

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