Fr. 25. Mai 2018 um 19:30

DSGVO: noyb reicht Beschwerden gegen Android, Facebook und WhatsApp ein

von Marcel Laser0 Kommentare

Im Netz macht sich Chaos breit und diverse Analysen gehen davon aus, dass der Grossteil im Internet noch gar nicht auf die DSGVO entsprechend vorbereitet, geschweige denn überhaupt weiss, wie dies anzuwenden ist. Max Schrems, Gründer der Datenschutz-Plattform noyb, hat nun in mehreren Ländern sehr brisante Beschwerden eingereicht, die eventuell sogar schwere Folgen haben könnten.

Google, Facebook und WhatsApp könnten sich Strafen in Milliardenhöhe einhandeln

Schrems reichte nun pünktlich zum Beginn des Inkrafttretens der DSGVO Beschwerden in den Ländern Frankreich, Belgien, Österreich und in Deutschland ein. Grund dafür sei seiner Ansicht nach das nicht eingehaltene DSGVO-Recht aller der oben genannten Firmen. So sollen diese mit ihren aktuellen Datenschutzbestimmungen, ihre Nutzerinnen und Nutzer zu vielen “Akzeptierungen” zwingen, damit diese den Dienst weiter nutzen können.

 

Die DSGVO gibt aber in ihrem Text klar und deutlich an, dass das Sammeln von Daten durch Unternehmen nicht dazu führen darf, dass man bei einer Ablehnung die Dienstleistungen nicht mehr wahrnehmen kann. Egal ob Android (Google), Facebook oder WhatsApp: Alle versuchen derzeit mit Meldungen über geänderte Datenschutzbedingungen die Leute zur Zustimmung zu bewegen. Nimmt man diese nicht an, dann wird man ausgesperrt oder kann die App, Dienst oder andere Sachen nicht mehr nutzen. Das ist laut DSGVO aber nicht erlaubt.

 

Ein solches Vergehen kann ein Unternehmen rund 4 Prozent des weltweiten Umsatz als Strafzahlung kosten. Im Fall von Android wären das bis zu 3.7 Milliarden US-Dollar. Facebook wäre mit 1.3 Milliarden US-Dollar ebenfalls stark getroffen. Allerdings rechnet Max Schrems nicht mit Maximalstrafen, auch wenn laut DSGVO durch dieses Fehlverhalten eine solche Strafe durchgezogen werden müsste. Er ist aber durchaus gespannt, wie sich das nun entwickelt. Die Beschwerden seien daher auch eingereicht worden, um die vorgelegten Strafvorgaben durch das DSGVO zu testen.


Wenn ihr nicht zustimmt, dann dürft ihr WhatsApp auch nicht weiter nutzen. Laut DSGVO ist das aber nicht zulässig.

 

 

Quelle: noyb

vg-wort
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