Mi. 10. Januar 2018 um 19:14

CES 2018: Huawei CEO Richard Yu mit Wutrede auf der Messe in Las Vegas

von Marcel Laser3 Kommentare

Die Wutrede galt vor allem der amerikanischen Politik und der nicht ganz fairen Bedingungen für das Unternehmen. Das Besondere an dieser Aktion war vor allem der Umstand, dass es erstmals auf offener Bühne überhaupt zu so einem Gespräch und einer derartigen Meinungsäusserung kam, die vielleicht auch Tiefenwirkung entfalten könnte. Viele Fachmagazine aus den USA sind von der Initiative die Richard Yu hier ergriff jedenfalls begeistert.

Politik in den USA setzt Provider unter Druck, auch AT&T knickt ein

Grund dafür ist der recht überraschende Rückzieher von AT&T das Mate 10 Pro nun doch nicht mehr über die eigenen Shops anbieten zu wollen. Mehr als 90 Prozent der verkauften Smartphones in den USA werden über die dortigen Provider ausgegeben, was also einen enormen Marktanteil ausmacht. Die Politik mischte sich allerdings jüngst in die Gebaren chinesischer Unternehmen ein, so auch im Falle von Huawei. In den USA kamen viele Medienberichte ans Licht, nach denen die Politik den Providern ordentlich Druck gemacht haben soll, keine chinesischen Produkte, auch von Huawei nicht, über die eigenen Dienste zu vertreiben.

 

Es geht vor allem darum, dass die US-amerikanische Regierung Angst vor Spionage durch chinesische Produkte hat. Die eigene Privatsphäre und auch die des Landes sei vor chinesischen Geräten nicht sicher. Alle Daten, von Unternehmensgeheimnissen oder einfach nur die persönlichen Daten eines jeden einzelnen, aber wohl vor allem auch die der Mitarbeiter von Regierungseinrichtungen, welche nicht einmal selbst ein chinesisches Gerät haben müssen, sondern nur im Umfeld eines vorliegen müsse.

 

Dabei beteuerte der Huawei CEO deutlich, dass man in der Vergangenheit oft genug gezeigt habe, wie wichtig die Privatsphäre jeder einzelnen Person ist, die die Geräte von Huawei nutzen. Man habe dieses nicht nur innerhalb Chinas geschafft sorgfältig damit umzugehen, sondern auch weltweit ein hohes Mass an Sicherheit für den Schutz der privaten Daten an den Tag legt. Mittlerweile will kein Provider aus den USA mehr die Geräte von Huawei verkaufen. Mit AT&T sprang auch der letzte Anbieter kurzfristig ab.

 

Richard Yu machte auf der Bühne seinem Unmut ordentlich Luft und bekam vor allem auch von der amerikanischen Presse Applaus. The Verge beispielsweise schrieb “über einen Auftritt voller Emotionen” oder auch TechCrunch wünscht sich deutlich mehr solcher Einlagen und offene Worte grosser ausländischer Techfirmen auf der Bühne. Generell solle die Branche mit ihren CEOs mehr über solche Dinge aus sich herauskommen, als sowas über stille Tische hinweg zu kommunizieren. Richard Yu hat anscheinend etwas getan, womit kaum jemand rechnete und das Mate 10 Pro wurde schlagartig auf der Pressekonferenz zur Nebensache.

 

Wie viel diese Rede nun brachte und ob auch die Regierung zugehört hat bleibt unklar. Das Medienecho ist allerdings riesig und vor allem in den USA gegenüber Richard Yu sehr positiv. Es bleibt also abzuwarten, ob sich die Haltung der USA Huawei gegenüber vielleicht für zukünftige Geräte etwas locker könnte. Eines steht allerdings jetzt schon fest, von der Einführung des Mate 10 Pro in den USA ist nicht das Gerät selbst hängen geblieben, aber dafür die Wutrede von Richard Yu.


 

 

Quelle: CES2018, The Verge und TechCrunch

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3 Antworten zu “CES 2018: Huawei CEO Richard Yu mit Wutrede auf der Messe in Las Vegas”

  1. Entrail sagt:

    Wenn die USA nachweislich Spionage nachweisen können, wieso nicht einfach wie in China auch Gewisse Dienste sperren lassen, sodass die Hersteller zwar verkaufen dürfen, aber eben solche Funktionen ausbauen müssen. Bsp der Playstore ist in China ja geblockt.
    Und nur weil es über chinesische Server läuft ist es ja noch lange nicht gleich Spionage. Evtl liegt das einfach nahe, das sie Server im eigenen Land nehmen, da sie dort schon die Infrastruktur haben.

    Man sehe sich nur mal die Outlook App an.

  2. Ahab sagt:

    Kein Service-Dienstleister wird die chinesische Regierung aus seinen Servern aussperren können, darauf kannst du Gift nehmen.

  3. StefanWyss sagt:

    Du kannst auch Gift darauf nehmen, dass kein Service-Dienstleister die amerikanische Regierung aus seinen Servern aussperren kann.

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