Di. 11. Oktober 2016 um 20:28

Ceatec 2016: Sharp zeigt Smartphone-Prototyp mit runden Displayecken

von Sebastian Mauch0 Kommentare

Vergangene Woche stellten Hersteller auf der Ceatec in Chiba, sozusagen der japanischen CES, allerlei neue Technologien vor. Display-Gigant Sharp zeigte unter anderem ein Sample namens „Corner R“ der sogenannten „Free Form“-Displays vor. Diese Art von Panels kommt statt der üblichen Rechteckform mit abgerundeten Ecken daher und soll in Zukunft das Verhältnis von Gehäuse zu Bildschirmfläche etwas aufwerten.

Das Eckige muss ins Runde

Viele Hersteller verschwenden in diesem Punkt nach wie vor einiges an Potenzial. Natürlich kann man dem Ganzen einen gewissen futuristischen Look nicht abstreiten, da mit dieser Technik quasi die ganze Vorderseite eines Smartphones für den Bildschirm genutzt werden könnte. Einige Hürden stellen sich dabei dann aber doch, weshalb die Technik bislang überwiegend in Fortbewegungsmitteln zum Einsatz kam.

 

Aktuell herrscht im Smartphonesektor bekanntlich das eckige Display vor, dementsprechend sind auch Betriebssysteme wie Android oder iOS und deren Apps auf dieses Format zugeschnitten. Je nachdem wie gross die Abrundungen der Ecken werden kann man dieses Problem aber gegebenenfalls vernachlässigen. Wichtiger sind da schon die Ohrmuschel und das Mikrofon zum Telefonieren. Denkbar wäre, dass das Mikrofon ein oder zwei Auslassungen an den Gehäuseseiten oder gar komplett unter der Darstellungsschicht bekommt, die Anbringung der Ohrmuschel und der Frontkamera gestaltet sich schon etwas komplizierter. Zumindest für Ersteres gibt es jedoch schon Möglichkeiten, einen Aktuator unter das Panel zu verbauen und so durch das Display hindurch den Schall zu übertragen. Zum Einsatz kommt diese Methode bereits im Modell Torque der Firma Kyocera. Lediglich die Frontkamera brauch zwingend eine Aussparung auf der Vorderseite. Denkbar wäre dies in der Nähe der Menütasten im unteren Bereich.

 

Das gezeigte Corner R nutzt etwa 90 Prozent der Vorderseite für das Display, wie auf dem Bild zu sehen ist. Als Basis diente dort aber lediglich eine eher durchschnittliche Grösse, nämlich ein 5.2 Zoll grosses FullHD-Display. Interessant wäre auch die Frage, welche Panelarten abseits von OLED bei Free Form zum Einsatz kommen könnten. Eine Abbildung typischer Bildschirminhalte eines Smartphones wäre sicher machbar, jedoch befinden sich in den Ecken der Software oft Menütasten und andere Bedienelemente, weshalb Anpassungen seitens der grossen Betriebssystemhersteller auf den Plan träten. Wann Sharps Free Form-Vision marktreif wird lässt sich aktuell schwer sagen, denkbar wären erste massentaugliche Endgeräte jedoch schon in den nächsten zwei Jahren.

 

Sharp Corner R
Das Corner R von Sharp auf der Ceatec 2016.

 

 

Quelle: Golem

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