Mi. 22. November 2017 um 15:23

Belgische Glücksspielkommission: “Lootboxen in Spielen sind Glücksspiel”

von Marcel Laser0 Kommentare

Star Wars: Battlefront 2 ist der Anstoss gewesen, der alles ins Rollen brachte. Das Spiel, welches aus der Entwicklerschmiede Dice stammt und von EA auf den Markt gebracht wurde, enthält sogenannte Lootboxen. Diese enthalten zufällige Gegenstände für das Spiel, die einem dann ausgeschüttet werden, sobald man diese öffnet. Meistens lassen sich Lootboxen im jeweiligen Spiel selbst erspielen, allerdings unter deutlich erhöhtem Aufwand oder man kommt an bestimmte Boxen gar nicht heran. Für solche Zwecke können diese dann per Echtgeld im Spiel erworben werden, allerdings sieht man die Gegenstände nicht, die die Lootbox enthält. Nun haben die belgische und australische Glücksspielkommissionen beschlossen: “Lootboxen in Videospielen sind Glücksspiel”.

Belgische Glücksspielkommission will das Thema an die EU heranführen

Lootboxen waren bisher keine Seltenheit in Spielen, egal ob Overwatch, Battlefield, Destiny oder Halo. Irgendwann wurde immer ein Teil mit einer Möglichkeit ausgestattet inGame-Inhalte per Kauf mit Echtgeld zu erwerben. Meistens ging es dann um zufällige Lootbox-Systeme. Bei unseren Smartphones und den dort verfügbaren Games ist es allerdings nicht anders: Clash Royale beispielsweise lässt auch das Kaufen von zufälligen Inhalten per Echtgeld zu, um nur eines der beliebtesten Spiele der mobilen Endgeräte zu nennen.

“Die Kombination aus Geld und Sucht ist Glücksspiel” – Ergebnis der Untersuchungen von Lootboxen in unterschiedlichen Videospielen.

Die belgische Glücksspielkommission will das Thema nun auch ins EU-Parlament bringen, um es zeitnah zu diskutieren. Dass allerdings jetzt schon die Entscheidung in Belgien und Australien so schnell und zielstrebig ausfällt, war bisher nicht abzusehen und könnte nun einiges ins Rollen bringen. Auch in den USA wird derzeit, wegen Star Wars: Battlefront 2 sowie Need for Speed: Payback und deren Lootboxen, auf höherer Ebene diskutiert.

“Das Vermischen von Glückspiel mit Videospielen, speziell für jüngere, ist gefährlich für die geistige Gesundheit des Kindes.” – Koen Geens, Justizminister, Belgien

Was nun passieren wird und wie sich dieses auf die Spielebranche auswirken könnte, bleibt erst einmal abzuwarten. Allerdings merkt man der Gamerschaft bereits an, dass einige Publisher und Studios es mittlerweile drastisch übertrieben haben und es nun deutlich mehr Gehör für diese Problematik gibt. Vor allem wenn spielentscheidende Inhalte in Lootboxen platziert werden.

 

Die nächsten Wochen und Monate könnten so noch zu interessanten Entscheidungen führen. Allerdings gab Koe Geens, Justizminister Belgiens, ebenfalls zu Protokoll, dass es bis zu weitreichenden Ergebnissen noch etwas dauern könne.


 

 

Quelle: VTM News

Teaserbild-Quelle: Michael Nugent

vg-wort
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