Mi. 16. Oktober 2019 um 13:27

Safari Browser und Tencent: Offizielles Statement von Apple veröffentlicht

von Marcel Laser0 Kommentare

Internet und totale Vernetzung. Es wird einfach immer schwieriger, vor allem wenn es um Sicherheit und die Privatsphäre geht. Bei Apple sieht das ähnlich aus, denn hier hat ein Feature, welches 2017 bereits auf dem chinesischen Markt ausgerollt wurde, nun merkwürdigerweise auch den Weg in die internationalen iOS-Versionen gefunden. Der Safari Browser versendet Daten an die chinesische Firma Tencent, allerdings gibt Apple nur indirekt die Funktion im System bekannt.

UPDATE: Apple veröffentlicht Statement zum Senden von Daten an Tencent

Apple hat ein offizielles Statement zum Thema Tencent und Safari Browser veröffentlicht, in dem erklärt wird, warum man auch mit Tencent zusammenarbeitet. Es geht vornehmlich um die im Originalartikel erklärte Situation, dass man Daten für das Warnsystem für potenziell gefährliche Webseiten nutzt. Diese gehen sowohl an Google als auch an das chinesische Unternehmen Tencent (mehr dazu lest ihr im Original-Artikel weiter unten).

 

Allerdings schlüsselt man es etwas genauer auf. Geräte die während der Installation als Heimatland mit China angegeben werden, greifen auf die Listen von Tencent für die Erkennung von gefährlichen Webseiten zurück. Alle anderen Geräte nutzen die Listen des Google Systems. Das von Apple als “Safari Fraudulent Website Warning” bezeichnete Feature setzt also auf beide Liste, allerdings nicht gleichzeitig. Es kommt wohl auf den verwendeten Region-Code an. Das Statement des iPhone-Herstellers findet ihr im Original-Wortlaut nun im Folgenden.

“Apple protects user privacy and safeguards your data with Safari Fraudulent Website Warning, a security feature that flags websites known to be malicious in nature. When the feature is enabled, Safari checks the website URL against lists of known websites and displays a warning if the URL the user is visiting is suspected of fraudulent conduct like phishing. To accomplish this task, Safari receives a list of websites known to be malicious from Google, and for devices with their region code set to mainland China, it receives a list from Tencent. The actual URL of a website you visit is never shared with a safe browsing provider and the feature can be turned off.”

Original-Artikel vom 14.10.2019

Anti-Phishing-System von Apple arbeitet nach Google nun auch mit Tencent

Dass Apple und Google im Zuge ihrer Phishing-Sicherheiten zusammenarbeiten, ist seit Jahren bekannt. Safari unterstützt ein Feature, dass euch für potenziell gefährlichen Webseiten warnt und in diesem Zuge tauschen sich Apple und Google aus. Google Safe Browsing nennt sich dieses Verfahren, das schädliche Webseiten nicht zur Nutzerin oder zum Nutzer durchlassen soll. Dafür werden Daten während des Webbrowsens gesammelt und dem Google Safe Browsing Service überstellt. Ein ähnliches System nutzt auch das Tech- und Gaming-Unternehmen Tencent.

 

Apple stellte zur WWDC 2017 das Feature in Zusammenarbeit auch mit Tencent vor. Allerdings nur für den chinesischen Raum, da hier weltweit aufgrund der chinesischen Regierung andere Bedingungen herrschen. Nun wird in den Bedienungen unter iOS, relativ versteckt, in den AGBs aber auch Tencent genannt, wie Engadget berichtet. So sendet der Apple Safari Browser unter iOS nun auch Daten von westlichen Nutzerinnen und Nutzern an das Unternehmen, um das Tracking-Feature für potenziell gefährliche Webseiten weiter auszubauen. Laut Engadget könnte dieses schon seit iOS 12.2 im System verbaut sein.

 

Warum auch das chinesische Unternehmen Tencent Daten erhalten muss, ist bisher unklar. Auch der Weg, wie diese Daten die Firma erreichen, ist nicht bekannt. Kritisch gesehen wird allerdings die enorme Nähe von Tencent zur chinesischen Regierung, wie aus dem Bericht von Engadget hervorgeht. Sollte das System ähnlich ausfallen wie das Google Safe Browsing Verfahren, dann könnte die chinesische Regierung auf Druck personenbezogene Daten abfragen und Menschen gar gezielt identifizieren.


Hong Kong Protest App wahrscheinlich auf Druck entfernt

Zudem hat der Fund nun einen gewissen Beigeschmack in Form der letzten Aktivitäten einiger Unternehmen in China. Apple entfernte eine iOS App aus dem App Store, die für Proteste in Hong Kong genutzt wurde. Wahrscheinlich gab es hier Druck von Seiten der chinesischen Regierung, sonst erklärt sich das Handeln von Apple an dieser Stelle eher schwer.

 

Mittlerweile sind auch Computerspiele und eSport-Events im Fokus der chinesischen Regierung geraten. Ein Profispieler im Blizzard-Spiel Hearthstone wurde sein Preisgeld eingefroren und vom Spiel ausgeschlossen, nachdem er sich positiv zu den aktuellen Protesten in Hong Kong in einem Interview aussprach. Tencent hält vier Prozent der Blizzard-Aktien und für Blizzard selbst ist China ein enorm wichtiger Markt. Letzteres gilt natürlich auch für Apple selbst.

 

 

Quelle: Engadget (Englisch)

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