Fr. 24. April 2020 um 15:19

Apple Mail in iOS: Hacker lesen E-Mails mit – So könnt ihr euch schützen

von Marcel Laser0 Kommentare

Anscheinend ist in der Mail-App von iOS 13 eine schwerwiegende Sicherheitslücke zu finden, die es Cyberkriminellen erlaubt, auf eure Mails zuzugreifen. Gefunden hat die Lücke ein Team aus Sicherheitsforscherinnen und -forschern aus den USA. Apple bestritt, dass die Lücke so schwerwiegend und bereits ausgenutzt worden sei. Die Gruppe des Forscherteams sieht das anders. Wenn ihr allerdings auf Nummer sicher gehen wollt, geben wir euch Tipps an die Hand, wie ihr euch erst einmal vor dem Problem schützen könnt.

iOS-Mail-App: Schwere Lücke gibt Hackern Zugriff auf eure E-Mails

Doch wie genau lässt sich diese Sicherheitslücke in der E-Mail-App von iOS überhaupt ausnutzen? Das Grundprinzip dahinter ist eigentlich recht einfach zu erklären. Eine E-Mail mit gefährlichem Code wird von der iOS-Mail-App auf euer iPhone oder iPad Pro heruntergeladen. Einmal geöffnet, kann dieser Code dafür sorgen, dass die Cyberkriminellen Zugriff auf eure E-Mails haben und so alle bisher empfangenen Nachrichten lesen, verändern oder auch löschen können.

 

Extrem brisant ist hierbei aber der Umstand, dass die Betroffenen nicht einmal auf die Mail klicken müssen. Unter iOS 13 sei es völlig ausreichend, die E-Mail mit dem schädlichen Code herunterzuladen. Danach sorgt diese mit ihrem Inhalt dafür, dass der Arbeitsspeicher unter iOS 13 überlastet und so die Sicherheitslücke freigibt. Wer noch iOS 12 auf einem iPhone oder iPad installiert hat, muss zumindest die gefährlichen Nachrichten in der Apple Mail-App aktiv öffnen. In beiden Fällen bekommen die Personen aber den Angriff nicht mit. Die Lücke existiert in allen iOS-Versionen ab iOS 6 und höher. In der aktuellen iOS 13.4.5 Beta ist diese zwar bereits geschlossen, allerdings ist diese Version noch nicht offiziell für alle Nutzerinnen und Nutzer verfügbar.

 

In einer Stellungnahme zum Thema dementierte Apple gegenüber Bloomberg die Lücke zwar nicht, aber bisher sei diese wohl laut des Unternehmens noch nicht ausgenutzt worden. Das Team rund um ZecOps, die die Sicherheitslücke entdeckten, sehen das allerdings anders. Welche Aussage nun stimmt, ist erst einmal schwer nachvollziehbar. Um aber auf Nummer sicher zu gehen, könnt ihr bereits jetzt einige Vorkehrungen treffen, damit die Apple Mail-App vorerst keine Gefahr mehr darstellt.


Apple Mail in iOS - Sicherheitslücke
So sieht zumindest ein fehlgeschlagener Angriff auf ein iOS-Gerät mit Apple Mail aus. (Bild: ZecOps)

Sicherheitslücke in Apple Mail: So schützt ihr euch vor Angriffen

Nun habt ihr hier mehrere Möglichkeiten, wie ihr euch vor gefährlichen E-Mails in der Apple Mail-App schützen könnt und wir wollen an dieser Stelle einmal ein paar dieser Massnahmen aufzählen. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, sollte vor allem erst einmal eines machen: Die Synchronisation von Apple Mail in den Einstellungen deaktivieren!

Apple Mail Synchronisation deaktivieren

  • Öffnet die Einstellungen unter iOS 13 oder iOS 12
  • Sucht nach “Passwörter & Accounts”
  • Öffnet den Eintrag “Datenabgleich”
  • Deaktiviert Push-Nachrichten für das E-Mail-Konto
  • Stellt das Abrufen der Nachrichten auf “Manuell”

Apple Mail über iCloud.com nutzen

Natürlich lassen sich so erst einmal keine E-Mails mehr auf iOS-Geräten empfangen, was ärgerlich ist, wenn ihr auf das Programm eigentlich angewiesen seid. Ihr könnt allerdings andere Wege gehen, um diesen Umstand zu beheben. Wer möchte, kann das Apple Mail-Programm auch online über iCloud.com nutzen. Diese Vorgehensweise hat aber auch einen Haken!

 

Ihr könnt Apple Mail über die iCloud-Webseite nur mit einem iPad nutzen. Ruft ihr die Seite über ein iPhone auf, wird euch die E-Mail-Funktion erst gar nicht angezeigt. Aber auch hier gibt es Abhilfe.

 

Apple Mail App iPad Pro
Die Apple Mail App (Mitte) hat laut ZecOps ein schwerwiegendes Sicherheitsproblem. (Bild: PocketPC / Laser)

Die besten Alternativen E-Mail-Programme für iOS und iPadOS

Solltet ihr auf die Komfortfunktionen einer nativen Anwendung unter iOS nicht verzichten wollen, geht natürlich nur noch der Weg über alternative E-Mail-Programme zu Apple Mail. Denn auch hier lässt sich die Sicherheitslücke nicht nutzen, da diese nur im Zusammenhang mit Apples eigener Mail-App auftreten. Also müsste man nun abwarten, bis Apple eine neues iOS 13 Update herausbringt, wo die Lücke geschlossen worden ist.

 

Hier haben wir für euch eine Sammlung zusammengestellt, die mitunter Mail-Programme auflistet, die zu den besten Alternativen im App Store gehören. Eventuell überzeugen euch die Mail-Apps sogar so sehr, dass ihr gar eine Rückkehr zu Apple Mail ausschliesst? Wer weiss! Immerhin könnt ihr diese nun als sichere Alternative ausprobieren.

Microsoft Outlook

In erster Linie darf in einer solchen Aufzählung die Mail-App von Microsoft nicht fehlen. Sie ist kostenlos, kann ins System und den Kalender integriert werden und bietet vielerlei Komfortfunktionen für Sortierung, Ansichten und das Anlagen mehrerer E-Mail-Konten. Unterstützt werden hier Microsoft Exchange, Microsoft 365, Outlook.com (einschließlich Hotmail und MSN), Gmail, Yahoo Mail und iCloud.

‎Microsoft Outlook
Preis: Kostenlos+

Google Gmail

Mit Gmail hat sich über die letzten Jahre ebenfalls ein starker Kandidat herauskristallisiert. Auch hier bietet die App euch die Möglichkeit zum Anlegen mehrerer Accounts. Allerdings ist die Bedienung der App erst einmal etwas gewöhnungsbedürftig, kann aber vor allem auf dem iPad mit einer tollen Übersicht und vielen interessanten Funktionen punkten. Problem: iCloud wird nicht nativ als Konto unterstützt. Ihr müsstet eure Mails in den iCloud-Einstellungen direkt an euer Google-Konto weiterleiten lassen… Das ist natürlich mit Aufwand verbunden.

Spark

Der Mail-Client Spark hat sich ebenfalls nun in mehr oder weniger kurzer Zeit zu einer beliebten Alternative in den App Stores von Apple gemausert. Spark kann ebenfalls mehrere Accounts, darunter auch ohne Probleme iCloud, verwalten und bringt sogar eine App für die Apple Watch mit! Zudem gibt es einige Komfortfunktionen, die auch das gemeinsame Arbeiten an Projekten ermöglicht oder auch um die Ansichten entsprechend anzupassen. Vor allem letztere ist interessant, da diese wie ein Messenger konzipiert wurde.

Edison Mail

Wer sich optisch nicht all zu sehr von Apple Mail trennen kann, wird eventuell bei Edison Mail fündig! Die App sieht der Apple-Lösung sehr ähnlich, bietet aber einige Komfortfunktionen mehr. Vor allem bei der Sicherheit will Edison Mail überzeugen und integriert Schutzfunktionen durch Touch ID oder Face ID. Zudem sollen viele Assistenz-Funktionen bei der Verwaltung der E-Mails helfen und so auch effektiv vor Spam oder anderen unerwünschten Nachrichten schützen.

‎Email - Edison Mail
Preis: Kostenlos+

 

 

Quelle: Bloomberg und ZecOps

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