Mo. 03. April 2017 um 15:34

Apple will eigene GPUs für A-Series Prozessoren bauen, Imagination Technologies ist nicht erfreut

von Marcel Laser0 Kommentare

Seitdem Apple die A-Serie seiner Prozessoren selbst entwickelt, sind diese nicht mehr auf Chips anderer Hersteller angewiesen, zumindest was die CPU betrifft. Denn diese wird zwar bei Samsung, TSMC und anderen Fertigern zusammengesetzt, der Bauplan und die Architektur des Prozessor wurde allerdings von Apple auf der ARM-Lizenz hin aufbauen selbst entwickelt. Die GPUs hingegen kamen bisher immer von Imagination Technologies und waren noch ein Bauteil, welches Apple extern einkaufte. Das soll sich in Zukunft aber ändern und die beliebten PowerVR Chips, welche für die extreme Leistung beim Gaming in den Apple Prozessoren verantwortlich sind, werden bald nicht mehr verbaut.

GPUs aus eigener Hand: Apple will mehr Kontrolle über seine eigenen Geräte

Imagination Technologies hat sich bereits vor gut einer Stunde zur Meldung über den Verlust seines grössten Kunden geäussert. Apple wolle in Zukunft einfach mehr Kontrolle über die Hardware seiner Produkte haben und wird Imagination Technologies in frühestens 15 bis spätestens 24 Monaten komplett aus den eigenen Apple Geräten “verbannt” haben. Es sollen also bis dahin keine GPUs der Firma mehr in den Apple A SoCs zum Einsatz kommen.

 

Dass Imagination Technologies davon nicht all zu begeistert ist, ist verständlich, schliesslich macht Apple als Kunde mehr als 50 Prozent der Einnahmen des Konzerns aus. Allerdings bezweifelt der Konzern, dass Apple das nötige Fachwissen und Patente bzw. Lizenzen besitzt, um eine überhaupt ebenbürtige GPU zu fertigen. Die bissige Anmerkung auf die Patente und Lizenzen könnte in Zukunft auf diverse Patentstreitigkeiten hindeuten, die dort auf Apple zukommen würden, sofern man diese dann verletzt.

 

Spätestens in 2018 hätten wir dann wohl das erste iPhone, welches nicht nur eine eigene CPU sondern dann auch eine eigene GPU verwenden würde. Bleibt am Ende nur die Frage ob Apple tatsächlich mit einer völlig eigenen Architektur der GPU aufwarten, so wie sie es bei ihrer CPU auch handhaben, kann oder sich entsprechende Patente einkauft.

 

Ebenfalls fraglich bleibt die Leistung der dann verwendeten GPU. Apples iPhone und iPad Modelle sind als Leistungsmonster, vor allem im Bereich Mobile Gaming bekannt und setzen sich seit Jahren die Krone auf. Ein Verdienst, den Apple allerdings Imagination Technologies und seinen PowerVR Chips zu verdanken hat, auch wenn die CPU ebenfalls zu enormen Leistungen fähig ist. Apple kann es sich aber auch nicht leisten in diesem Bereich stark nachzulassen. Sollten die GPUs allerdings so vielversprechend ausfallen wie die von Apple selbst entwickelten CPUs, könnte man sich auf einiges gefasst machen. Vorausgesetzt Apple eckt mit Patenten nirgendwo an.


Apple A10 Fusion
Der Apple A10 im iPhone ist noch mit einer GPU von Imagination Technologies ausgestattet. Die CPU hingegen wurde von Apple selbst entwickelt.

Imagination Technologies verliert rund 70 Prozent an Marktwert

Eine ganz bittere Pille schluck im Anschluss aber immer noch Imagination Technologies. Nach der heutigen Bekanntgabe, dass Apple beim Mobile GPU Spezialisten aussteigen will, brach der Marktwert des Unternehmens völlig zusammen. Dieser betrug vor der Ankündigung noch über 950 Millionen US-Dollar und kurz nach der heutigen “Misere” sank dieser auf nur noch knapp über 312 Millionen US-Dollar.

 

Kurios: Letztes Jahr war Apple noch kurz davor Imagination Technologies selbst zu kaufen, machte Allerdings kurz vor der Entscheidung zum Kauf noch einen Rückzieher. Wahrscheinlich haben die neuen Ambitionen Apples mit dem zurückgezogenen Kaufgeschäft deutlich mehr zu tun, als man bisher dachte. Man darf gespannt darauf sein, was uns 2018 im iPhone und iPad noch erwartet.

 

 

Quelle: Imagination Technologies (Englisch)

vg-wort
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