Do. 21. Dezember 2017 um 14:54

Apple bestätigt die Drosselung der iPhones nun offiziell

von Marcel Laser0 Kommentare

Wir berichteten nun in zwei Artikeln darüber, dass Apple anscheinend iPhones drosselt, sobald es die Batterien in den Geräten durch Alterung nicht mehr schaffen die benötigte Leistung bereitzustellen. Erst gab es einen Thread auf Reddit, danach schaltete sich der Geekbench-Chef mit belastenden Ergebnissen seiner Benchmark-Software ein. Nun ist Apple wohl durch die zunehmende Thematik zu einem Statement gezwungen worden.

Apples nicht vorhandene Kommunikation sorgt für schlechte Stimmung bei den Fans

Apple hat in einem Statement nun tatsächlich klargestellt, dass es eine Drosselung der Geräte gibt. Sie dient allerdings nicht dazu ohne jeglichen Grund Geräte langsamer zu machen, sondern um einen ärgerlichen Fehler zu beheben. Die Wut der Fans im Reddit Forum richtet sich auch nicht gegen das “Langsamer-werden” der Geräte an sich sobald die Batterie es nicht mehr schafft, sondern richtet sich eher gegen die in diesem Fall nicht vorhandene Kommunikationspolitik von Apple. Aber wir rollen den Teppich noch einmal von hinten auf, damit man zumindest teilweise versteht, was sich hinter den Anschuldigungen verbirgt.

 

Es gab in der Vergangenheit Probleme mit iPhone 6s Geräten, die sich bei circa 40 Prozent ihrer Restladung einfach abschalteten. Apple reagierte damals mit einem Softwareupdate (iOS 10.2.1) und der Fehler schien auf recht wundersame Weise verschwunden zu sein. Bis dato merkte aber auch niemand, dass Apple in bestimmten Situationen die Prozessorleistung drosselte, denn die älter werdenden Akkus waren in bestimmten Fällen nicht mehr in der Lage die benötigte Leistung für die CPU bereitzustellen. Das führte zu den sich abschaltenden iPhones, was vor allem die iPhone 6s Geräte zu betreffen schien, vereinzelt aber auch iPhone 6 und jüngst auch das iPhone 7. Man kann also davon ausgehen, dass Prozessoren wie der Apple A9 (und stärker) ab einem gewissen Punkt zu viel von ihren Energielieferanten im Inneren des Smartphones verlangen, sofern diese nicht mehr richtig funktionieren.

 

Das Problem an dieser Stelle war allerdings der Fakt, dass Apple das “Feature” vor den Konsumenten verbarg. Seitdem Apple seine eigenen Prozessoren baut, ist man leistungstechnisch mittlerweile der Android-Konkurrenz in Form von Exynos, Kirin oder Snapdragon deutlich enteilt. Ein Eingeständnis die Leistung zu drosseln, wenn die Batterien schlapp machen, war anscheinend keine Option für das Techunternehmen aus Cupertino. Auf der einen Seite wollte man natürlich nicht, dass die eigenen Fans nach 40 Prozent Restladung ihr iPhone nicht mehr nutzen konnten und auf der anderen Seite sollte wohl die Drosslung nicht an die grosse Glocke gehangen werden.


Alternde Batterien keine Seltenheit. Oft nach einem Jahr schon viel Kapazität verloren

Das Phänomen der Leistungsabnahme von Batterien ist allerdings kein Apple-exklusives Manko. Alle Smartphones kämpfen mit alternden Batterien, die in den meisten Fällen bereits nach einem Jahr einen Teil ihrer Kapazität einbüssen können. Vielen fällt der Umstand dann oft gar nicht auf, weil es sich meistens um einen schleichenden Prozess handelt. Android-Smartphones laufen dann allerdings weiterhin (zumindest soweit bekannt) mit voller Leistung. Die Folge sind indes einfach nur kürzere Akkulaufzeiten und kein sofortiges Abschalten des Gerätes, wenn ein gewisser Leistungswert unterschritten wird.

 

Es kommt am Ende aber immer noch darauf an, wie gut die Qualität der Batterie ist, die in dem Smartphone verbaut wurde. So gibt es selbst bei gleichen Modellen starke Schwankungen und dann kommt es auch immer noch auf das Nutzungs- und Ladeverhalten der Personen an. Wir haben nun aus Interesse ein iPhone 6, iPhone 6s Plus und ein iPhone 7 durch mehrere Benchmarks getrieben und konnten keinerlei Leistungsverlust feststellen, wahrscheinlich weil die Batterien in den Geräten noch nicht so stark in Mitleidenschaft gezogen worden sind und daher alles auch wie gewohnt funktioniert.

 

Dennoch ist es ärgerlich, dass Apple keinerlei Kommunikation über das verbaute Feature gezeigt hat. Ob es tatsächlich aus Angst geschah zugeben zu müssen, dass der Prozessor ab einer gewissen Batterieleistung nun doch drosseln muss, damit das Smartphone eingeschaltet bleibt, ist nicht bekannt. Zudem ist die Zahl der betroffenen Geräte wohl auch nicht sehr hoch im Vergleich der im Markt befindlichen Modelle. Auch die Benchmarks von Geekbench Chef John Poole zeigen, dass die Mehrheit der Geräte auch nach zwei Jahren noch ihre volle Leistung abrufen können. Einen Grund zur Panik gibt es also nicht und an sich ist es auch der Beweis, dass Apple die Geräte auch nach Jahren nicht in ihrer Leistung reduziert, zumindest wenn alles normal läuft, denn es betrifft nur iPhones die einen Hardwaredefekt aufweisen, wie eben eine nicht mehr korrekt arbeitende Batterie.

 

Dafür ist es aber ein Beweis für eine extrem schlechte Kommunikation, was vor allem für viel Frust bei den betroffenen Menschen, grade im Reddit-Forum, sorgt. Zumal viele Gegner derzeit sehr gerne auf den Zug der “absichtlichen Verlangsamung” aufspringen und die Schlagzeilen lieferten einiges an Nahrung, um den Schaden an dieser Stelle perfekt zu machen. Zumal das Problem auch erst seit iOS 10.2.1 existiert, eben seit dem Zeitpunkt, ab dem Apple die Funktion in seine Software einbaute.

 

Sollte man von dem Problem betroffen sein und das iPhone befindet sich noch innerhalb der Garantie, tauscht Apple den Akku kostenfrei, vorausgesetzt ihr versendet das iPhone (Versandgebühren) oder bringt es in einen Apple Store. Sollte sich das Gerät nicht mehr in der Garantie befinden, dann wird zwar immer noch ein Service für den Batterietausch angeboten, allerdings wird dann eine Servicegebühr von rund 90 Euro bzw. 80 Schweizer Franken fällig.

 

 

Quelle: CNET

vg-wort
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