Mo. 18. September 2017 um 20:51

Apple A11 Bionic auch auf AnTuTu aufgetaucht – Angeblich seit drei Jahren in Entwicklung

von Marcel Laser0 Kommentare

Der Apple A10 Fusion gilt bis heute in Fachkreisen als der schnellste ARM-SoC, welcher bisher in einem mobilen Device verbaut wurde. Auf die Spitze treibt es vor allem der Apple A10X im iPad Pro des Unternehmens, aber seit kurzem gibt es einen SoC aus eigenem Hause, der fast doppelt so schnell zu sein scheint. Auf AnTuTu wurden nun weitere Ergebnisse veröffentlicht.

Apple A11 Bionic erreicht über 220’000 Punkte im AnTuTu

Das ist schon enorm was Apple aus seinen eigenen Prozessoren kitzelt und der Apple A11 soll wohl keine Ausnahme bilden. Der Benchmark wurde auch nicht einfach nur veröffentlicht, sondern wurde er durch die Verantwortlichen von AnTuTu verifiziert und erst dann freigegeben. Die Werte sind enorm, die hier zu sehen sind und pulverisieren so ziemlich alles bisher dagewesene in einem Smartphone.

 

So erreicht das iPhone X, welches hier als Modell gelistet ist, mehr als 220’000 Punkte. Apple verwendet im A11 Bionic sechs CPU Kerne, wovon zwei für die Leistung verantwortlich sind und die restlichen vier für Hintergrundaufgaben. Eine recht seltsame Aufteilung, wenn man bedenkt, dass der Chip fast doppelt so schnell sein soll wie sein Vorgänger. Das gilt natürlich auch für das iPhone 8, welches den neuen SoC ebenfalls nutzt.

 

Dafür hat Apple aber seinen Performance-Controller deutlich überarbeitet, welcher nun in der zweiten Generation vorliegt. Dieser soll es ermöglichen, die sechs Kerne des Apple A11 Bionic separat anzusteuern. Das heisst, die Kerne können völlig autark voneiander genutzt und jeweils mit völlig anderen Aufgaben belastet werden. Was Apple sich aber genau darunter vorstellt, wurde in der Präsentation noch nicht ganz klar, nur das diese Technik, so wie sie im iPhone 8 und iPhone X implementiert wurde, erstmalig zum Einsatz kommen soll.


Im AnTuTu Benchmark scheint das iPhone X mit Apple A11 Prozessor neue Massstäbe zu setzen.

Apple entwickelte den A11 Bionic über drei Jahre lang

In einem Interview mit Mashable kam nun ein ganz besonderes Detail ans Licht, welches Phil Schiller, der Chef der Apple Hardwaresparte, veranschaulichte. Der Apple A11 Bionic baut auf eine völlig neue Architektur auf, welche bereits seit über drei Jahren in Entwicklung war. Man begann die Arbeiten am Apple A11 bereits mit dem Release des Apple A8 Prozessors, welcher im iPhone 6 ausgeliefert wurde. Erfahrungen aus der Entwicklung des Apple A11 flossen so aller Wahrscheinlichkeit nach immer mal wieder in die darauf folgenden Chips ein, was die extremen Performance-Sprünge unter den SoCs von Apple erklären würde.

 

Der Apple A11 Bionic hingegen wurde bis heute vollständig geheim gehalten und quasi im stillen Kämmerlein im Apple-Labor zusammengebastelt. Die Folge dessen ist keine Erweiterung der Cyclone Architektur, wie sie vom Apple A8 bis zum Apple A10 zum Einsatz kommt, sondern eine völlig neue Entwicklung, welche unter dem Codenamen Mistral entstand. Dennoch gab Phil Schiller in einem Interview zu Protokoll, dass man sich natürlich einiger Erfahrungen aus den vorherigen Prozessoren bediente, die in die Entwicklung schlussendlich einflossen. So hat man bestehendes verbessert und völlig neue Technologien, wie zum Beispiel den Performance-Controller der zweiten Generation, hinzugefügt. Dazu zählt auch die neue Neural Engine, die mehr als 600 Milliarden Operationen pro Sekunde errechnen können soll.

 

Interessant ist hier auch die Aussage von Johny Srouji, ebenfalls Chefentwickler bei Apple, der verriet, dass man sich bereits vor genau drei Jahren über einen Extra-Chip im Apple A11 Gedanken machte, der sich nur mit der künstlichen Intelligenz beschäftigt, eben genau jene Neural Engine. Es wäre also keine Entscheidung gewesen, überstürzt etwas neues auf den Markt zu bringen, sondern habe man auf das iPhone X hingearbeitet. Man wollte einen Prozessor entwickeln, der auf das neue Display und die Fähigkeiten des neuen iPhones perfekt abgestimmt ist. 

 

 

Quelle: Mashable

vg-wort
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