Mi. 03. März 2021 um 10:20

LastPass für Android: Passwort-Manager meldet sich zu Tracking-Vorwürfen zu Wort

von Marcel Laser 2 Kommentare

Es gibt Apps auf dem Markt, die sollen eigentlich dabei helfen, die Sicherheit unserer Geräte und wenn es geht, auch unserer Privatsphäre zu erhöhen. Ein deutsches Sicherheitsunternehmen hat nun herausgefunden, dass die Android-App von LastPass sich gerne einige Daten seiner Nutzerinnen und Nutzer zu Eigen macht und das durch eingebaute Tracker-Funktionen, die auf den ersten Blick gar nicht so ersichtlich sind. Nun hat sich LastPass zu den Vorwürfen zu Wort gemeldet und gibt in seinem Statement an, lediglich Daten zur Verbesserung der App auszuwerten.

LastPass für Android: App integriert bis zu sieben Tracker

Passwort-Manager helfen uns, die enorme Flut an Sicherheits-Kennwörtern für unzählige Konten in den Griff zu bekommen. LastPass eine der beliebtesten Passwort-Manager-Apps im Google Play Store und auch eine gute Ergänzung zu den grösseren Versionen für den Desktop. Allerdings hat jetzt das deutsche Sicherheitsunternehmen Exodus herausgefunden, dass die App sieben Tracker beherbergt, die Teils sehr sensible Daten abgreifen.

Unter anderem speichern diese die Nutzer-ID, das Handy-Modell, die Google-Werbe-ID, haben Zugriff auf den Anruf-Status eures Telefons oder weitere Bereiche. Vier der Tracker sind zwar ein Teil von Google-Analytics, doch der Rest dient dazu ein eindeutiges Nutzer-Profil für Werbezwecke zu erstellen. Diese sind mit Werbe-Diensten wie AppsFlyer oder MixPanel verknüpft. Ihr könnt allerdings jederzeit in den Privatsphäre-Einstellungen der App, das Tracking zum Grossteil deaktivieren, doch ist dieses oft nicht direkt ersichtlich.


Last Pass App
LastPass ist für eine Vielzahl von Geräten verfügbar. Die Android-App hat einige Tracker zu Werbezwecken verbaut. (Screenshot: LastPass Webseite)

Ein solches Vorgehen bedeutet schlussendlich auch ein Sicherheitsrisiko für Nutzerinnen und Nutzer, da die Daten abgegriffen, eindeutige Profile erstellen oder auch in falsche Hände geraten können. Die Nutzung der App ist grundsätzlich kostenlos, doch das dürfte im Endeffekt auch wieder ein tolles Beispiel dafür sein, dass eigentlich nichts im Internet wirklich kostenlos ist. Im Zweifel zahlt der User nämlich mit seinen privaten Daten.

LastPass nimmt Stellung zu den Vorwürfen (Update vom 03. März)

In einem Statement zum Thema hat der Anbieter nun Stellung bezogen und gibt an, dass die verwendeten Tracker branchenüblich sind und lediglich der Verbesserung des Programms dienen. LastPass selbst verkauft die Inhalte der Daten nicht weiter, so das Unternehmen im Folgenden:

“Diese Tracker sind branchenübliche mobile Analysetools und werden für einen begrenzten Zweck verwendet – um aggregierte statistische Daten darüber zu sammeln, wie LastPass verwendet wird, um das Produkt zu verbessern und zu optimieren und die bestmögliche Benutzererfahrung zu erzielen. Wir überprüfen kontinuierlich unsere bestehenden Prozesse, um sicherzustellen, dass wir die Privatsphäre und Sicherheit unserer Kunden priorisieren. Schliesslich ist es sehr wichtig zu beachten, dass LastPass keine Benutzer-, Tracking-, Analyse- oder Telemetriedaten teilt oder verkauft.”

 

 

Quellen: Exodus, LastPass

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2 Antworten zu “LastPass für Android: Passwort-Manager meldet sich zu Tracking-Vorwürfen zu Wort”

  1. d3man0 sagt:

    Was sind denn die besten Alternativen zu LastPass?
    Ich bin mit KeePass richtig zufrieden. Auch wenn es wohl in der Benutzerfreundlichkeit etwas weniger gut als LastPass sein dürfte.

  2. Bunsenbrenner sagt:

    Ich nutze mittlerweile die in Systemen verbauten Manager. Microsoft ist den Nutzern da aktuell ein gutes Stück entgegen gekommen und auch Apple hat einen guten Passwort-Manager. Ich glaube überall sind die Daten nie wirklich sicher, aber solange sie im Ökosystem liegen, dass ich selbst nutze, ist es für mich ok.

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