Fr. 26. Juli 2019 um 7:06

Können Android Smartphones auch nach dem Rooten noch sicher sein?

von Karl Maier0 Kommentare

Einer der Hauptgründe dafür, dass Menschen mit Android Smartphones daran zweifeln, ob sie ihr Gerät rooten sollen, ist, dass sie befürchten, dass ihr Smartphone dadurch unsicher werden könnte. Dies ist zwar gar nicht so wahrscheinlich, wie viele denken, aber es gibt dennoch ein paar Dinge, die man wissen sollte, wenn man sein Smartphone rooten möchte. Eins sei schon mal gleich zu Beginn gesagt: gerootete Geräte, können sogar noch sicherer sein, als die, die im ursprünglichen Zustand belassen wurden. In diesem Artikel wollen wir ein paar Risiken aufzeigen und Sicherheitstipps geben, die ihr beachten solltet, wenn ihr euer Handy rooten wollt.


Smartphone Screen Malware

Diese Risiken können durch das Rooten von Android Geräten entstehen

Was bedeutet eigentlich rooten? Ein Smartphone zu rooten bedeutet, dass man den vollen Zugang zu allen Einstellungen erhält, auch zu solchen, die man als Nutzer und Nutzerin eigentlich nicht verändern kann. Die Hauptrisiken für gerootete Smartphones sind die Bedrohungen durch Malware oder die falsche Handhabung. Ist Malware auf eurem Telefon gelandet, kann sie eure persönlichen Daten stehlen oder sogar zu Geldverlusten führen. Macht ihr selbst Fehler im Umgang mit eurem gerooteten Smartphone, indem ihr zum Beispiel wichtige Systemdateien löscht, kann dies dazu führen, dass euer Gerät gar nicht mehr funktioniert oder sich immer wieder aufhängt. Deshalb solltet ihr wissen, wie ihr solche Risiken weitestgehend ausschalten könnt.

Sicherheitsmassnahmen für gerootete Android-Smartphones

Feststeht, dass gerootete Geräte angreifbarer sind, als solche, die im Normalzustand belassen wurden. Dieses Problem lässt sich allerdings durch die Nutzung einiger Sicherheits-Apps speziell für gerootete Geräte und durch ein paar persönliche Gewohnheiten ganz schnell beheben. Die folgenden Sicherheitstipps beziehen sich auf gerootete Smartphones und Tablets mit Googles Android Betriebssystem.

1. Geht vorsichtig mit den Zugangsrechten um

Erteilt man Administratorenrechte können diese von guten Apps genutzt werden, um verbesserte Funktionen freizuschalten. Allerdings können sie auch von Apps, die Malware enthalten, genutzt werden, um Datendiebstahl oder sonstige kriminelle Machenschaften damit zu betreiben. Super User Zugangs- Verwaltungstools wirken wie eine Art Torhüter. SuperSU ist eine der stärksten Verwaltungs-Softwares. Denn immer wenn eine App auf die Einstellungen des Betriebssystems eures Smartphones zugreifen will, bekommt ihr von SuperSU eine Benachrichtigung. So könnt ihr entscheiden, ob ihr der App den Zugriff erlauben wollt oder nicht.

SuperSU
Preis: Kostenlos

2. Nutzt eine Firewall für gerootete Smartphones

Einfach ausgedrückt ist eine Firewall eine Barriere zwischen einem Programm oder Betriebssystem und dem Netzwerk ausserhalb. Es gibt sehr gute Tools, anhand derer ihr einfache Regeln aufstellen könnt, abhängig davon, ob ihr mit LAN verbunden seid, mit einem WLAN-Netzwerk, 3G oder Roaming. Und diese Regeln beziehen sich auf entsprechende Anwendungen und sind nicht universal gültig. Das heisst, wenn ihr eine App installiert, der ihr nicht hundertprozentig vertraut, könnt ihr einfach den Netzwerk-Zugriff dafür blocken.

3. Nach dem Rooten ist ein Backup angesagt

Durch das Rooten wird es euch ermöglicht, unerwünschte oder ungenutzte Dateien zu löschen, um euer Smartphone schneller zu machen. Allerdings besteht dabei auch die Gefahr, dass ihr wichtige Systemeinstellungen löscht, was dazu führen kann, dass euer Gerät nicht mehr richtig läuft. Meistens können derartige Probleme wieder behoben werden, aber meist werden dabei Daten gelöscht. Um einen Datenverlust zu verhindern, gibt es für gerootete Smartphones Apps, mit denen man ein Backup von Anwendungen, Systemdaten und so weiter, erstellen kann und in einem externen Speicher oder einer Cloud speichern kann. So könnt ihr eure Daten jederzeit wiederherstellen.

4. Gewöhnt euch einen sicheren Umgang mit dem Smartphone an

Sicherheit ist im Allgemeinen keine App, sondern eine Verhaltensweise. Wenn ihr auf einen sicheren Umgang mit dem Smartphone achtet, können die meisten Sicherheitsrisiken vermieden werden, egal, ob auf gerooteten oder nicht-gerooteten Geräten. Vor allem bei der Installation von Apps solltet ihr Vorsicht walten lassen:

  • Installiert so weit möglich nur Apps aus dem Google Play Store oder von Amazon direkt.
  • Überprüft die Berechtigungen, die eine App erfordert vor der Installation und auch währenddessen genau.
  • Löscht keine Dateien oder Apps, von denen ihr nicht genau wisst, welchen Zweck sie haben.
  • Klickt niemals Links aus unbekannten Quellen an.

5. Nutzt ein VPN

Eine einfache Möglichkeit, um euer Smartphone trotz root zu sichern, ist die Nutzung eines VPN. Hierüber werden alle Daten verschlüsselt übertragen und sind somit vor Fremdzugriffen geschützt. Zusätzlich werden die verschlüsselten Daten durch eine Art Tunnel übertragen, so dass sie gleich doppelt gesichert sind. Ein VPN für Schweiz ist ebenfalls erhältlich.

 

Abschliessend kann man also sagen, dass ein gerootetes Smartphone mit den richtigen Tools genauso sicher sein kann wie eins im ursprünglichen Zustand. Am wichtigsten ist allerdings, dass ihr euch stets sicherheitsbewusst verhaltet und es mit dem rooten nicht übertreibt.

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