Fr. 06. September 2019 um 19:31

IFA 2019: Huawei Kirin 990 offiziell als Mate 30 Pro Prozessor vorgestellt

von Marcel Laser0 Kommentare

Darauf hat man eigentlich gewartet, denn es fühlt sich wie der erste Vorgeschmack zum Huawei Mate 30 Pro an. Der chinesische Hersteller hat auf der IFA 2019 in Berlin (wie die letzten Jahre zuvor auch) seinen neuen HiSilicon Prozessor vorgestellt. Der Kirin 990 wird die neue Mate-Serie befeuern und auch das im kommenden Frühjahr erwartete Huawei P40 Pro befeuern. Zudem rüstet Huawei auch im Bereich Funkstandards auf und die Leistung wurde erhöht.

Huawei Kirin 990: Vieles bekannt aus Vorgänger und nur wenig neu?

Der neue Prozessor wird in den kommenden Huawei-Smartphones seinen Platz finden. Unter anderem sind das die Huawei Mate 30 Modelle und sogar das Huawei P40 Pro, das im Frühjahr 2020 kommen soll. Doch ist der neue Prozessor wirklich leistungsstärker? Einige Dinge haben sich jedenfalls nicht bzw. nur kaum verändert. Der Fokus liegt klar auf dem neuen Funkstandard 5G und die künstliche Intelligenz im Chip. Der neue Huawei Kirin 990 hinterlässt daher ein zwiespältiges Gefühl.

 

Gehen wir erst auf die neuen Leistungsdaten ein. Laut Datenblatt bietet der Huawei Kirin 990 SoC 8 CPU Kerne mit einer überwiegenden Taktrate von 2.89 GHz. Im Kirin 980 gab es noch eine Taktrate von 2.6 GHz. An den Cortex A76 Kernen ändert sich daher nichts. Es wird nur die Taktrate erhöht. Auch die Mali-G76 GPU bleibt identisch zum Vorgänger. Lediglich die Anzahl der Rechenwerke haben sich erhöht. So bietet die Mali-G76 16 Rechenkerne, statt der 8 kleinen GPUs im Vorgänger. Das steigert zwar die Rechenleistung, allerdings nicht derart eklatant, wie Huawei noch beim Kirin 980 bewarb. In der jetzigen Pressemitteilung geht Huawei auf den Leistungssprung seines neuen Prozessors gar nicht mehr ein.

 

Neu hingegen ist die native Unterstützung für 5G-Funk. Dieses ist direkt im SoC implementiert und soll sogar noch stromsparender arbeiten als 4G. Zudem bewirbt Huawei eine verbesserte Leistung der künstlichen Intelligenz im Bereich von Fotos. Hier soll dank eines neuen ISP (Image Signal Processor) eine bessere Verarbeitung möglich werden. Ein neues Framework soll zudem dafür sorgen, dass Entwickler zukünftig effizienter auf die KI-Fähigkeiten des Chips zugreifen können.


Huawei Kirin 990
Der neue Huawei Kirin 990 wird auch im Mate 30 Pro zum Einsatz kommen. (Bild: Huawei)

Beim 5G-Modem muss allerdings zwischen zwei Versionen unterschieden werden. Der Huawei Kirin 990 kommt nämlich in zwei Versionen: Einmal eben mit besagtem 5G-Chipsatz und einmal als LTE-Version (4G). Wahrscheinlich werden die Smartphones je nach Modell unterschiedlich bestückt. Das müssen wir aber noch abwarten.

Huawei wirft erstmals nur wenig mit Zahlen um sich

Huawei hat beim Kirin 980 noch viel mit Zahlen um sich geworfen. Wie viel Prozent der Chip an Leistung zunimmt, wie viel man schneller gegenüber der Konkurrenz in welchen Bereichen ist. Das ist beim nun vorgestellten Huawei Kirin 990 nicht der Fall. Wahrscheinlich dafür verantwortlich sind eher die marginalen Änderungen: “Nur” eine erhöhte Taktrate, etwas mehr Rechenkerne für die GPU und ein 5G Modem wurden implementiert.

 

Der Kirin 990 ist durchaus ein Top-Prozessor, das war der Kirin 980 auch schon. Erste Tests und Benchmarks werden dann in den kommenden Wochen zeigen, wo der neue Chipsatz wirklich anzusiedeln ist. Eine Leistungssteigerung wird es durchaus geben. Das erste Smartphone wird das Huawei Mate 30 bzw. Mate 30 Pro sein. Das kündigte man immerhin schon an. Wir sind gespannt was hier noch auf uns zukommen mag.

 

 

Quelle: Huawei

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