Fr. 11. Oktober 2019 um 12:40

Google: Heimliche Gesichtsaufnahmen für 5 US-Dollar-Gutscheine

von Marcel Laser0 Kommentare

Stellt euch vor, jemand drückt euch ein brandneues Smartphone in die Hand und ihr sollt dieses nur kurz ausprobieren und eure Meinung dazu sagen. Allerdings kommt es ganz anders, denn das angebliche “Ausprobieren” führt zu einem heimlichen Gesichtsscan, um Daten für eine neue Funktion eines kommenden Pixel Smartphones zu sammeln. Immerhin gibt es einen 5 US-Dollar-Gutschein für einen Laden eurer Wahl oder für den Play Store. Nach bekanntwerden des Projektes bricht Google das Experiment umgehend ab.

Vor allem Studierende und Obdachlose mit dunkler Hautfarbe betroffen

Es dauert nicht mehr lange, denn in wenigen Tagen stellt Google sein neues Pixel 4 und Pixel 4 XL Smartphone vor. Der oben genannte Fall sollte wohl dafür herhalten, um eine Funktion zum Entsperren des Smartphones per Gesicht deutlich zu verbessern. Dafür wurde die Firma Randstad beauftragt, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu anhielt, die Leute mit den Smartphones spielen zu lassen, unter dem Vorwand, man würde eine neue App haben und diese muss getestet werden. Man sollte die Menschen offen anlügen, damit diese sich keine Gedanken um das Prozedere machen. Das Wort Gesichtsscan oder -erkennung fiel während der Prozedur nie.

 

Wie die New York Times berichtet, sollte das Smartphone vor allem Studierenden und Obdachlosen gegeben werden, die eine besonders dunkle Hautfarbe haben. Denn Gesichtserkennungen haben weiterhin Schwierigkeiten mit sehr dunkel getönter Haut. Allerdings sollte die Firma verschweigen, dass es sich um einen Gesichtsscan handelt. Des Weiteren sollte man die testenden Personen so gut es geht von der Einverständniserklärung ablenken, damit diese nicht wissen, was sie da genau unterschreiben. Ziel des Feldversuchs war vor allem das Sammeln von vielen unterschiedlichen Kopfformen und Hauttönen, um die Funktion noch effizienter zu machen.

 

Angeblich sollten die teilnehmenden Personen auf unbestimmte Zeit ihre Rechte an den Gesichtsscans abtreten. Zudem nahmen sich Google und die im Auftrag handelnde Firma Randstad das Recht raus, die Daten weiterzugeben, auch in Länder, wo die Menschen noch weniger Rechte über ihre Daten hätten. Dafür händigte man zur weiteren Ablenkung für den “Test der App” einen 5 US-Dollar-Gutschein aus, den vor allem die Obdachlosen wohl ohne Hintergedanken gern entgegengenommen haben.


Google Pixel 4 XL Front Back
Das Pixel 4 kommt mit einer neuen Gesichtserkennung. (Bild: Evan Blass)

Google bricht Feldversuch nach Bekanntgabe sofort ab

Nach dem Bekanntwerden des Experiments hat Google nun den Fehlversuch sofort beendet. Interessant ist auch, dass in den Konferenzen mit der Firma Randstad und hochrangigen Google Managern wohl Einigkeit über den Vorgang herrschte. Google wollte vor allem Gesichtsscans von dunklen Hauttönen haben, um hier die Fehleranfälligkeit zu minimieren.

 

Ein Google-Sprecher räumte den Feldversuch gegenüber der New York Times nun mehr oder weniger ein. Er gibt an, dass man durch die Feldforschung eine Gesichtserkennung mit robuster Sicherheit und Zuverlässigkeit erreichen wolle, die bei nahezu allen Kopfformen und Hauttönen gleichermassen funktioniere.

 

 

Quelle: Golem via New York Times

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