Mi. 18. Juli 2018 um 12:41

EU-Kartellamt straft Google ab

von Barbara Walter-Jeanrenaud0 Kommentare

Wie Bloomberg heute zuerst berichtete, kommt das EU-Kartellamt wohl am heutigen Mittwoch noch zu einer Entscheidung im Google-Prozess. Auf den US-Amerikanischen Software-Giganten soll eine Geldbusse von etwa 5 Milliarden US-Dollar warten.

Monopolstellung mit Android-Betriebssystem missbraucht

Der Vorwurf an Google lautet, dass das Unternehmen mittels seines eigenen Betriebssystems Android seine Monopolstellung am Markt missbrauchen soll. Stein des Anstosses soll sein, dass Google das OS zwar kostenlos verteilt, den Smartphoneherstellern wie Samsung, Huawei und Co. aber sehr strenge Auflagen erteilt. So müssen stets mindestens elf Google-eigene Apps auf den Geräten als Paket vorinstalliert werden, auch wenn der Hersteller sich dazu entschliessen würde, nur eines der Dienstprogramme zu benötigen, wie etwa den Google Play Store.

Der zweite Vorwurf bezieht sich darauf, dass Google nur dann die Hersteller an Gewinnen aus Werbeeinnahmen sowie Einnahmen aus der Suchfunktion beteiligt, wenn das OS exklusiv auf den Devices läuft. Hersteller freier Geräte haben somit kaum eine Chance.

Des Weiteren wird Google vorgeworfen, dass Hersteller aufgrund der sogenannten “Anti-Fragmentierungs-Vereinbarung” an Google gebunden sind und keinerlei Geräte mit abgewandelten Android-Betriebssystemen im Sortiment haben dürfen.

Google wehrt sich

Natürlich äussert sich auch Google zu den Vorwürfen. So argumentiert das Unternehmen, dass eine vernünftige Nutzung des Betriebssystems eben nur mit allen installierten Apps des Komplettpakets möglich sei. Google biete durchaus an, das System abzuwandeln, allerdings müsse man eben eine Mindestanzahl an Google Apps installieren, da Android sonst nicht funktionieren könne. Das Kartellamt sieht allerdings in genau dieser Praxis eine unfaire Methode, um andere Anbieter von Diensten klein zu halten.

Marktanteil bei Smartphones liegt bei rund 80 Prozent

Der Marktanteil des Android-Betriebssystems liegt im weltweiten Vergleich bei rund 80 Prozent. Auf dem zweiten Platz liegt Apples iOS, welches nur auf den Apple-eigenen Geräten zum Einsatz kommt. Weitere Betriebssysteme wie Blackberry OS und mittlerweile auch Windows Phone sind nur noch sehr vereinzelt vertreten.

Die endgültige Entscheidung des EU-Kartellamts wird noch heute erwartet. Die voraussichtliche Geldbusse von 5 Milliarden US-Dollar übertrifft bei weitem die letztjährige Strafe von 2.4 Milliarden Dollar, die das Unternehmen für die Shopping-Suche bekommen hat. Weitere Verfahren werden in den nächsten Monaten folgen, unter anderem aufgrund des AdSense for Search Dienstes.


Quelle: Bloomberg (englisch) via Deutsche Welle 

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