Fr. 05. Mai 2017 um 19:38

Android-Apps: Spionage per Ultraschall? Immer mehr Anwendungen lauschen

von Marcel Laser0 Kommentare

Ultraschall, also Tonsignale, die wir mit unserem menschlichen Gehör in diesem Frequenzbereich nicht mehr wahrnehmen können, spielt hier eine ganz besondere Rolle. Denn anscheinend reagieren nicht gerade wenige Apps in Android darauf, was unsere Umgebung so an “Signalen” aussendet. Dabei ist dieses Problem nicht einmal ein hausgemachtes Phänomen der “Aluhut-Fraktion”, sondern wohl bereits Realität.

Über 230 Android-Apps nehmen versteckte Signale per Mikrofon auf

Dabei geht es konkret um versteckte Signale in TV-Werbung, durch Lautsprecheransagen in Supermärkten oder anderen Einkaufshäusern. Es ist hinlänglich bekannt, dass Ultraschallsignale durch eben genannte Audio-Inhalte unhörbar kodierte Zeichenfolgen ausstrahlen. Unsere Smartphones nehmen diese Frequenzen per Mikrofon auf und wenn eine App den Zugriff auf das Mikrofon hat, können diese sogar davon angesprochen werden. Ein Beispiel: Nur durch das Betreten eines Kaufhauses kann die App des selben Unternehmens dann durch die Lautsprechersignale dort erkennen, welches Gebäude genau betreten wurde. Oder eine App reagiert auf Werbung im TV, die dann entsprechende Angebote in der Werbung einblendet.

 

Die Technische Universität Braunschweig hat bereits letztes Jahr einige Tests mit den geläufigsten APIs gemacht, die diese Signale auswerten und verarbeiten können und in Apps bereits zum Einsatz kommen. Damals waren nur 6 Apps betroffen. Ein nun wiederholter Test zeigte allerdings, das mittlerweile rund 234 Apps in Android auf Ultraschallsignale ansprechen.

Ultraschall-Signale für Vermarktung in Europa (noch) nicht verbreitet

Die Technik wird Ultraschall-Beacon genannt und kommt vornehmlich in den USA und Asien zum Einsatz. Bei uns in Europa wird noch keine TV-Werbung mit solchen Signalen ausgestrahlt und auch unsere Einkaufsmeilen sind wohl noch “sicher” in diesem Sinne, auch wenn hier gerne per WLAN und Bluetooth entsprechend “abgehört” werden soll. Allerdings ist es nur eine Frage der Zeit, bis der zugegebenermassen sehr gruselige “Vermarktungstrend” auch bei uns in die Wohnzimmer und Kaufhäuser Einzug hält.

 

Den vollständigen Untersuchungsbericht und seine Ergebnisse findet ihr unten im Quellen-Link, welcher euch auf das PDF-Dokument der Technischen Universität Braunschweig weiterleitet.


 

 

Quelle: Technische Universität Braunschweig (Englisch) via Winfuture

vg-wort
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