Di. 06. Dezember 2016 um 10:55

Amazon Go: Neuer begehbarer Supermarkt ohne Kasse startet 2017

von Marcel Laser0 Kommentare

Nicht nur unser Zuhause soll irgendwann so “smart” werden, dass unsere mobile Devices, welche wir pausenlos mit uns herumschleppen, die steuern können. Im besten Falle sollen diese sogar alles alleine machen können. Amazon will einen derartig smarten Lebensmittelladen bald in den USA für die breite Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Das Konzept nennt sich Amazon Go.

Einfach nur reinlaufen, Essen mitnehmen und wieder rausgehen

Ist das die Zukunft des Smart-Shoppings? Oder wie man es auch nennen mag. Wir erinnern uns hier gerne an die aufgeklebte Regalwand in U-Bahn-Stationen in Südkorea. Dort kann man ganz einfach per App die gewünschten Lebensmittel-Barcodes abscannen und sich diese bis zum Abend hin nach Hause liefern lassen. Praktisch wenn man keine Zeit hat selber einkaufen zu gehen. Amazon will das Anstehen an der Kassen ebenfalls vereinfach, oder besser gesagt eher vollständig eliminieren.

 

In Amazon Go öffnet ihr eine App bevor ihr den Laden betritt. Diese zeigt einen personalisierten QR-Code an, den ihr beim “Check-In” über einen Scanner haltet. Schon seit ihr als “im Shop” registriert und könnt ganz einfach durch die Gänge spazieren und alles einpacken was ihr mitnehmen wollt oder auch bezahlen könnt. Seit ihr mit dem Einkaufsbummel fertig, spaziert man einfach nur noch heraus. Euer Amazon-Konto wird automatisch mit den eingekauften Artikeln nach verlassen des Ladens belastet. Damit fällt das Anstehen an einer Kasse vollständig weg.


Amazon Go
Einfach nur das Smartphone mit dem QR-Code auf den Scanner halten und reinlaufen, Essen einstecken und wieder rausgehen. Fertig.

Hunderte von Sensoren achten darauf was ihr einsteckt und was nicht

Doch wie funktioniert das eigentlich so gut? Es gibt schliesslich nicht wenige Produkte die wir alle im Laden einmal in die Hand nehmen und wieder zurückstellen. Amazon Go Stores sind mit hunderten von Sensoren ausgestattet, die euch beim Einkaufen “beobachten”. Amazon nennt hier als wesentliche Bestandteile “Computer Vision”, das bekannte Deep Learning für Maschinen (ähnlich wie Apples Siri oder Google Assistant arbeiten) und Sensoren, die man so in ähnlicher Form auch in autonom fahrenden Autos vorfindet. Die Kombination aus all diesen Komponenten bezeichnet Amazon als “Just Walk Out Technology”, also quasi als Spaziert-Einfach-Wieder-Raus-Technologoie.

 

Diese erkennen nun also ob ihr was in die Hand nehmt, einsteckt oder es ins Regal zurückstellt. Habt ihr es eingesteckt, wird dieses euerer Einkaufsliste automatisch hinzugefügt und solltet ihr den Laden dann endgültig verlassen, wird der Betrag von eurem Konto abgebucht, welches ihr bei Amazon registriert habt.

 

Wie das ganze funktionieren soll, sehr ihr übrigens im Trailer zu Amazon Go hier unter diesem Absatz. Dort wird recht gut erklärt und anschaulich gemacht, wie man sich das Ganze vorstellt.

Erster öffentlicher Amazon Go Store soll 2017 seine Türen öffnen

Natürlich wird seit längerer Zeit das Konzept auf Herz und Nieren geprüft und der Feldtest in Seattle, der Heimatstadt von Amazon, soll bereits enorme Ergebnisse liefern. Allerdings ist der Laden bisher nur für Angestellte von Amazon gedacht, die an dem Test teilnehmen wollen. Einen öffentlichen Store gibt es also so noch nicht.

 

Dieses soll sich aber spätestens 2017 dann ändern und ein erster Laden soll dann auch der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Amazons erstes Ziel ist es in den USA rund 2’000 solcher Amazon Go Store zu etablieren. Die Möglichkeiten sind zudem vielfältig und müssen sich nicht nur auf Lebensmittel beschränken, sondern kann auf nahezu alles angewendet werden, was wir so mit der Hand aus dem Regal nehmen würden/könnten.

 

 

Quelle: Wall Street Journal (Englisch) und Amazon (Englisch)

vg-wort
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