Mi. 14. März 2018 um 16:54

Amazon Alexa und Co: Sprachassistenzsysteme hören wohl öfters zu, als man denkt

von Marcel Laser2 Kommentare

Die Verbraucherzentrale aus Nordrhein-Westfalen in Deutschland warnt nun intensiv vor den Assistenzsystemen von Google und Amazon in Form intelligenter Hardware, die selbstständig auf Zuruf reagieren können. Gemeint ist damit vor allem Google Assistant oder auch Google Now (Google Home) und ebenso auch Amazon Alexa in den vielen Echo Modellen.

Alexa reagiert auch auf “Ham wa schon”, “Alexander” und “Amazonas”

Einige haben es vielleicht schon erlebt, beispielsweise wenn der Google Assistant sich plötzlich auf Smartphones mit Android Betriebssystem aktiviert, ohne zu wissen warum. Ein Fall der mich letztens noch an die Sprachsteuerung meiner PlayStation erinnert, die sich pausenlos aktivieren wollte wenn ich das Wort “witzig” ausgesprochen habe. Meist sind es Probleme im Verständnis der maschinellen Sprache, aber wie hoch ist die Toleranz und wie viel verstehen sie am Ende wirklich?

 

Die Verbraucherzentrale in NRW in Deutschland fand nun heraus, dass Alexa, Google Assistent und Co. auf weit mehr reagieren, als nur ihre eigenen Signalwörter. Allerdings ist meistens eine ähnliche Wortkombination nötig um diese zu aktivieren. So konnte man bereits im Dezember feststellen, dass Alexa auf die Wörter “Amazonas”, “Alexander” oder auch “Ham wa schon” reagieren. Letzteres ist eine gebräuchliche sprachliche Abwandlung im deutschen Dialekt für “Haben wir schon” und klingt eben für Alexa stark nach Amazon. Aber auch bei deutlich weniger ähnlichen Kombinationen gibt es Möglichkeiten. “Komm Peter” scheint wohl zu nahe an “Computer” zu liegen. Letzteres ist ebenfalls eines der Signalwörter auf das Alexa reagiert.

 

 

Auch der Google Assistant in Google Home oder Google Now ist betroffen. So schaltet er sich in einigen Fällen schon bei der Wortkombination “Ok du” oder sehr abweichend auch auf “Kuchen” (Mmmhh, lecker!). Ebenfalls funktioniert haben soll der Satz “Ok, gucken wir mal”, was ebenfalls als Aktivierung ausgelegt wurde. Normalerweise soll der Assistent nur bei “Hey Google” oder “Ok Google” starten.


Amazon Echo (2017)
Der Amazon Echo Lautsprecher ist einer von vielen smarten Speakern auf dem Markt.

Akustisches Signal hilft beim Erkennen der Aufnahme

Vor allem bei Alexa gibt es hier ein grösseres Problem. Standardmässig wird nicht deutlich genug angezeigt, wann eine Aufnahme beginnt und wieder aufhört. Sollte es also zu einer unabsichtlichen Aktivierung kommen, zeichnen Amazon und Google einfach alles im Umfeld auf, ohne das irgendjemand etwas davon weiss. Dabei hat niemand absichtlich die Assistenzsysteme aktiviert, sondern finden derzeit nur normale Gespräche statt.

 

Daher rät die Verbraucherzentrale aus NRW dazu, in den Einstellungen von Alexa ein Tonsignal zu aktivieren, welches ertönt sobald die Aufnahme gestartet wird. Ein solches akustisches Signal lässt sich zudem auch für das Beenden der Aufzeichnung einstellen. So weiss man immer wann eine Aufnahme beginnt und endet.

 

Zudem bittet man auch die Privatsphäre von Dritten zu schützen. So sollte man Personen, die das eigene Haus oder die Wohnung betreten immer darüber Informieren, dass man ein solches Smart Speaker System im Einsatz hat und dieses gegebenenfalls ausschalten.

 

 

Quelle: Verbraucherzentrale NRW via Connect

vg-wort
Das könnte Sie auch interessieren

2 Antworten zu “Amazon Alexa und Co: Sprachassistenzsysteme hören wohl öfters zu, als man denkt”

  1. Lumpinocchio sagt:

    Darum kommt mir son Gedöns nicht in Haus.

  2. Cormos sagt:

    Ich hab den ein oder anderen Echo zu Hause. Und ja sie Reagieren das ein oder andere mal auf Wörter die ähnlich klingen wie das eingestellte Keyword. Der Artikel klingt jedoch so, als wenn besonders Alexa auf fast alles gleichzeitig reagieren würde. Dem ist nicht so, da man das Keyword einstellen kann. Bei mir ist es Computer, so dass alle Namen, die an Alexa erinnern nicht zur Aktivierung kommen. Zudem gibt es im Nachgang auch die Möglichkeit sich die Aufnahmen anzuhören und zu löschen. Pboblematisch sind besonders Doku´s in denen oft darüber berichtet wird, dass etwas Computergesteuert ist oder die StarTreck Serien und Filme. Hier lieber das Mikrofon stumm schalten. In der Summe würde ich sagen ist das System für mich Transparenter als jedes Android Smartphone, bei dem ich nicht weiß welche Apps im Hintergrund mit lauschen. Hier sagt mir auch kein Gast, dass er eines hat und welche Apps er installiert hat.

Schreibe einen Kommentar

Teilen