Mi. 26. Juli 2017 um 19:32

Adobe Flash für den Desktop wird 2020 endgültig eingestellt

von Marcel Laser0 Kommentare

Wer kennt es nicht? Das berühmte Flash-Plugin für den Browser, welches uns durch Millionen Videos begleitet hat und auch wunderschön animierte Webseiten bescherte. Nun wird es eingestellt und zwar spätestens im Jahr 2020 ist für Flash (nein, nicht für den Superhelden der DC-Comics) endgültig kein Platz mehr im Universum des Internets. Adobe zieht den Stecker und will das Plugin nicht mehr weiterentwickeln.

Steve Jobs Prophezeiung erfüllt sich, viele Sicherheitslücken und ressourcenfressend

Flash hatte es aber auch in den letzten Jahren nur noch sehr sehr schwer. Die grössten Videoportale wie YouTube und auch die grössten Anbieter für pornografische Inhalte, (stellen unter anderem einen riesigen Anteil am Datenverkehr im Internet) liefen viele Jahre mit der Flash-Plattform. Das Plugin war also stellenweise das erste installierte Stück Software, wenn es um Videoinhalte im Internet ging.

 

Steve Jobs prophezeite allerdings den Tod der Plattform und lobte damals HTML5 in den Himmel. Jobs sagte damals, Flash sei einfach zu unsicher und würde enorm Systemressourcen fressen. Der Apple Gründer bezeichnete die Plattform als “Deadend” also als Sackgasse. Viele Apple-Gegner taten diese Prophezeiung von Jobs, welche 2010 kurz nach der Vorstellung des ersten iPads getätigt wurde, als Schwachsinn ab.

 

Nur wenige Jahre später musste Mobile Flash auf Android Smartphones gehen, da es von Haus aus nicht mehr implementiert wurde. Viele Android-Fans waren zwar kurze Zeit sauer auf diesen Umstand, freundeten sich allerdings schnell mit HTML5 an. Unter iOS und macOS war HTML5 bereits als Standard implementiert und viele weitere Browser sollten folgen. Mittlerweile haben alle Videoanbieter unter anderem auch YouTube Anfang 2015 auf HTML5 umgestellt. Ein Standard, der in allen gängigen Browsern von Haus aus zu 100 Prozent unterstützt wird und kein Plugin mehr benötigt.

 

Neben der bereits seit längerem verschwundenen Mobile Version von Flash gesellt sich also nun auch Flash für den Desktop dazu. Die Version wird ab 2020 nicht mehr aktualisiert und wird keine Sicherheitsupdates und andere Weiterentwicklungen mehr bekommen. Bis 2020 wird lediglich nur noch Pflege betrieben.


Bereits 2015 wendete sich Adobe gegen das eigene Flash

Flash wurde von Adobe allerdings bereits 2015 quasi an der Türschwelle ausgesetzt und gegen das “Adoptivkind” HTML5 ausgetauscht. Denn in besagtem Jahr bat Adobe seine Nutzerinnen und Nutzer darum doch bitte auf HTML5 umzusteigen und Flash langsam vom eigenen System zu entfernen. Somit ist das endgültige Begräbnis von Flash für alle Plattformen nur noch ein rein konsequenter Zug von Adobe.

 

Bis heute steht die Plattform in grosser Kritik. Jedes Jahr werden immer mehr schwerwiegende Sicherheitslücken entdeckt, welche dann von Adobe im Hochtempo geschlossen werden müssen. Browser wie Google Chrome blockieren das Flashplugin standardmässig automatisch und es muss manuell aktiviert werden. Natürlich aus Sicherheitsgründen.

 

Am Ende verschlingt Flash – laut Steve Jobs – eben nicht nur Systemressourcen, sondern vielleicht auch mittlerweile zu viel Arbeitskraft.

 

 

Quelle: Pressemitteilung

vg-wort
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