Mo. 27. Februar 2017 um 18:58

MWC 2017: Der erste Tag (Gestern)

von Barbara Walter-Jeanrenaud0 Kommentare

Der erste Tag in Barcelona ist immer etwas besonders. Besonders anstrengend, besonders spannend, besonders schön und meistens auch besonders chaotisch. Schliesslich muss man zunächst nach Barcelona kommen. Diesmal besonders früh: Um 6:30 ging der Flieger von Basel nach Barcelona. Das Flugzeug war komplett voll – gegrüsst seien hier die Jugendmannschaften des FC Basel und der FC Black Stars, die den Flug gut aufgeheitert und sich dabei super benommen haben 🙂

Unfreiwillige Bergwanderung zu LG

Nach einem ersten sehr netten Treffen mit Huawei Schweiz ging es dann zu LG in den Olympiapark. Nach einem unfreiwillig langen Fussmarsch auf und über den kompletten Olympiahügel gab es eine unglaublich volle und enge Pressekonferenz zum neuen LG G6. Das Gerät sieht nach einem Knüller für die Spielfreudigen unter uns aus, die Gaming-Features werden vielen gefallen.

 

Noch kommt es in einem komplett neuen Design daher und rückt von der modularen Idee des letzten Jahres ab. Der Akku ist nun fest verbaut, das Gerät besteht aus Glas und Metall und sieht den vorherigen LG G-Geräten kaum noch ähnlich. Geblieben ist die Bedienung auf der Rückseite: Unterhalb der Kamera bleibt der Fingerprintsensor bestehen.


Gruppenkuscheln und farbenfrohes Event bei Huawei

Nach LG ging es direkt weiter zu Huawei. Den Berg also wieder runter und hinein ins Gedränge! Es war wirklich unglaublich viel los. Die Veranstaltung war für 1’400 Leute ausgelegt – es kamen aber längst nicht alle mit Akkreditierung hinein. Wir schon und so genossen wir eine Stunde sitzen und natürlich die Präsentation der neuen Huawei P10 Smartphones und der Huawei Watch 2.

 

Mit dabei war auch ein kurzer Vortrag von Pantone zu Farben. Die beiden Farben blau und grün wurden in allen Facetten vorgestellt. Dieser kleine Exkurs kam unerwartet und sorgte für einige Erheiterung, war aber durchaus interessant und lässt eben auch einmal in die Produktentwicklung und Psychologie des Marketings blicken.

 

Nach der Pressekonferenz ging es daran, sich ein Gerät zu Testzwecken zu holen. Man bekam diese an einem kleinen Schalter in einer Nische des Vorraums des Konferenzzentrums. Das war höllisch! Geschlagene anderthalb Stunden anstehen, um einen herum Hunderte andere Leute und weder die Tür, noch den Ausgabecounter im Blick. Aber auch das war irgendwann geschafft und wir können euch das P10 schon in wenigen Stunden ausführlich zeigen. Das P10 und das P10 Plus sind echte Hingucker, der erste Eindruck ist wirklich gut.

 

Jetzt wird es sich unserem Test stellen und ihr werdet sehr zeitnah erfahren, wie sich das Gerät im Alltag so anstellt. Die Huawei Watch 2 sieht auch interessant aus, auch auf dieses Device sind wir sehr gespannt.

Huawei P10
Viel Farbe, egal ob Himmelblau oder Mintgrün. Die Produktentwicklung lässt sich immer wieder Neues einfallen.

Oh Samsung, where art thou? “Was machen die denn da?!”

Nach der Pressekonferenz ging es immer noch nicht ins Hotel zum Einchecken, sondern erstmal ans andere Ende der Stadt zu Samsungs Pressekonferenz. Zu diesem Zeitpunkt zeigte der Fitnesstracker bereits eine dreifache Umrundung des Fitnessziels an und um die 15 km – und das in “Messeschuhen”. Bei Samsung angekommen ging es in einen wiederum sehr vollen Saal und – was soll ich sagen – zu einer unglaublich anstrengenden Präsentation der wirklich gelungenen neuen Tablets. Die Luft war zum Schneiden, die Akustik schlecht, die Leinwand kaum zu sehen und wäre nicht der in meinen Augen absolut gerechtfertigte Greenpeace-Protest (es geht um das Recycling der zurückgezogenen Samsung Galaxy Note 7 Geräte) gewesen: Ich hätte wohl nichts von der PK behalten.

 

Glücklicherweise gab es alle Informationen noch einmal schriftlich. Sowohl das Galaxy Tab S3, als auch das Galaxy Book machen eine sehr gute Figur und sind eine direkte Antwort auf das Apple iPad Pro und das Microsoft Surface Book. Besonders erfreulich ist, dass bei Samsung der S-Pen im Preis inklusive ist, man muss also nicht alles einzeln teuer kaufen. Die Tastatur ist allerdings nicht dabei, sondern separat erhältlich. Der S-Pen ist zudem wirklich gut gelungen und machte bei ersten Schreib- und Zeichenversuchen eine gute Figur. Technisch muss sich Samsung mit den Tablets nicht verstecken. Weshalb die Präsentation aber ohne jeglichen Elan über die Bühne ging, wissen wohl nur die Verantwortlichen selbst. Demut und Einsparungen nach dem Galaxy Note 7-Desaster in Ehren, aber selbst in dem schwierigen Ambiente eines Konferenzsaales kann es möglich sein, ein Produkt mit dem nötigen Willen und mit Freude vorzustellen. Ich rede nicht von überzogenen Verkaufsshows, sondern einfach davon, dass die vorstellenden Menschen doch irgendwie zeigen sollten, dass sie von ihrem Produkt überzeugt sind. Um aus dem Tief heraus zu kommen, muss Samsung mehr bringen. Oder es vielleicht erst einmal bei Fernsehern und Waschmaschinen sowie ihrem hervorragenden IoT-Bereich belassen, bis das Thema brennende Mobilgeräte aus den Köpfen verschwunden ist.

 

Wie dem auch sei: Die Tablets sehen gut aus und konnten im ersten Augenschein überzeugen. Auch hier sind wir auf weitere Tests gespannt. Die neue Gear VR mit Controller ist natürlich auch interessant und wird gleich nachher in Augenschein genommen.

 

Nach einem Abendessen mit leckeren Tapas ging es endlich ins Hotel. Zum Glück gab es beim Einchecken kein Problem – ich hätte notfalls aber auch auf dem Teppich im Foyer campiert. 

vg-wort
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