Fr. 28. April 2017 um 12:26

Review: Samsung Galaxy S8(+) im Test – Kommt es wirklich auf die Länge an?

von Marcel Laser1 Kommentare

Samsung sagte in einem Interview mit einem anderen Magazin, dass die Menschen nicht mehr wirklich an neuer Technik in Smartphones interessiert seien, sondern vielmehr an riesigen Screens in kleinen Geräten. Samsung hat diese Art von Designphilosophie in sein Galaxy S8 und Galaxy S8 Plus-Modelle einfliessen lassen. Was dabei herausgekommen ist, ist ein Smartphones, welches den Bruch mit der Zeit eingeht und gerade im Bereich des Displays etwas völlig neues wagt, wo andere eher neue Features implementieren. Wir haben uns speziell das Galaxy S8 Plus etwas genauer angeschaut.


Das Galaxy S8(+) Design ist einfach atemberaubend

In letzter Zeit kamen viele Kommentare auf, dass das Galaxy S8 nur einfach ein längeres Galaxy S7 edge wäre. Das ist im Kern vielleicht nicht falsch, aber insgesamt gesehen ist das Design des Galaxy S8 doch deutlich mehr. Noch nie fühlte sich ein Smartphone so aus einem Guss an, wie bei diesem Gerät.

 

Man muss nur die Augen zu machen und es in den Händen drehen: Das Gorilla Glass 5 schliesst nahezu bündig mit dem ebenfalls sich identisch anfühlenden Aluminium-Rahmen ab und das in einer Weise, die sich wirklich toll anfühlt. An dieser Stelle unterbrechen nur die drei Buttons an den Seiten die Erfahrung, aber sie gehören ja auch irgendwie dazu. Unser in Orchid Grey gehaltenes Testmodell des Galaxy S8+ hat keinerlei Riefen, Verarbeitungsfehler oder dergleichen.

 

Das Galaxy S8+ ist nur wenige Millimeter länger als das iPhone 7 Plus, allerdings auch wesentlich schmaler und sogar fast 20 Gramm leichter (circa 190 vs. 170 Gramm). Dieses Phänomen führt dazu, dass das Samsung Smartphone deutlich dünner und filigraner wirkt, als es eigentlich ist. Die lange und schmalere Bauweise übt eine tiefe Faszination aus, zu jederzeit ein absolutes Premium-Gerät in der Hand zu haben.

 

Der SIM-Karten-Slot, welcher übrigens auch microSD-Karten aufnimmt, sitzt im oberen Teil des Rahmens, während sich unten der vom Aussterben bedrohte 3.5-mm-Klinkenanschluss und der USB-Type-C-Anschluss befinden. Rechts neben der USB-Buchse findet sich zudem ein kleiner Lautsprecher. Erstmals neu ist links unter der Lautstärkewippe der extra für Bixby eingebaute Button.

 

Die extrem lange Bauweise des Infinity Display hat übrigens auch den Homebutton “gekillt”, welcher nun zu einem drucksensitiven Softwarebutton im Display umfunktioniert wurde. Der Fingerprintscanner rutschte derweil rechts neben die Kamera und wurde mehr als unglücklich platziert. Das ändert allerdings nichts daran, dass das Galaxy S8 wirklich toll aussieht. Design bleibt aber eine reine Geschmacksfrage, gefallen wird das wohl auch nicht allen.

Exynos 8895 mit 4 GB RAM sorgt für ordentlich Leistung

Die Hardware im Inneren hat ebenfalls ein ordentliche Überarbeitung erfahren. So kommt in der internationalen Version, welche auch wir in Europa nutzen, der hauseigene Samsung Exynos 8895 mit 4 GB RAM zum Einsatz. Der interne Speicher ist mit 64 GB üppig dimensioniert und kann bei Bedarf per microSD erweitert werden. Die Kamera im Rücken löst mit 12 MP auf und in der Front dürfen erstmals mit 8 MP in einem Samsung-Gerät Selfies aufgenommen werden. Herzstück ist natürlich das 6.2 Zoll messende Display (beim kleineren Modell 5.8 Zoll), welches mit einer Standardauflösung von 2220 x 1080 Pixel brilliert. Bei Bedarf dürfen aber auch die vollen 2960 x 1440 Pixel eingestellt werden, aber dazu später mehr. Das Display selbst kommt im völlig neuen und etwas unorthodoxem 18.5:9 Format daher.

 

Geht es um die reine Leistung haben wir es hier wohl mit dem bisher stärksten Android-Smartphone zu tun. Der Exynos 8895 ist ein 64-bit fähiger Octa-Core, der zusammen mit den 4 GB RAM und dem neuen internen USF 2.1-Speicher ordentlich aufdreht. So lässt er den Snapdragon 821 aus dem letzten Jahr in nahezu allen Benchmarks hinter sich. Während man allerdings im Multi-Core-Bereich durchaus eine Leistungssteigerung vernehmen kann, so scheint man in der Single-Core-Leistung, also die Leistung pro Kern, nicht all zu weit vorangekommen zu sein. Dafür hat man bei der GPU ordentlich zugelegt und präsentiert mit der Mali-G71 einen Chip, der sogar noch stärker ist als im Huawei Mate 9. Dort kommt zwar die gleiche GPU aber mit weniger Recheneinheiten zum Einsatz. Das führt dazu, dass das Galaxy S8 auch das Mate 9 in der Grafikperformance deutlich hinter sich lässt.

 

Gehen wir die Benchmarks ab, so platziert sich das Galaxy S8 nahezu immer vor allen anderen Androiden. Egal ob Geekbench 4 (ja wir haben die anderen Smartphones ebenfalls mit der neusten Version getestet), 3DMark oder AnTuTu. Schneller ist meistens nur das iPhone 7 Plus, welches allerdings hier seine Vorteile in der Single-Core Leistung der CPU widerspiegelt. Apps öffnen und laden einfach deutlich schneller auf dem iPhone. Die Displayauflösung spielte in den Benchmarks keine Rolle, da diese im Offscreen Modus liefen. Geekbench 4 testet derweil nur die CPU-Leistung.

 

Dennoch spielen die Galaxy S8 Modelle in der absoluten Oberklasse. Egal ob aufwändige Apps oder Spiele: Das Smartphone meistert Real Racing 3, Riptide GP2, Clash of Clans oder auch Asphalt Xtreme sehr souverän. Zudem macht vor allem das Spielen auf dem Display enorm viel Spass, sofern die Games auch das Display voll ausnutzen können. Wahrscheinlich wird bei einigen Toptiteln noch nachgebessert.

 

Ein paar Performance-Lags mussten wir allerdings dennoch auf der Benutzeroberfläche hinnehmen. Das hatte aber einen kuriosen Grund: Wer längere Zeit ein Live-Wallpaper nutzt, wird ab und an mit Schluckauf im System zu kämpfen haben, was sich wiederum in kleinere Denkpausen oder Mini-Ruckler widerspiegelt. Als wir auf ein statisches Wallpaper umgestiegen sind, waren diese fast vollständig verschwunden. Anscheinend hat Samsungs eigene Software mit dynamisch angezeigten Inhalten kleinere Probleme.

Neues Format, neue Auflösung und einfach das beste Display

Das neue Herzstück der Galaxy S8-Reihe ist ohne jeden Zweifel das neue Display. Es ist atemberaubend, was Samsung hier mit seiner AMOLED-Technik abliefert. Das neue Display-Format ist allerdings gewöhnungsbedürftig und der Sinn dahinter erschliesst sich uns erst einmal nicht.

 

Beim Galaxy S8 kommen 5.8 Zoll zum Einsatz und beim Galaxy S8+, welches auch wir hier vor uns liegen haben, 6.2 Zoll. Hat man die Geräte erst einmal in der Hand, kommt einem das Display wesentlich kleiner vor, da es durch das 18.5:9 Format sehr lang ist. Wie bereits im Abschnitt Design erwähnt, ist das Galaxy S8+ schmaler als das iPhone 7 Plus und nur wenige Millimeter länger. Das Display ist allerdings deutlich grösser. Zudem unterstützt das Galaxy S8 HDR-Inhalte, auch wenn es derzeit nahezu keinen wirklichen HDR-Content für Smartphones gibt. Aber Amazon und Netflix arbeiten bereits daran.

 

Wirklich atemberaubend wird es dann, wenn man es real vor sich sieht. Die Farben haben den AMOLED-typischen herausragenden Kontrast und wirken sehr lebendig. Dank der hohen Auflösung sind alle Inhalte extrem scharf und man verliert sich sehr schnell in dem neuen Bildschirm. Egal ob Fotos oder Videos, die Farben sind enorm beeindruckend und selbst wenn Inhalte nicht auf die volle Breite skaliert werden, so bleibt das Erlebnis allen anderen Displays durchaus überlegen.

 

Das Display im Galaxy S8 und Galaxy S8+ ist unserer Ansicht nach in der reinen Darstellungsqualität das beste, welches bisher in einem Smartphone verbaut wurde. Sind die Inhalte zudem auf das neue Format hin angepasst, spielt das Gerät seine vollen Stärken aus und es bringt nahezu alle dazu, mit heruntergeklappter Kinnlade auf den Bildschirm zu starren.

 

Allerdings müssen wir an dieser Stelle auch erwähnen, dass Samsung seine Fans anfänglich ein wenig “neckt”. Die volle Auflösung des Displays wird standardmässig nicht genutzt, sondern nur FHD+ (2220 x 1080). Warum? Um ehrlich zu sein, haben wir hier keinerlei Ahnung, denn grosse Auswirkungen auf die Akkulaufzeit hatte das Erhöhen der Auflösung in unseren Tests nicht. Wer vor allem VR-Inhalte und einen enorm scharfen Text nutzen will, sollte zumindest auf die volle Auflösung setzen mit der Samsung auch auf der Webseite und der Präsentation geworben hat. Das wären dann ganze 2960 x1440 Pixel und wird von Samsung als QHD+ bezeichnet.

Galaxy S8 Plus Display
Extreme Blickwinkelstabilität, starke Farben und eine hohe Helligkeit. Das Display ist nichts anderes als überragend.

18.5:9 Display: Der Längste ist eben nicht immer von Vorteil

Schade ist nur, dass durch das neue 18.5:9 Format viel Potenzial verschenkt wird. Wie bereits erwähnt, werden viele Inhalte nur in 16:9 wiedergegeben und wer die Videos per Knopfdruck auf das gesamte Display streckt, schneidet nach oben und unten einiges an sichtbarer Fläche weg. Interessant ist es, wenn ihr Videos in 16:9 anschaut, denn dann sind diese exakt genauso gross wie auf dem iPhone 7 Plus. Das heisst, dass solche Inhalte exakt 5.5 Zoll gross sind und damit zu den Seiten hin deutlich Platz verschenkt wird. Die Balken, welche dann total schwarz ausfallen, lassen das Galaxy S8+ dann wie ein iPhone 7 Plus mit dicken Rändern aussehen. Das sah wir im Test recht amüsant aus. Dennoch ist das Bild durch die Samsung AMOLED-Technologie dem des iPhones deutlich überlegen, auch wenn bei 16:9 Inhalten die Sichtfläche exakt gleich gross ist.

 

Vorteile bringt das neue Format vor allem dann, wenn viel Text dargestellt werden soll. Das gilt für diese ausführliche Review genauso, wie für das Lesen eines eBooks oder das Darstellen von anderen Textinhalten auf Webseiten. Auch das Arbeiten mit Word-, Excel- oder anderen Dokumenten zieht einen Vorteil aus dem neuen Format. Bei Spielen ist es ähnlich, zumindest wenn sie den Vollbildmodus unterstützen, was zwar viele Games bereits tun, aber einige auch Schwierigkeiten damit haben.

 

Super Mario Run beispielsweise rendert das Bild dann ausserhalb seiner Grafiken. Der untere Bereich mit den Büschen, wo ihr den Finger zum Springen auflegt, verdeckt eigentlich den unteren Level-Rand, damit ihr keine schwarze Fläche zu Gesicht bekommt. Startet ihr Super Mario Run im erzwungenen Vollbildmodus, ist das untere Level-Ende deutlich zu erkennen und ihr habt zwischenzeitlich recht unansehnliches Grafikflackern im Spiel zu ertragen. Startet ihr das Spiel nicht im Vollbildmodus, kommen wieder oben und unten schwarze Balken zum Einsatz.

 

Wie schnell die Softwarestudios ihre Apps und Programme nachbessern und wie sich das schlussendlich verhält, bleibt also abzuwarten. Zudem werden 99.9 Prozent aller Multimedia-Inhalte immer noch in 16:9 dargestellt und wir können das Display nur in einem gewissen Kompromiss und eigentlich so gut wie nie wirklich bei Videos und Fotos ausnutzen. So absolut herausragend die Anzeigequalität des Infinite Displays von Samsung also ist, so sehr muss an vielen Stellen eben besagter Kompromiss eingegangen werden. Das ist an dieser Stelle mehr als schade.

Biometrisches Entsperren Deluxe und der Fingerprintsensor des Grauens!

Das Samsung dank seines herausragenden Infinity Displays keinen Platz mehr für den Homebutton hatte und damit auch den Fingerprintsensor verlegen musste, ist ja einzusehen, aber dass man ein für Smartphones mittlerweile so elementares Feature so schlecht platzieren kann, ist unbegreiflich. Der Fingerprintscanner, welcher sich nun rechts neben der Kamera befindet, ist vor allem beim Galaxy S8+ nicht nur enorm schlecht zu erreichen, man verdreckt mit seinen Fingerabdrücken auch pausenlos die Kamera. Man sucht ihn mit dem Finger pausenlos und trifft selbst beim genauen Ertasten immer einen Stück des Kameraschutzglases. Das resultiert häufig in der Meldung der Kamera-App, dass wir doch bitte das Glas reinigen sollen, damit die Fotos besser werden.

 

Dafür stehen neben dem Fingerabdruck aber auch noch zwei weitere biometrische Methoden zur Auswahl: Die Gesichtserkennung, welche wirklich schnell und gut funktioniert, solange ausrechend Umgebungslicht vorhanden ist, sowie der Irisscanner. Letzterer ist allerdings deutlich langsamer und hat im Zusammenspiel mit meiner Brille nicht immer vernünftig funktioniert. Die Brille vor dem entsperren abnehmen zu müssen war ähnlich lästig, wie das Aufsuchen des Fingersensors im Rücken und so landeten wir bei der Gesichtserkennung, welche wirklich ohne Mühe sehr gut funktioniert.

 

Allerdings sei an dieser Stelle gesagt, dass die Gesichtserkennung mit einem einfachen Foto bereits ausgetrickst werden konnte, zumindest wurde das mittlerweile berichtet. Wir hatten allerdings unsere liebe Mühe damit, diesen Umstand zu reproduzieren oder es gab einfach bisher keine wirklich authentischen Fotos.

Der Fingerprintsensor machte uns beim grösseren Plus Modell fast wahnsinnig.

Leicht bessere Kamera als im Galaxy S7 (?)

Die Kamera ist wirklich schwierig zu beurteilen. Nicht aufgrund der Qualität an sich, sondern was sich zum Vorgänger überhaupt geändert haben soll. Wir haben immer noch die selben 12 Megapixel Auflösung, eine lichtstarke f/1.7 Blende und generell scheint sich bis auf Bixby als sehr nutzloser Co-Assistent nicht viel geändert zu haben. Dennoch wurde am Sensor gearbeitet und sowohl bei der Samsung-Variante als auch Kameras mit verbauter Sony-Einheit haben hier ein leichtes Upgrade erfahren. Dieses spielt sich aber mehr in Sachen Features unter der Haube ab, als entscheidend in die Bildqualität einzugreifen.

 

Daher empfinden wir die Qualität der Bilder gegenüber dem Galaxy S7 eher höchstens als minimal besser, wenn überhaupt. Die Veränderungen sucht man derweil mit der Lupe. Die Software für die Bildüberarbeitung, die automatisch beim Auslösen eingreift wurde ebenfalls angepasst und leicht verbessert. Die Ergebnisse weisen eine sehr gute Schärfe, Dynamik und vor allem eine hohe Detailqualität aus. Eben so wie man es vom Vorgänger gewohnt war mit minimalen Verbesserungen in allen Richtungen. Wer die Bilder allerdings nicht auf einem hochauflösenden Monitor sprichwörtlich im 1:1 Vergleich mit der Lupe absucht, wird kaum einen Unterschied feststellen.

 

Ist das jetzt tragsch? Nein bei weitem nicht! Wir haben im Galaxy S8 eine der derzeit besten, wenn nicht sogar die beste, Kamera in einem Smartphone für dieses Jahr. Das Galaxy S7 hatte bereits die beste Kamera unter den Smartphones für 2016 und das ändert sich somit auch beim Galaxy S8 nicht, was für viele unter uns auch mittlerweile ein starkes Kaufkriterium darstellt. Auch in dunkleren Umgebungen liefert die Kamera recht ordentliche Ergebnisse, was der lichtstarken Blende zu verdanken ist. Entsprechende Vergleiche dazu werden noch folgen.

Hallo Bixby! Hallo? Bist du da?! Sprachassistent glänzt mit Abwesenheit

Wir halten einmal gleich vorweg fest: Wir haben einen Sprachassistenten in der DACH-Region bekommen, der hier nahezu gar nicht funktioniert und müssen uns auch noch mit einem Extra-Knopf begnügen, den Samsung speziell für diesen nicht-funktionierenden Assistenten eingebaut hat. Bixby ist eine einzige Zumutung, sowohl funktional als auch im Bereich der Bedienung. Karten mit Informationen anzeigen zu lassen, die persönlich auf uns zugeschnitten sind, kann Google Assistant schon und das bei weitem effizienter. Was also Bixby hier schon soll und warum wir mit dem Sprachassistenten nervigerweise pausenlos konfrontiert werden müssen, ist unklar. Wahrscheinlich soll er werbewirksam positioniert werden, allerdings erreicht Samsung so erst einmal nur das Gegenteil.

 

Wer also auf dem Homescreen nun nach ganz rechts wischt, wird gebeten, den Sprachassistenten Bixby zu aktivieren um das volle Erlebnis freizuschalten. Das ist schon sehr ironisch für einen Dienst, der eigentlich erst im vierten Quartal bei uns vollständig freigeschaltet wird. Zudem gehen wir nicht davon aus, dass Schweizerdeutsch ein Bestandteil des kommenden Feature-Pakets sein wird, was dann wieder gewisse Sprachbarrieren mit sich bringt. Als reiner Sprachassistent ist Bixby auch absolut nicht zu gebrauchen.

 

Allerdings lässt sich Bixby deaktivieren, indem ihr einfach den Verwaltungsbildschirm für den Homescreen aufruft und dann zu Bixby scrollt, um dort den Schalter umzulegen. Danach verschwindet er aus der Liste des Homescreens. Wir empfehlen das zumindest bis zum grossen Feature-Update so einzustellen und bei Bedarf eines Sprachassistenten auf Google Assistant zurückzugreifen.

 

Trotz dieser Massnahme lässt sich Bixby aber weiterhin über die Seitentaste starten. Eine Umprogrammierung hat Sasmung per Update wieder unmöglich gemacht. Samsung ist sein neuer Sprachassistent sichtlich wichtig, doch wäre es uns lieber gewesen, wenn er auch von Anfang an besser funktioniert hätte. Warten wir also den kommenden Winter ab.

Galaxy S8 Bixby
Bixby ist irgendwie omnipräsent, aber noch nicht wirklich da. Schade Samsung.

Akkulaufzeit: Kein Dauersprinter, aber ausreichend

An dieser Stelle können wir in erster Linie nur für das Galaxy S8+ sprechen, welches mit einem 3’500 mAh Akku ausgestattet ist. Dabei gilt es, das 6.2 Zoll grosse Display mit Strom zu versorgen und einen recht schnellen Exynos 8895-Prozessor mit acht Kernen und dazugehöriger potenter GPU. Alles in allem bewerkstelligt das Galaxy S8+ diese Aufgabe anständig, auch wenn man an dieser Stelle wohl keine all zu grosse Laufleistung erwarten sollte. Je nach Situation liegt das Galaxy S8+ entweder knapp über dem Galaxy S7 edge oder ab und an auch Mal darunter. Geht es um weniger fordernde Aufgaben, wie Webbrowsing und eMails checken und das über einen längeren Zeitraum hinweg, dann sind gut und gerne auch schon einmal bis zwei Tage Akkulaufzeit drin.

 

Wer das Galaxy S8+ allerdings etwas intensiver nutzt, auch einmal ein Spiel dazwischen haut, sollte Abends durchaus die Steckdose einplanen. Grade beim Spielen zieht das Gesamtsystem dank Display und der hohen Last auf CPU, GPU und RAM ordentlich am Akku. Geht man also nicht all zu sparsam um und nutzten es intensiv auch im Arbeitsalltag, musste das Galaxy S8+ jeden Abend an die Steckdose. Zum Vergleich: Mit dem Mate 9 kamen wir locker auf bis zu zwei Tage bei sehr intensiver Nutzung. Auch unser iPhone 7 Plus-Testmodell erreichte ähnliche Werte wie das Mate 9, mit Vorteilen für Huaweis Flaggschiff. Das Galaxy S8+ ist aber nicht schlecht unterwegs! Es liegt im recht ordentlichen oberen Durchschnitt.

 

Allerdings ist das Display aller Galaxy S8 Modelle auf einer niedrigeren Auflösung ab Werk eingestellt, als Samsung selbst damit wirbt. Wir haben im gesamten Test die volle 2960 x 1440 Pixel Auflösung genutzt. Stellten wir diese auf den Wert der Werkseinstellungen, also auf 2220 x 1080 Pixel, dann hatte das nahezu keinerlei Auswirkungen auf die Akkulaufzeit. Jedenfalls konnten wir keinen grossen Einschlag feststellen.

Fazit: Ist der Längste nun der Beste? Oder kommt es auf die Technik an?

Das Galaxy S8 und Galaxy S8+ sind zwei Smartphones, die beide unheimlich schwer zu bewerten sind. Ein eindeutiges Fazit fällt hier nicht leicht. Nehmen wir die recht doppeldeutigen Fragen in der Überschrift, dann ganz klar letzteres: Es kommt auf die Technik an! Samsung verbaut in seinen Flaggschiffen das Beste, was die Branche derzeit für Android-Smartphones zu bieten hat! Exynos 8895, die wohl derzeit beste Kamera und das mit riesigem Abstand beste Display, das unsere bildschirmmüden Augen je gesehen haben. Dazu kommt ein hoher Wasser- und Staubschutz dank IP68-Standard und ein wahnsinnig attraktives Design (Ok, das ist Ansichtssache). Betrachten wir alle diese Punkte, dann hat Samsung das derzeit beste Android-Smartphone gebaut, welches man für Geld kaufen kann. Davon kann man schnell ohne Zweifel ausgehen. Die Medaille hat allerdings noch eine zweite Seite.

 

Das Display ist ein zweischneidiges Schwert, denn Samsung wirbt damit, dass vor allem Videos und Bilder von diesem profitieren würden. Im Bereich der Anzeigequalität mag das vielleicht stimmen, aber nicht in der Gesamtbetrachtung. Im Gegenteil: Samsung gaukelt einem ein 6.2 Zoll Display in diesem Bereich vor, obwohl bei 16:9 Inhalten effektiv maximal nur 5.5 Zoll genutzt werden. Will man das Video anpassen, so geht man einen Kompromiss ein, der das Bild oben und unten wegschneidet. Zudem sind wir uns nicht sicher, was Samsung mit dem 18.5:9 (Komma Fünf!) bezwecken will. Denn wir gehen nicht davon aus, dass alle nun ihre Medieninhalte anpassen werden, nur weil LG das G6 und Samsung das Galaxy S8 auf den Markt gebracht haben.

 

Zudem ärgert uns die Positionierung des Fingerabdrucksensors extrem. Aus rein ästhetischer Sicht scheint die Entscheidung rechts neben der Kamera zwar Sinn zu machen, aber der praktische Nutzen steht hinten an und die Bedienung ist eine absolute Katastrophe. In Anbetracht von Samsung Pay, bei dem der Fingerabdruck eine elementare Sicherheitsfunktion übernimmt, ist das schon hart an der Grenze des Zumutbaren. Auch Bixby ist eher nervig als nützlich und ihn so vorgesetzt zu bekommen, dass man nur wenig dagegen tun kann (der Knopf bleibt ja so oder so bestehen), ist schon dreist.

 

Generell würden wir aber gerne bei der ersten Darstellung bleiben: Samsung hat mit dem Galaxy S8 und Galaxy S8+ die derzeit besten Android-Smartphones auf den Markt gebracht, die es derzeit zu kaufen gibt. Das Display kann für viele, trotz der genannten Schwächen, ein Kaufargument sein, genau wie die Kamera und die Highend-Hardware im Inneren. Ob das deutlich langgezogene Display, so toll es auch aussehen mag, eine starke Innovation darstellt, wagen wir aber noch zu bezweifeln, der grösste Knackpunkt bleibt hier eben das Format.

 

Wer allerdings bereits ein Galaxy S7 edge besitzt, sollte sich den Kauf der neuen Geräte überlegen. Sie sind weder spürbar performanter, noch hat die Kamera einen grossen Schritt gemacht. Das Display klingt verlockend und sollte nur als Grund genommen werden, wenn man wirklich richtig scharf auf das 18.5:9 Erlebnis ist. Einen Umstieg auf die Galaxy S8-Modelle, nur um des Upgrades willen, brauch also nicht vorgenommen werden.

 

Beide Smartphones erscheinen offiziell am heutigen Tage in der DACH-Region. Das kleinere Galaxy S8 mit 5.8 Zoll Display wird für eine UVP von 799 Euro beispielsweise bei Amazon.de angeboten. Das Galaxy S8+ mit 6.2 Zoll Display kostet mit 899 Euro rund 100 Euro mehr. Die Preise gelten übrigens auch für die Schweiz und so kommen beide Geräte auf jeweils 799 und 899 Schweizer Franken.

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Eine Antwort zu “Review: Samsung Galaxy S8(+) im Test – Kommt es wirklich auf die Länge an?”

  1. Lord Wotan sagt:

    Warum wird bei euch nicht über denn Speicher Betrug bei Samsung zum Handy berichtet.

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