Mi. 09. Mai 2018 um 19:42

Review: HTC U11 Plus im Langzeittest

von Barbara Walter-Jeanrenaud0 Kommentare

Inhaltsverzeichnis

1. Lieferumfang und Verpackung

2. Design und Haptik

3. Technische Details

4. Leistung und Performance des HTC U11 Plus

5. Display

6. Akku

7. Kamera

8. Edge Sense

9. Sound und Zubehör

10. Fazit

1. Lieferumfang und Verpackung

In der flachen weissen Pappschachtel, in der das HTC U11 Plus geliefert wird, befinden sich neben dem Gerät selbst ein Netzteil, ein USB-Type-C-Kabel, ein paar In-Ear-Kopfhörer mit USB-Type-C-Anschluss sowie ein Adapter für Kopfhörer mit Klinkenanschluss. Alles findet in der flachen Schachtel Platz, die auf der Oberseite mit dem Schriftzug htc U11+ versehen ist. Auf der Unterseite der Verpackung befindet sich ein grossflächiger Sticker mit den technischen Informationen zum Gerät auf einen Blick.

 

Die mitgelieferte Plastikschale soll das U11+ vor Kratzern und Stössen schützen. Dies geht zu Lasten des Designs, klar, allerdings ist es beim Preis von 749 SFr. bzw. 800 Euro sehr sinnvoll, sich eine ordentliche Hülle zuzulegen.

2. Design und Haptik

Bei unserem Testgerät handelt es sich um das schwarze Exemplar, welches HTC ceramic black nennt. Aufgrund der stark spiegelnden Rückseite schimmert das Smartphone im Licht metallisch und leicht silbern, was ihm einen edlen Touch verleiht. Die nerdigere Farbvariante, die in unseren Breitengraden erhältlich ist, heisst translucent black und besticht durch ein transparentes Finish, welches die NFC-Spule erkennen lässt. Ein echter Hingucker für viele Technikfreaks, für die breite Masse ist die schwarze Version aber wohl gefälliger.

 

Die Anordnung der Knöpfe und Kameras ist recht klassisch gelöst. Am rechten Rand befindet sich die Lautstärkewippe oberhalb vom Powerbutton, auf der Oberseite liegt der SIM-Kartenslot für zwei Karten, links ist unsichtbar der Edge Sense Sensor angebracht und an der Unterkante des Geräts befindet sich neben den Mikrofonen und Lautsprechern der USB-Type-C-Anschluss. Die Frontkamera befindet sich oben rechts auf der Vorderseite, während die Hauptkamera hinten mittig direkt über dem Fingerabdrucksensor angebracht wurde. Unterhalb des Fingerprintsensors prangt das HTC-Logo.

 

Insgesamt macht das U11+ einen extrem hochwertigen Eindruck und ist exzellent verarbeitet. Wir konnten auch bei sehr genauem Hinschauen keine Mängel feststellen, alle Knöpfe sitzen fest an ihren Plätzen und die verschiedenen Komponenten sind exakt aneinandergebaut. 

 

Einziges Manko die verbauten Materialien betreffend ist vielleicht die Fingerabdruckanfälligkeit der Rückseite. Zudem ist sie ein wahrer Staubfänger. Es ist wirklich schwierig, das Gerät sauber zu halten und wir erwischten uns im Test gefühlte zweihundert Mal am Tag dabei, das Smartphone mittels Pulliärmel sauber zu wischen. Ansonsten gibt es aber nichts zu beanstanden.

 

Haptisch liegt das HTC U11 Plus gut in der Hand. Die Kanten könnten ein wenig abgerundeter sein, es zeigt sich nicht besonders handschmeichlerisch. Andererseits ist es eine gute Alternative zum Trend der runden Ecken bei den meisten anderen Herstellern. Aus der Hand rutscht das Gerät nicht, allerdings mag es keine glatten stoffigen Oberflächen. Sofas oder Tischdecken sieht es als optimale Rutschbahnen an, ein Case bietet sich hier also wirklich an.


3. Technische Details

Modellbezeichnung

HTC U11 Plus

BetriebssystemAndroid 8.0 Oreo mit HTC Sense
ChipsatzQualcomm Snapdragon 835, 64-Bit-Technologie, Octacore mit bis zu 2.45 GHz
Speicher128 GB Flashspeicher (erweiterbar um bis zu 2 TB), 6 GB RAM Arbeitsspeicher
SIMDual-SIM, 2x Nano-SIM
Display6 Zoll Quad-HD-Display mit Gorilla Corning Glass 5
KameraFrontkamera: 8 MP Selfie Panorama Cam, Hauptkamera: 12 MP Ultra Pixel 3 mit UltraSpeed Autofocus und OIS
Akku3’930 mAh
VerbindungenNFC, WiFi 802.11 a/b/g/n/ac, 4G LTE, Bluetooth 5.0, HTC Connect, USB 3.1 Gen 1, USB-Type-C
SchutzWasser- und staubdicht nach IP68

 

4. Leistung und Performance des HTC U11 Plus

Das HTC U11 Plus bietet mit seiner Hardware beste Voraussetzungen, um das Betriebssystem Android 8.0 Oreo optimal auszureizen. Die Performance ist unglaublich gut. Selbst unter Volllast ruckelt absolut gar nichts und die Leistung bleibt stabil. Selbst aufwendigste Spiele bringen das Gerät nicht an seine Grenzen. Das User Interface ist mit HTC Sense in der gewohnten HTC-eigenen Umgebung geblieben und einfach zu bedienen. Selbst dann, wenn man zuvor kein HTC-Gerät benutzt hat, gewöhnt man sich sehr schnell an die Handhabung und auch Anfänger_innen sollten keinerlei Probleme bekommen.

 

Ein grosser Pluspunkt ist der von Haus aus riesige interne Speicher. Nach Installation aller Dienstprogramme bleiben einem selbst noch 119 GB für die eigenen Daten – das sollte für die Alltagsnutzung mehr als genug sein. Wem das immer noch nicht genug ist, kann einen der beiden SIM-Plätze für eine Micro-SD-Karte nutzen und den Speicher theoretisch um bis zu 2 TB aufstocken.

 

Eine schöne Sache ist zudem die Always-On Funktion der Sprachassistenz: Man kann, sofern aktiviert, jederzeit mit dem Handy Kontakt aufnehmen und Befehle hineinsprechen, auf die das Gerät im Test auch in allen Fällen reagierte. Es nutzt hierzu unter anderem Alexa, was den meisten Leuten ja inzwischen ein Begriff sein sollte.

Konnektivität

Die Verbindungsqualität liegt bei allen vorhandenen Optionen im Spitzenbereich. WiFi-Verbindungen sind sehr schnell hergestellt und stabil, im direkten Vergleich konnte das HTC U11 Plus selbst das iPhone X in entlegeneren Ecken der Wohnung übertreffen. Dort, wo das iPhone die Verbindung schon verlor, konnte sie vom U11+ noch bequem gehalten werden. Top! Bluetooth 5.0 kommt bei dem Gerät zum ersten Mal in Verbindung mit Android 8.0 zum Einsatz (zumindest zu Marktstart war es das erste Gerät) und funktioniert einwandfrei. Dort, wo die Verbindung zum Bluetooth-Speaker beim iPhone X schon manchmal abbricht, konnte das U11+ sie noch gut halten. Sehr schön!

 

4G bzw. LTE ist dort, wo es verfügbar ist, sehr gut standardmässig nutzbar. Hier kommt es natürlich auch auf den Mobilfunkanbieter an. Weder mit der Swisscom, noch mit der Deutschen Telekom kam es zu Netzabbrüchen.

 

Schade ist, dass nur eine der beiden einlegbaren SIM-Karten mit 4G laufen kann, die andere hat dann maximal 3G zur Verfügung. Dies ist verschmerzbar, aber gerade bei Telefonie mit VoLTE doch ein wenig schade, bedenkt man, dass z.B. Huawei mit dem Mate 10 Pro schon über die Dual-LTE-Technik verfügt.

5. Display

Das 6 Zoll grosse LCD-Display des HTC U11+ löst in Quad-HD+, also 2’880 x 1’440 Pixel auf. Dies entspricht einer Pixeldichte von 536ppi. Das Display ist zu jeder Zeit sehr gut ablesbar und knackscharf. Im Automatikmodus ist es etwas dunkel voreingestellt, was sich aber gut regulieren lässt. Allerdings wird es auch auf hellster Stufe nicht so hell angezeigt wie etwa das Display des Huawei Mate 10 oder des iPhone 8 Plus, was man vor allem bei direkter Lichteinstrahlung beim Kontrast spürt.

 

Das Seitenverhältnis ist im 18:9 Format gehalten. Die Bildschirmfläche ist also gemessen an den Massen des Smartphones schön gross, allerdings hat man nach wie vor einen schmalen Rand. Das gefällt uns im Test ziemlich gut und ist ein kleiner Schritt weg von den über den Rand hinweg gehenden Screens anderer Hersteller wie z.B. Samsung.

6. Akku

Der Akku ist beinahe 4’000 mAh stark und man sollte vermuten, dass er das Gerät sehr lang am Laufen lässt. Leider ist dies nicht der Fall. Man kommt bei normaler Nutzung, also Telefonie, Messaging, vier Email-Konten, Musikhören, Kameranutzung und das ein oder andere Spielchen in der Mittagspause zwar gut und bequem über den achtstündigen Arbeitstag – das war es dann aber auch schon fast. Am Abend muss das Gerät wie die meisten Konkurrenzgeräte definitiv noch “kurz” an den Strom, wenn es noch weiter in den Ausgang gehen soll. Zum komplett Aufladen braucht es ca. drei Stunden, was auch recht lang ist. Leider ist kein QI-Laden mit an Bord, was für Fans dieser Technologie sehr schade ist.

 

Geschuldet ist die eher durchschnittliche Akkuleistung den hohen Anforderungen der Hardware, dem hungrigen Display und sicher auch den Möglichkeiten des Geräts. Diese Kritik ist auf sehr hohem Niveau – anhand der Zahl von 3’930 mAh hätten wir einfach ein bisschen mehr erwartet als den Durchschnitt. Das Mate 10 Pro (4’000 mAh) beispielsweise entpuppte sich in unseren Tests damals als Dauerläufer und kann durchaus auch bei anspruchsvolleren Tätigkeiten noch mit guten Laufzeiten punkten.

7. Kamera

Alles andere als Durchschnitt ist die unglaublich gute Kameraleistung des HTC U11 Plus. Die Frontkamera ist mit ihren 8 MP stark und so gut wie einige Hauptkameras anderer Hersteller. Selfies gelingen gut, auch bei schlechteren Lichtbedingungen und auch Videotelefonie klappt sehr gut und ohne grossartiges Rauschen. 

 

Das Prunkstück des Smartphones ist aber die Hauptkamera. Überhaupt haben wir uns vor dem Test am meisten auf diesen Teilbereich gefreut: In Sachen Kamera macht HTC einfach kaum jemand etwas vor. Selbst bei schlechteren Lichtbedingungen gelingen tolle Fotos, es gibt kaum ein Rauschen. Der UltraSpeed-Autofocus ist sehr schnell und exakt und macht richtig Spass. HTC betont immer wieder den always-on HDR-Modus, der auch wirklich sehr gut funktioniert, ohne die ganze Zeit den Speicher zu füllen. Die Bildqualität hebt sich von unseren ebenfalls sehr guten Referenzmodellen, dem iPhone X und dem Huawei Mate 10 Pro, problemlos ab.

 

Videoaufnahmen gelingen sehr gut in 4K mit 30 fps, in Full-HD mit 120 fps. Ausserdem ist auch bei dem U11+ wieder die Sound-Option mit dabei, mit der man das Hauptmikrofon direkt auf einen Punkt (z.B. eine Bühne) ausrichten und störende Umgebungsgeräusche so ausblenden kann. Wer also gern auf Konzerten filmt, wird zufrieden sein.

8. Edge Sense

Über die HTC U-Modelle kann man keinen Test schreiben, ohne auf das Edge Sense Feature einzugehen. Dies ist schon vom HTC U11 und HTC U11 life bekannt. Genau genommen ist es eine druckempfindliche Stelle an der linken Kante des Smartphones, die mit verschiedenen Funktionen belegt werden kann. Im Test fanden wir den Kamera-Schnellstart und die Bedienung selbiger am praktischsten, wobei auch die Taschenlampenfunktion für Nachts über den Kantendruck sehr bequem war. Neu ist, dass man auch eine App-Schnellübersicht über Edge Sense starten kann. Dieses Feature ist noch recht ungewohnt, hat aber Potential, sich als praktisch zu erweisen, wenn man es länger nutzt.

 

Die Einrichtung von Edge Sense ist sehr einfach und intuitiv. Es wird zudem die Druckstärke und Empfindlichkeit festgelegt, um den individuell optimalen Druckpunkt zu finden. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, die Edge Sense zu belegen, verschiedenste Apps lassen sich so schnell aufrufen und bedienen. So kann man natürlich auch einstellen, Anrufe mit der Taste anzunehmen oder auch den Wecker mit der Taste bedienen.

 

Alles in einem ist die Kantenbedienung eine ziemlich coole Sache, an die man sich sehr schnell gewöhnt und sie dann auch nicht mehr missen mag. Auch im Google Pixel 2 steckt ja mittlerweile ein Pendant, welches aber nicht über dieselbe Vielfalt an Optionen verfügt wie das HTC U11 und U11+.

9. Sound und Zubehör

HTC und Sound gehört zusammen wie Erbsen und Ruebli. Selbstverständlich steckt auch im HTC U11 Plus die BoomSound-Technologie, die die Ohren verwöhnt. Der Klang ist für ein Smartphone wirklich exzellent. Auch ohne Kopfhörer ist die Audio-Qualität beim Musikhören sehr gut ausgewogen. Es gibt kein Scheppern oder blecherne Geräusche, was den wirklich gut austarierten Stereo-Lautsprechern geschuldet ist.

 

Als kleines Schmankerl packt HTC beim neuen Flaggschiff die “guten” Kopfhörer ein: Die im Lieferumfang befindlichen In-Ears sind die Active Noise Cancellation U-Sonic Kopfhörer, die im freien Handel allein schon um die 40 SFr. bzw. Euro kosten. Diese sorgen für einen wirklich guten Klang und sind kein Vergleich zu sonstigen Kopfhörerbeigaben. Per Ultraschall wird jedes Ohr schnell vermessen und der Sound angepasst. Die Active Noise Cancellation sorgt dafür, dass Umgebungslärm ausgeblendet wird – sehr praktisch für den Aufenthalt in Bahn, Bus und Menschenmengen.

10. Fazit

Nachdem wir das HTC U11 Plus eine Weile in Benutzung hatten, fällt es uns schwer, uns wieder davon zu trennen. Zu gross sind die Vorteile, die das Gerät bietet. Es ist bockstark und dabei sehr schnell, einfach zu bedienen sowie durch die Edge Sense mit innovativen Features ausgestattet.

 

Besonders gut gefallen haben uns die Kameras sowie die Soundqualität. Hier konnte das U11+ auf ganzer Linie überzeugen. Die Hauptkamera macht selbst bei schlechten Lichtbedingungen sehr schöne, scharfe Bilder ohne Rauschen. Bei guten Bedingungen überzeugen Kontrast und Farbgebung. Lediglich der Weisswert ist ein bisschen zu stark im Automatikmodus, lässt sich aber regulieren. Der Sound ist, wie von HTC gewohnt, sehr gut. BoomSound überzeugt auf ganzer Linie und auch die mitgelieferten Kopfhörer mit Active Noise Cancellation bringen das Gerät sehr gut zum Klingen.

 

Nicht ganz so begeistert waren wir vom Akku. Dieser ist mit seinen 3’930 mAh zwar sehr grosszügig bemessen, schafft es aber nicht, das Gerät länger als einen Tag in Betrieb zu halten. Das wäre ok, wenn es denn zumindest die Möglichkeit gäbe, das U11+ für eine Weile auf ein QI-Ladekissen zu legen oder es schnell zu laden. Drei Stunden Aufladezeit sind für untertags aber einfach zu lang.

 

Insgesamt ist das HTC U11 Plus einen ersten und auch zweiten Blick wert, wenn es darum geht, ein neues Smartphone auf allerhöchstem Niveau zu kaufen. Bei Amazon gibt es das Smartphone ab circa 650 Euro zu haben. In Anbetracht dessen, dass das HTC U12 bereits vor der Tür steht, sollte der Preis auch bald schleunigst fallen.

vg-wort
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