Mo. 26. Oktober 2015 um 11:52

Zehn Monate Smartwatch: Ein persönliches Fazit

von Dimitrios Kuckhoff6 Kommentare

Seit rund zehn Monaten benutze ich eine Smartwatch. Noch immer fragen mich interessierte Menschen in meinem Umfeld, ob sich die Anschaffung einer solchen Uhr lohnt. Diese Frage habe ich bisher immer leicht mit zwei Gegenfragen beantwortet: „Hast du eine Schwäche für Uhren und ein Faible für Technik?“

 

Ich benutze meine Uhr jeden Tag, interessanterweise seltener zum Ablesen der Uhrzeit, sondern eher zum Anschauen der Benachrichtigungen. Da ich z.B. viel im Auto unterwegs bin, ist der digitale Chronograph am Handgelenk zu einem besonders praktischen Gadget geworden. Und je mehr ich über diesen Artikel nachgedacht habe, desto mehr Funktionen sind mir eingefallen, die ich beinahe tagtäglich nutze.

Benachrichtigungen lesen und beantworten

Klassischer Einsatzzweck einer Smartwatch: Hier gibt es wohl nicht viel zu sagen. Ihr kennt doch bestimmt auch diese typischen „ok“ oder „ja“ Antworten auf eine Nachricht, die eigentlich unnötig war. Jetzt wieder das Smartphone aus der Tasche holen? Ein kurzer Blick auf die Uhr genügt. Antworten per Sprache in der Öffentlichkeit hingegen ist wohl den wenigsten Menschen recht, im Auto aber mehr als praktisch. Nachteil allerdings: Man ist vom Verkehr abgelenkt und die Spracheingabe versteht nicht immer zu 100% das, was man eingesprochen hat. Auch verfügt nicht jede App über eine solche Antwortfunktion, die gängigsten Messenger haben dieses Feature aber integriert.

Nicht benötigte E-Mails löschen

Ok, das Beispiel auf dem Foto ist vielleicht nicht das griffigste. Aber oft erhalte ich E-Mails (nicht unbedingt Spam), die so direkt im Vorhinein aussortiert werden können. Ein kurzer Blick genügt und gelöscht. Für mich Gold wert.

Musik oder auch Podcasts abspielen

Ja, jetzt kommt wieder das Auto-Beispiel. Handy ist in der Hosentasche, Auto steht natürlich noch auf dem Parkplatz, Musik läuft aber nicht. Da ich ausschliesslich Musik und Podcasts per Bluetooth konsumiere, müsste ich jetzt das Handy aus der Tasche kramen. Nervig, umständlich, will ich nicht. In diesem Fall nutze ich die App Player FM, welche eine Wear Integration mitbringt. Spotify starte ich über ein kleines Script per Tasker und WearTasker auf der Smartwatch. Bei Interesse liefere ich gerne eine Tutorial nach.

 

Podcast Player - Kostenlos
Tasker
Entwickler: Crafty Apps EU
Preis: CHF 3.99
WearTasker - Tasker for Wear
Entwickler: Cuberob
Preis: Kostenlos+

Schritte zählen oder auch Motivation zum Bewegen steigern

Zugegeben, ich laufe noch keinen Marathon oder bin jetzt exzessiver Fitnessjunkie, aber im täglichen Berufsleben pendelt sich eine gewisse Schrittzahl mit der Zeit ein. Ab und zu ist es doch interessant zu beobachten, dass ich gerne mal die Treppe anstatt den Aufzug nehme, um den Stepcounter doch etwas in die Höhe schnellen zu lassen 🙂

Navigieren

Wieso auf der Uhr, wenn man doch sein Smartphone oder externes Navigationsgerät hat? Ganz einfach! Wenn es mal schnell gehen muss. In der Vergangenheit kam ich schon manchen Mal in Situationen, wo ich doch schnell eine Route im Auto gebraucht habe. In diesem Fall ist die Navigationsanweisung schnell in die Smartwatch eingesprochen und per Bluetooth akustisch im Fahrzeug ausgegeben. Auch als Fussgänger hat sich dieses Features des Öfteren als recht praktisch erwiesen. Netter Nebeneffekt: Die Freunde staunen nicht schlecht, wenn die Uhr auf einmal die Richtung anzeigt.

Schnell mal eben eine Erinnerung speichern

Die klügsten Einfalle und spontanen Ideen zeichnen sich wodurch aus? Genau, die kommen immer genau dann, wenn es denkbar ungünstig ist. In meinem Fall morgens im Fahrzeug. Diese Ideen halte ich dann immer schnell per Erinnerung fest, um sie im Laufe des Tages entsprechend zu verarbeiten. Auch hier bin ich froh, nicht umständlich das Smartphone aus der Hosentasche kramen zu müssen. Alternative: Merken und in meinem Fall die Idee meistens dann doch vergessen. Ein Hoch auf die elektronische Gedächtnisstütze!

Verbrauchtes Datenvolumen anschauen und Hotspot umschalten

Passt es noch, nen Podcast zu streamen? Oder vielleicht ein paar Apps auf meinem M.I.C. AV7 Android Navigationssystem im Auto zu updaten? Eher ein nettes Nebenfeature als Kaufgrund, aber dennoch interessant für mich. Per Tasker frage ich die mobile Webseite meines Providers ab, welche mich über mein verbleibendes Datenvolumen informiert. Der Quellcode der Webseite wird dann verarbeitet, die entsprechende Information gefiltert und als Benachrichtigung angezeigt. Internet bezieht das Autoradio dann per W-Lan und freigegebenen Hotspot, welches ich bequem per Smartwatch ein- und ausschalten kann. Auch hier kann ich gerne bei Interesse eine Anleitung schreiben.

Einkaufen

Hier muss ich wohl nicht grossartig viel erklären. Die App Bring! leistet vorzügliche Dienste und bringt kooperative Einkaufslisten mit. Einen Testbericht könnt dazu ihr zur LG G Watch R nachlesen.

Fazit

Diese Artikel befasst sich bewusst nicht mit Dingen wie Performance oder Akkulaufzeit meiner LG G Watch R, diese Themen wurden an anderen Stellen ausreichend beleuchtet. Nein, hier geht es vielmehr um meine persönlichen Erfahrungen, die ich hier zu Anwendungsfällen aufgeschrieben habe. Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen Kaufinteressenten bei seiner Entscheidung, sich eine Smartwatch zuzulegen. Ich jedenfalls bin sehr zufrieden und möchte meinen kleinen Handgelenkbegleiter nicht mehr missen.

 

Übrigens: Meine Uhr hält mit aktiviertem Display je nach Nutzungsintensität ca. 1 – 1,5 Tage. Ich lade sie aber aus Gewohnheit jeden Abend auf, damit ich den Tag über keine Hemmungen habe, die Uhr ausgiebig zu nutzen.

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6 Antworten zu “Zehn Monate Smartwatch: Ein persönliches Fazit”

  1. Ahab sagt:

    Die Tatsache, dass man immer wieder Artikel findet, die der Frage nachgehen „Wozu eine Smartwatch?“, zeigt, wie sehr diese Geräteklasse an den Haaren herbeigezogen wurde.

  2. Sxiet sagt:

    Das haben die Leute sich bei Handys und vielen anderen neuen Geräten auch gefragt… und siehe da 😉

  3. skycamefalling sagt:

    Interessant zu lesen, was andere Leute mit so einer Smartwatch machen.
    Vor einiger Zeit hatte meine alte Armbanduhr den Geist aufgegeben und ich hab mich auch in die Richtung Smartwatch informiert.
    Allerdings wollte ich keinen Computer, der auch eine Uhr anzeigen kann, sondern ich wollte eine Uhr mit einigen „smarten“ Funktionen.

    Da ein Tag Akkulaufzeit für mich indiskutabel ist hab ich im weiteren Umfeld der Smartwatches für mich das Richtige gefunden: Die Garmin Fenix 3. Das ist eine optisch schöne und robuste Uhr die auch mit Hemd und Sakko zusammenpasst, sie bietet 3 Wochen Akkulaufzeit, informiert mich über eingehende Nachrichten, ich kann den Musikplayer steuern und zusätzlich mittels GPS meine Lauf- und Mountainbiketouren aufzeichnen und einen Pulsgurt verbinden.
    Das Ganze zum Preis einer Moto 360 die jede Nacht ans Netzteil will.

    Reine Smartwatches dürften für einen Großteil der Bevölkerung erst interessant werden, wenn das Laufzeitproblem gelöst ist. Bis dahin, finde ich, ist man mit der Fenix oder den Vector Watches besser beraten.

  4. Abarth sagt:

    Also wenn die Uhr mit Schlaftracking-Funktion jede Nacht ans Netz muss, ist irgendwas schiefgelaufen 😀

  5. Ney sagt:

    „Reine Smartwatches dürften für einen Großteil der Bevölkerung erst interessant werden, wenn das Laufzeitproblem gelöst ist“
    Das wurde auch damals über smartphones gesagt – immerhin haben alte handys mehrere wochen mit einer ladung gehalten. heutzutage ist es normal sein handy abends an den strom zu hängen.

    hab seit nen paar tagen ne moto 360… bei nem preis von 144€ neu, dacht ich mir, kann man nicht viel falsch machen. aber ja… ich komm vll auf 5-8stunden laufzeit. bisher bin ich deshalb auch nur halb begeistert. was auch dumm bei benachrichtigungen ist, sie vibriert bei mir leider nicht. und ich seh Neue meldungen erst wenn ich nach oben wische.

    dennoch find ich sie recht praktisch. nutzen tu ich sie hauptsächlich auf arbeit… sieht einfach dumm aus, wenn man ständig sein smartphone zückt. so reicht ein blick auf die uhr und man sieht ob ne wichtige benachrichtigung eingegangen ist oder auch nicht.

    aber ja fürs schlaftracken ist sowas natürlich nicht geeignet

  6. Yves Jeanrenaud sagt:

    die fenix 3, die skycamefalling erwähnt, hatten wir auch schon im Test: https://www.pocketpc.ch/magazin/testberichte/review-garmin-fenix-3-im-test-27146/

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