Di. 03. Februar 2026 um 16:37

One’s Two Cents: Wie sich Apples Tim Cook unter Trump aktuell zum Affen macht

von Marcel Laser 0 Kommentare
Lesedauer: < 1 Minute

Es ist unglaublich absurd und tragisch, was in den USA passiert. Zwei Zivilpersonen wurden innerhalb kürzester Zeit auf offener Strasse hingerichtet, Kinder werden entführt und als Erpressungsmittel gegen ihre Eltern eingesetzt und Tim Cook hat aktuell nichts besseres zu tun, als eine interne Mail für das eigene Unternehmen Apple zu verfassen, die im Angesicht seiner eigenen Handlungen nicht absurder sein könnte. Ich habe schon lange keinen Meinungsartikel mehr geschrieben, daher halte ich mich her relativ kurz, werde mich aber durchaus etwas sehr dolle aufregen.

Tim Cook redet von “Ereignissen” und “Erschütterung”

Aber rollen wir das tote Pferd doch einmal von Hinten auf. Im Wissen das Trump bereits vor seiner Amtszeit “Project 2025” umsetzen wird, kamen zahlreiche Milliardäre zur Amtseinführung des US-Präsidenten. Darunter auch Tim Cook, der beim offiziellen Schausitzen des Candle-Light-Dinners der grossen Tech-Bros betonte, was für eine tolle Zusammenarbeit es doch mit der “faschistischen Mandarine” gebe. Ein Präsident, der Europa offen mit Krieg drohte und damit die Nato versuchte zu destabilisieren und mit ICE eine Organisation eingeführt hat, die paramilitärisch im Staatsdienst komplett menschenverachtend agiert.

 

Unter all dieser Last der aktuell ausufernden USA, entschied sich Tim Cook übrigens dazu, sich auf Einladung des Präsidenten in die Premieren-Vorstellung des neuen Films “Melania” zu setzen. Ein Film, der darüber hinaus von einem mutmasslichen Sexualstraftäter gedreht wurde und wo mehr als ein Drittel sich aus den Credits am Ende haben streichen lassen, weil sie weder mit dem Produzenten noch mit der Trump-Familie in Verbindung gebracht werden wollen. Und natürlich hat Amazon das Machwerk produziert. Am gleichen Tag der Vorstellung wurde übrigens Alex Pretti von ICE hingerichtet und Cook war am Abend ins Weisse Haus geladen worden. Die Kritik gegen den Apple-Chef war daher ziemlich gross.

 

Der CEO hat sich aber nun vor einigen Tagen in einer internen Mail, bei der er selbst wohl ziemlich genau weiss, dass diese nicht all zu lange intern bleiben wird, zu Wort gemeldet. In dieser bezeichnet der Chef in Cupertino die Hinrichtungen an Alex Pretti und Renee Good auf offener Strasse als “Ereignis”, welches ihn “erschüttert” hätte. Zudem appelliert Cook an die “höchsten amerikanischen Ideale”. Die gesamte Mail von ihm lest ihr nun im Folgenden übersetzt:

“Team,

 

die Ereignisse in Minneapolis haben mich zutiefst erschüttert. Meine Gebete und mein tiefstes Mitgefühl gelten den Familien, den Gemeinden und allen Betroffenen.

 

Jetzt ist es an der Zeit, die Lage zu deeskalieren. Ich glaube, dass Amerika am stärksten ist, wenn wir unseren höchsten Idealen gerecht werden, wenn wir jeden mit Würde und Respekt behandeln, egal wer er ist oder woher er kommt, und wenn wir unsere gemeinsame Menschlichkeit annehmen. Das ist etwas, wofür Apple sich schon immer eingesetzt hat. Ich hatte diese Woche ein gutes Gespräch mit dem Präsidenten, in dem ich ihm meine Ansichten mitgeteilt habe, und ich schätze seine Offenheit, sich mit Themen zu befassen, die uns allen wichtig sind.

 

Ich weiss, dass dies für viele sehr emotional und herausfordernd ist. Ich bin stolz darauf, wie sehr sich unsere Teams für die Welt ausserhalb unserer Mauern engagieren. Diese Empathie ist eine der grössten Stärken von Apple und etwas, das wir alle schätzen.

Vielen Dank für alles, was Sie tun.

 

Tim” – Tim Cooks interne E-Mail

Ganz ehrlich: Der Nachgeschmack hier ist unglaublich bitter. Einer der reichsten und mit seinem Unternehmen Apple vermutlich auch einflussreichsten Menschen der Welt, hat mit “Trump ein gutes Gespräch” geführt und es wäre nun an der Zeit zu “deeskalieren”. Der Apple CEO lebt allerdings auch offen schwul und dass dieser keine Repressalien der Regierung zu fürchten hat, liegt einzig und allein an der für ihn zur Verfügung liegenden Macht, während gleichzeitig in den Schulen Bücher über Aufklärung und eben auch gleichgeschlechtlicher Beziehungen verbannt werden. Wir erinnern uns nur zu gut, wohn Bücherverbrennungen führen.


Apple entfernte wichtige App gegen ICE aus dem App Store

Das was “Tim Apple” da schreibt, kann unter den oben genannten Gesichtspunkten und einem weiteren sehr verstörendem Fakt, eher als heuchlerisch beschrieben werden. Apple entfernte nämlich auf Druck der Regierung eine App aus dem App Store, mit der betroffene Menschen die Bewegungen der ICE-Agenten teilen und damit andere potenzielle Opfer warnen konnten. Die App flog nach kurzer Zeit sowohl aus dem Google Play Store (ja, Google ist ebenfalls nicht unschuldig) als auch aus Apples Softwarehaus.

 

Diese App war eines der wenigen Mittel der Opfer, sich überhaupt in irgendeiner Form gegen die maskierten Terror-Straftäter “wehren” zu können. Die von Tim Cook geschriebenen Worte wirken da wie blanker Hohn gegenüber den Menschen, die aktuell keine Chance haben, überhaupt etwas gegen eine maskierte, mit Waffen ausgestattete, unglaublich schlecht ausgebildete paramilitärische Einheit in Staatsdiensten zu unternehmen. Und von diesen Menschen profitiert auch Apple.

Lieber Tim…

Auch wenn du das hier vermutlich nicht lesen wirst und es Apple vermutlich auch scheissegal ist, aber man würde sich in solchen Fällen schon ganz gerne klare Worte über die Missstände in eurem Mutterland wünschen und eine direkte Ansprache zu dem, was es wirklich ist: Lupenreiner Faschismus. In einem Land wo zivile Hinrichtungen und Entführung von Menschen (vor allem auch von Kindern!) an der Tagesordnung stehen, liest sich der Brief nicht besonders gut. Das sind die aktuell “amerikanischen Ideale”, die die faschistische Orange, in den USA durchdrücken will und ich hoffe, dass Unternehmen wie Apple und Google auch den Arsch in der Hose haben, und sei es nur um ihres geliebten Geldes wegen, diesem entschlossen entgegen zu stellen.

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