Review: Inzone E9 im Test: Was können Sonys eSport-Gaming-Earbuds für PC und PS5?
In-Ears sind eigentlich gar nicht all zu weit verbreitet, wenn es um das Zocken an Konsole oder Gaming-PC geht. Allerdings gibt es einen Bereich, wo diese recht intensiv zum Einsatz kommen. Gerade im professionellen Einsatz im Pro-Gaming, setzen sich die Profis In-Ears in die Ohren und setzen sich erst dann einen Over-Ear-Kopfhörer auf. Die Sony Inzone E9 passen ziemlich perfekt in diesen Bereich, wie auch unser Test der Earbuds zeigt.
Inhaltsverzeichnis
Klein, nur Klinke, viele Schaumstoff-Stöpsel für sichere Passform
Den Sony Inzone E9 Earbuds liegt ein ordentliches Paket an Zubehör bei. Unter anderem bis zu vier verschiedene Passformgrössen für die Stöpsel, zusätzlicher Abschiermungsschaumstoff, ein kleiner Adapter für USB-C auf Klinke sowie eine sehr schöne und robuste Tragetasche. Die Kopfhörer selbst werden übrigens um den oberen Teil des Ohres gehangen und sind dort auch steif, damit ein sicherer Halt gewährleistet wird. Durch die vielen Anpassungsmöglichkeiten, sind die Buds sehr bequem und verursachen auch keine Druckstellen. Auch nicht im oberen Bereich des Ohrs.
Mehr Sony Inzone Produkte im Test
- Sony Inzone H9 II im Test: Gaming-Headset mit WH-1000XM6 Treibern im Check
- Sony Inzone Mouse-A im Test: Netter Ersteinstieg, aber auch gut genug?
- Sony Inzone M10S im Test: Eine Menge Bild für extrem viel Geld
Dabei ist die eigentliche Ausstattung gar nicht mal so überbordend. Denn die Inzone E9 sind reine Klinkenkopfhörer und haben an sich keinerlei Elektronik in Form von Wireless-Features verbaut. Sie werden entweder direkt im Controller oder mit dem mitgelieferten Adapter betrieben. Das macht sie universell und plattformunabhängig einsetzbar. Egal auf welchem Gerät ihr spielt: Switch, Steam Deck, Xbox oder eben PS5 oder am PC. Solange 3.5-mm-Klinke möglich ist, können die Earbuds ohne Probleme genutzt werden.
Übrigens empfand ich persönlich die Earbuds als wirklich angenehm. Selbst als Brillenträger hab ich keinerlei Probleme, die Inzone E9 über einen längeren Zeitraum zu tragen. Allerdings könnte mit grösseren Brillenbügeln durchaus Druckstellen auftreten, da die über die Ohren gelegten, steifen Elemente für den Halt sich den Platz mit den Brillenbügeln teilen müssen. Meine Brille ist durchaus filigraner als die meisten Modelle, daher hab ich hier vermutlich auch etwas Glück.
Bilder: PocketPC.ch / Laser
Wie klingen die Inzone E9 Earbuds im Test?
Hier müssen wir erst einmal genauer definieren, für welche Zielgruppe die Inzone E9 gedacht sind. Sony hat das Tuning hier, ähnlich wie bei den Inzone H9 II, an das eSport-Segment angelehnt. Was heisst das genau? Die Mitten und Höhen der Kopfhörer sind deutlich hervorgehoben und die Tiefen besonders stark zurückgefahren. Damit werden vor allem hohe Töne, beispielsweise Schritte in Egoshootern oder das Nachladen virtueller Waffen wesentlich besser hörbar. Dafür sind sie in erster Linie auch gedacht. Gerade im professionellen eSport sind exakt diese Frequenzbereiche enorm wichtig und liefern die Inzone E9 auch stark ab. Gerade wenn ihr die entsprechenden Sound-Profile im Inzone-HUB nutzt.
Da die Earbuds direkt im Ohr sitzen, ist der Klang auch sehr klar und direkt. DIe Sound-Stage selbst ist aber arg limitiert. Dennoch schaffen es die Inzone E9 ein ordentliches Raumbild im Klang zu schaffen, die eine Ortung möglich machen. Gerade wenn ihr die Kopfhörer mit Spatial Audio (beispielsweise THX auf dem PC) oder eben 3D-Audio auf der PlayStation 5 nutzt. Damit ist die Zielgruppe also schon sehr stark definiert. Professionelle Spielende, die wirklich im Wettkampf unterwegs sind und darauf angewiesen sind, jeden Schritt zu hören. Hier sind die Inzone E9 auch wirklich brauchbar!

Was absolut gar nicht funktioniert (und dafür sind sie auch nicht gedacht), ist der Medienkonsum im Bereich von Musik, Filme, Serien oder dergleichen. Die Tiefen sind derart stark zurückgefahren, dass vieles wie aus einer Blechdose klingt. Musik ist nahezu ungeniessbar. Das gilt übrigens auch für Single-Player-Games, die ihr für euch ganz alleine spielen und in die Atmosphäre eintauchen wollen. Die Inzone E9 haben keine Möglichkeiten im Portfolio überhaupt irgendeine cineastische Atmosphäre zu übertragen.
Noch einmal: Dafür sind sie auch nicht gemacht! Wir erwähnen es nur so eindringlich, damit eure Kaufentscheidung hier nicht fehlgeleitet wird. Ihr solltet daher schon wissen, wofür die Kopfhörer gemacht sind und welche Zielgruppe hier deutlich angesprochen werden soll. Wenn ihr also nicht unbedingt 10 Stunden am Tag im Wettkampf in CS2, Overwatch oder Apex Legends hängt, dann sind die Sony Earbuds definitiv nichts für euch.

Kein Mikrofon, aber eine unglaublich gute, passive Abschirmung
Übrigens: Ein Mikrofon haben die Inzone E9 nicht, nicht einmal diese kleinen Teile, die häufig im Kabel solcher 3.5-mm-Klinke-Earbuds integriert sind. Die Sony-Dinger sind rein für den Wettbewerb konzipiert und da solltet ihr entsprechend ausgestattet sein. Es macht also keinen Sinn ein zweckmässiges, kleines Dongle-Mikro da zu integrieren, wenn im Eifer des Gefechts euch genau deswegen niemand versteht. Das hilft nicht und ist in meinen Augen auch der richtige Weg, den Sony hier geht.
Beeindruckend ist übrigens die überragende passive Abschirmung, die wie eine gute, aktive Geräuschunterdrückung funktioniert. Durch die zahlreichen Grössen der Silikon- und Schaunstoff-Stöpfel, könnt ihr die Anpassung so extrem detailliert angehen, dass von aussen nichts mehr an euer Ohr dringt und ihr euch vollständig auf die wirklich wichtigen Geräusche im Wettbewerb konzentrieren könnt. Nicht zufällig setzen sich Profis im Wettkampf In-Ears in die Ohren und setzen sich dann noch weitere Over-Ears oder sogar Gehörschutz zusätzlich über die Ohren. Die Sony Inzone E9 erreichen genau das mit eigenen Hilfsmitteln.

Fazit: Die besten FPS-Earbuds, die ich bislang testen durfte!
Gut, machen wir es relativ klar und deutlich: Die Inzone E9 Earbuds, sind stark spezialisierte Kopfhörer, die aber in dem was sie tun sollen, unglaublich gut sind. Seid ihr im Wettkampf-Bereich unterwegs und seit auf jeden hörbaren Schritt und Nachlader angewiesen, dürften die Inzone E9 eine grosse Hilfe sein. Das üppige Zubehör, inklusive der vielen Anpassungsmöglichkeiten an eure Ohren, sind richtig gute Zusatzfeatures. Damit klappt auch eine hervorragende Ortung im dreidimensionalen Raum.
Auf der anderen Seite sprechen wir aber auch eine Kaufwarnung aus, denn sucht ihr Kopfhörer für atmosphärische Solo-Player-Games, dann ist der Einsatz der Inzone E9 nahezu sinnlos. Dafür sind sie einfach nicht gedacht. Auf der anderen Seite gehören sie aber zu den besten FPS-Earbuds, die ich bisher so in den Ohren hatte und solltet ihr tatsächlich auf gehobenem Level im Wettbewerb stehen, könnten die Sony-Earbuds durchaus ein willkommenes Upgrade sein!
Ansonsten sprechen wir hier auch noch vom Preis und dieser ist mit einer UVP von rund 150 Euro bzw. SFr. dann doch eklatant hoch! Auf der anderen Seite hat Sony an vieles Gedacht, was für den eSport wichtig ist, vor allem bei der Abschirmung und den Möglichkeiten mit dem USB-C-Dongle. Im Paket liegt auch recht viel hochwertiges Zubehör, wie die Schutztasche und die darin enthaltenen magnetischen Halterungen, bei. Ich sehe den sehr hohen Preis hier eher mit gemischten Gefühlen, da der Einsatzzweck sehr begrenzt erscheint. Dafür sind sie dort aber auch ein absolutes Highlight.


Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.