Warhammer 40k Rogue Trader im Test: Switch 2 Portierung ist eine technische Katastrophe
Warhammer 40k Rogue Trader heimste in der Vergangenheit einige Preise ein und wurde von der Fachpresse auch zurecht gelobt! Auch mir hat das Spiel in Gameplay und Story auf dem PC gefallen und bin auch Fan des Warhammer-Universums. Allerdings ist die technische Umsetzung für die Nintendo Switch 2, die im Juni 2025 erschien, eine absolute Katastrophe. Daher konzentrieren wir uns hier auch mehr auf die Technik im Testbericht.
Inhaltsverzeichnis
Performance-Check: Diashow statt Si-Fi-Epos
Seit dem Release im Dezember 2023 haben wir auf dem PC unzählige Stunden im Koronus-Sektor verbracht. Warhammer 40.000: Rogue Trader ist eigentlich ein Meisterwerk der Rollenspiel-Experten von Owlcat Games. Doch die Portierung auf die Nintendo Switch 2? Sagen wir es mal so: Wenn das die Inquisition oder der Adeptus Mechanicus sehen würde, gäbe es für die Verantwortlichen nur eine Strafe… und zwar der Exterminatus! Das Spiel erschien im Dezember 2025 für Nintendos Konsole und ist damit nun ein paar Monate schon zu haben.
Man sollte meinen, dass die Switch 2 mit Titeln wie Rogue Trader eigentlich leichtes Spiel haben könnte. Immerhin handelt es sich hierbei um ein isometrisches CRPG und ist auch optisch beileibe kein grafischer Hardware-Fresser, wie beispielsweise Cyberpunk 2077 oder auch Resident Evil 9 Requiem. Die Realität sieht in diesem Fall aber leider irgendwie anders aus und wir standen vor folgenden Problemen:
FPS (Bilder pro Sekunde): Das Ziel sind zwar 30 FPS, doch erreicht werden diese selten. In belebten Hub-Arealen oder bei Effekten wie Feuer und Psi-Blitzen bricht die Framerate regelmässig massiv auf unter 20 FPS ein. Besonders im Handheld-Modus fühlt sich das Spiel oft sehr ruckelig an.
Auflösung und Bildqualität: Um die Performance irgendwie zu retten, wurde die Auflösung massiv nach unten geschraubt. Selbst im Dock wirkt das Bild verwaschen. Texturen laden oft verspätet nach oder bleiben matschig.
Ladezeiten: Hier zeigt die Switch 2 im Vergleich zur Vorgängerkonsole eigentlich ihre Stärken, aber Rogue Trader scheint das nicht zu wissen. Gebietswechsel dauern gefühlt eine Ewigkeit – ein echter Immersions-Killer.
Stabilität: Das grösste Problem. Seit dem Launch im Dezember 2025 gab es zwar Patches, aber Abstürze direkt ins Home-Menü sind immer noch an der Tagesordnung. Wer hier nicht alle fünf Minuten manuell speichert, verliert schnell den Verstand oder, wie ich in in zwei Fällen, Sogar den Fortschritt!
Bilder: Owlcat Games
Warum ist die Switch 2 Version technisch so schlecht?
Das ist eine sehr gute Frage und lässt sich ehrlich gesagt nur mit fehlender Optimierung beantworten. Ich bin mir hier aber in vielen Dingen nicht sicher. Denn technisch gesehen wäre die Switch 2 durchaus in der Lage, ein solches Spiel wie Warhammer 40.000 Rogue Trader ohne grössere Probleme zu stemmen. Vermutlich wurde der Code nicht unbedingt zu 100 Prozent auf die ARM-Architektur des Tegra-Chipsatzes in der Nintendo Switch 2 heruntergebrochen. Zwar kommt das von Nvidia bereitgestellte DLSS zum Einsatz, was man vor allem an der aggressiven Hochskalierung erkennt, doch das hilft alles nichts.
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Das resultiert übrigens auch in eine ziemlich träge Menüführung und allgemeine Eingabe. Es fühlt sich alles ein wenig so an, als hätte die Switch 2 einige Denkpausen inne. Das macht mich mitten im Gameplay ziemlich irre, denn Rogue Trader ist eigentlich mit vielen ineinander greifenden, verschachtelten Menüs ausgestattet. Die minimale Verzögerung ist da absolut nicht hilfreich!
Video: Owlcat Games
Gameplay und Story sind allerdings auf absolutem Top-Niveau
Was das Studio Owlcat Games aber vor allem richtig drauf haben, sind Story und eben das wirklich ausgefeilte Gameplay des Spiels. Schliesslich konnten sie das schon beim beliebten Pathfinder unter Beweis stellen, dass bis heute eine stabile Fan-Community um sich vereinen kann. Hier schlüpft ihr in die Stiefel eines Freihändlers im Warhammer-40k-Universums. Das bedeutet: Ihr seid Gesetz, Richter und Henker in Personalunion. Zumindest solange ihr dem Imperator treu bleibt, versteht sich. Häresie wird auch in Rogue Trader hart bestraft.
Die Story schlägt genau in die Kerbe, die Warhammer-Fans so lieben: Düster, politisch und natürlich auch absolut gnadenlos. Was sonst? Ihr startet als entfernter Verwandter der “von Valancius”-Dynastie und werdet nach einem brutalen Verrat plötzlich zum Lord Captain befördert. Ab diesem Moment liegt euch die Galaxie zu Füssen. Ihr seid kein einfacher Soldat, sondern ein gottgleicher Handelsfürst mit eigenem riesigem Raumschiff und einer Crew, die mal aus treuen Imperialen, mal aus zwielichtigen Xenos besteht. Eigentlich ziemlich cool inszeniert!

Das Herzstück von Rogue Trader ist dabei natürlich das rundenbasierte Kampfsystem. Wer hier blindlings nach vorne stürmt, wird schneller zu Psioniker-Futter, als er "Für den Imperator" rufen kann. Das Spiel setzt auf ein klassisches Gitter-System mit Aktions- und Bewegungspunkten. Das erinnert sehr an Heroes of Might and Magic oder eben auch das klassische XCOM. Da ich beides mehr als nur liebe, war das für mich persönlich gefundenes, sehr leckeres, Gameplay-Futter. Garniert wird das Ganze noch mit einer ordentlichen Portion Deckungs-Taktik. Besonders cool: Die Mechanik rund um das "Momentum". Wenn ihr ordentlich austeilt, füllt sich eine Leiste, die euch mächtige Heldenakte erlaubt. So etwas wie kleine Gamechanger, die eine aussichtslose Schlacht sogar noch drehen können. Zumindest wenn ihr diese sinnvoll einsetzt.
Was Rogue Trader besonders gut macht, ist das Gewicht eurer Entscheidungen. Seid ihr ein dogmatischer Anhänger des Imperiums, ein pragmatischer Ikonoklast oder verfallt ihr vielleicht sogar den Verlockungen des Chaos? Jede Antwort in den teils sehr textlastigen Dialogen formt den Pfad, den ihr begeht und beeinflusst, wie Fraktionen und Gefährten auf euch reagieren. Hat schon einiges von Baldurs Gate, macht auch genauso viel Spass! All das trägt massgeblich zur tollen Atmosphäre des Spiels bei. Man merkt an jeder Ecke, dass das Entwicklungsstudio nicht nur daran gearbeitet haben, sondern als Fans die Lore vermutlich auch atmen. Wer gerne liest und in eine Welt abtauchen will, in der Moral oft nur ein theoretisches Konzept ist, wird hier locker über 100 Stunden lang bestens unterhalten. Für Fans ein absoluter Leckerbissen.

Fazit: Geiles Games, aber spielt Rogue Trader nicht auf der Switch 2!
Warhammer 40.000 Rogue Trader ist in meinen Augen zweifellos eines der besten Spiele des Warhammer-Universums. Das sage ich nicht leichtfertig, da wir in der Vergangenheit mit Space Marine 2 beispielsweise ebenfalls ein richtig starkes W40k-Spiel bekommen haben. Als Fan essen wir aktuell unglaublich gut, die das Warhammer-Bankett derzeit so hergibt. Rogue Trader begeistert mit einer starken, taktischen Tiefe, einer tollen Atmosphäre, viel Lore zum eintauchen (vor allem als Fan!) und eben einer guten Story, die euch einiges an Entscheidungsfreiheiten lässt.
Technisch ist der Port auf die Nintendo Switch 2 aber eine absolute Katastrophe. Das Game hält kaum 30 Bilder pro Sekunde. Das ist natürlich in einem isometrischen CRPG jetzt kein Herzinfarkt, aber es fühlt sich schon ein wenig wie zwei Beinbrüche an. Ständig stösst man auf technische Probleme, sehr lange Ladezeiten oder das Game stürzt zwischendurch sogar ab. Die Performance ist einfach nicht akzeptabel. Habt ihr zufällig einen anderen Handheld, beispielsweise das Steam Deck OLED, dann kauft das Spiel doch lieber auf Steam, wo es ja sogar noch deutlich günstiger durch Rabatte angeboten werden kann.
Seid ihr Fan des Warhammer-40k-Universums, kann ich es euch nur ans Herz legen! Leider nur nicht für die Nintendo Switch 2. Hier solltet ihr definitiv die Finger vom Game lassen. Dann lieber auf einer der grossen Konsolen oder eben auf dem PC. Übrigens, das Spiel ist ohne Probleme auf Linux unter Proton spielbar und tatsächlich auch, wie angesprochen, auch für das Steam Deck optimiert.


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