Review: Yale Linus Smart Lock L2 Lite im Test
Smart Locks haben viel für sich. Nicht nur kann man damit ohne Schlüssel die Haus- und Wohnungstüre öffnen. Auch sind die unkomplizierten Nachrüstlösungen für alle möglichen Schliesszylinder mit vielen Sicherheitsfunktionen ausgestattet. Wir haben uns den neueste Ableger aus dem Hause Yale angesehen: Das Yale Linus Smart Lock L2 Lite.
Inhaltsverzeichnis
Lieferumfang des Yale Linus Smart Lock L2 Lite
Im Karton mit dem Linus Smart Lock L2 Lite hat Yale nicht nur die Montageplatte und ein Doppelklebe-Pad gelegt. Ein schwarzer, kleiner Inbusschlüssel und drei CR123A Lithium-Batterien zur Stromversorgung des Smartlocks sind auch dabei, sowie ein Faltblatt mit weiterführenden Informationen und ein Kärtchen, dass die Yale Home-App installiert werden muss.
Hardware und Eigenschaften
Das Linus L2 Lite Smart Lock besteht aus einem Zylinder mit 60 mm Durchmesser und 70 mm Tiefe inklusive Montageplatte. Dabei ist der vordere Teil 47 mm tief und mit einer Kunststoffabdeckung versehen, die sowohl in Schwarz als auch in Silber verfügbar ist. Das Schloss wiegt insgesamt 265 Gramm ohne die drei notwendigen Batterien. Mittig in der leicht vertieften Vorderseite ist eine Taste mit 18 mm Durchmesser und kreisrunder Status-LED. Dieser Deckel ist es, der von Hand gedreht wird, weswegen er auch von einem knapp 11 mm breiten Ring aus Ypsilon-Zeichen geziert wird, die für einen besseren Griff sorgen.
Der hintere Teil des Linus L2 Lite besteht aus dunkelgrauem Kunststoff beziehungsweise einer Montageplatte aus Metall in derselben Farbe. Auf der Oberseite ist das Herstellerlogo Yale aufgedruckt. Die Montageplatte kommt mit Klemmbacken, die sich an Schliesszylindern des Typs Europrofil sowie an Schweizer Rundzylindern fest machen. Dazu muss der Zylinder nur wenige Millimeter aus dem Türbeschlag ragen. Der Schlüssel darf indes nur 45 mm herausragen und maximal 7 mm breit sein. Zur Sicherheit gibt es eine Kompatibilitätsprüfung auf der Seite von Yale.

Testeindruck
Auffällig ist zunächst die hervorragende Verarbeitung des Linus L2 Lite Smart Lock von Yale. Alle Teile greifen perfekt ineinander. Nichts wackelt oder knarzt unnötig.
Das Yale Linus Smart Lock L2 Lite verfolgt durchgängig einen modernen Ansatz der Zutrittskontrolle im privaten Wohnumfeld und wurde speziell für das einfache Nachrüsten bestehender Türen konzipiert. Im Mittelpunkt steht der Gedanke, den klassischen Schlüssel nicht mehr als zentrales Element des Zutritts zu benötigen, ohne dabei Kompromisse bei Sicherheit, Alltagstauglichkeit oder Datenschutz einzugehen. Durch die Kombination aus digitaler Steuerung, automatisierten Funktionen und einer bewusst einfachen Installation wird ein Produkt bereitgestellt, das sich sowohl für Mietwohnungen als auch für Eigenheime eignet und sich unauffällig in bestehende Türsysteme integriert.
Montage und Inbetriebnahme
Die Installation und Inbetriebnahme ist wie von Yale gewohnt problemlos und in wenigen Schritten per Yale Home erledigt.
Linus L2 Lite passt auf fast alle bestehenden Europrofil-Schliesszylinder und 22 mm-Rundzylinder in der Schweiz. Nur falls man über einen Knaufzylinder verfügt oder falls der Zylinder keine Not- und Gefahrenfunktion besitzt, musst er ausgetauscht werden. Dazu kann man die Kompatibilität des Zylinders vorab prüfen und von Yale einen grössenverstellbaren Universalzylinder kaufen.
Nachdem die Yale Home App installiert und eingerichtet ist, leitet sie uns Schritt für Schritt durch die Installation des L2 Lite Smart Locks.
Diese Notfallfunktion des Schlieszylingders ist dabei besonders wichtig. Diese sorgt dafür, dass auch bei steckendem Schlüssel die andere Seite mit einem weiteren Schlüssel gedreht werden kann. So kann man sich, selbst wenn das Smart Lock mal nicht mehr funktioniert sollte, nicht aussperrt.
Die Batterien im L2 Linus Lite von Yale halten bei täglichem Gebrauch für bis zu sechs Monate durch. Ein niedriger Batteriestand wird natürlich in der App angezeigt und auch der Signalring des Smart Locks zeigt dies entsprechend an.
Die Yale Home App bietet zudem wie gewohnt smarte Warnhinweisen und Benachrichtigungen, um zu verfolgen, wann die Tür zuhause geöffnet und geschlossen wird und welche registrierten Personen und Familienmitglieder so dass Zuhause betreten. Man kann auch den Zugang problemlos teilen. Problemlos können virtuelle Schlüssel oder Codes mit vertrauenswürdigen Personen geteilt werden, die Tür automatisch verriegelt werden, wenn diese beim Verlassen des Zuhauses oder Zurückkehren geschlossen wird. Dank Geofencing ist die Haustür auch automatisch entriegelt, wenn man mit Einkaufstaschen beladen zuhause ankommt, doch ein Sicherheitsplan in der App entriegelt das Schloss dann aber zu Nachtstunden auf Wunsch nicht mehr automatisch, um die Sicherheit zu erhöhen.
Video: Yale ASSA ABLOY
Das Öffnen der Tür kann dann auf unterschiedliche Weise erfolgen, wodurch verschiedenen Nutzungsgewohnheiten Rechnung getragen wird. Neben der Steuerung über die App kann optionales Zubehör wie ein Smart Keypad oder ein Yale Dot verwendet werden, um den Zutritt per PIN-Code, Fingerabdruck oder NFC zu ermöglichen. Diese Vielfalt an Zugangsmethoden erhöht die Alltagstauglichkeit erheblich, da auch Personen ohne Smartphone oder mit eingeschränktem technischem Zugang problemlos eingebunden werden können. Gleichzeitig bleibt die Kontrolle stets in einer zentralen Anwendung gebündelt, wodurch Änderungen schnell und unkompliziert vorgenommen werden.
Durch die Nutzung der ConnectX WiFi Bridge wird eine Fernsteuerung des Schlosses im 2.4-GHz-WLAN ermöglicht, sodass der Status der Türe auch von unterwegs eingesehen und verändert werden kann. Doch die Smart Home-Integration kann auch per Matter over Thread erfolgen. Wer also einen Thread Border Router besitzt, etwa in Form eines Google Hub 2, kann auf die WLAN-Brücke verzichten. Es wird dann auch ausserhalb des heimischen Netzwerks immer angezeigt, ob die Türe offen oder verriegelt ist, was ein zusätzliches Gefühl von Sicherheit vermittelt. Zeitpläne für den Zugang können individuell definiert werden, wodurch bestimmte Berechtigungen automatisch aktiviert oder deaktiviert werden. In Goolge Home oder Apple HomeKit ist das Linus L2 Lite von Yale so auch schnell eingebunden. Diese Funktionen sind besonders bei regelmässig wiederkehrenden Abläufen sinnvoll, etwa bei um Paketdienste oder Reinigungspersonal einzulassen.
Das ganze klappt soweit auch tadellos. Durch die kleine Bauweise stört das L2 Lite optisch viel weniger an der Türinnenseite, als das Vorgängermodell vielleicht. Die Schliessvorrichtung wird zuverlässig und schnell betätigt und der Schlüssel im Schloss gedreht. Was nicht so recht funktionieren will, ist ein komplettes Öffnen der Tür durch überdrehen des Schlosszylinders. Dabei wird nicht nur die Verriegelung gelöst, sondern auch der Türschnapper eingezogen. Schade, aber das kommt vielleicht mit dem nächsten Softwareupdate.
Die Geräuschentwicklung des Motors im L2 Lite ist dabei meiner Meinung nach leiser als etwa beim Nuki Smart Lock Pro (Gen 4) und beim Yale Smart Lock Linus L2. Das ist gut. Auch die Integration in Smart Homes und Sprachassistenzprogramme wie Amazon Alexa und Google Home funktioniert soweit tadellos.
Preis und Fazit
Das Yale Linus Smart Lock L2 Lite gibt es beim Hersteller für 139,- Euro bzw. SFr. in den Farben Schwarz und Silber zu kaufen. Damit ist es nochmal 90.- Euro bzw. SFr. günstiger als das Vorgängermodell.
Insgesamt macht das Linus L2 Lite von Yale einen tollen Eindruck und bietet für alle, die gerne ihre Türe smart verriegeln möchten, eine tolle Alternative zu Mitbewerbsprodukten. Es ist als Nachrüstlösung, die den Schlüssel im Schloss dreht, komplett rückbaubar und so auch in Mietwohnungen kein Problem. Gerade die kleine Bauweise, die gute Batterielaufzeit und die Kompatibilität zu Matter over Thread machen das Yale Linus Smart Lock L2 Lite zu einem modernen, stilvollen und gut bedienbaren Smart Lock. Zudem gibt es von Yale nicht nur einen anpassbaren Universal-Schliesszylinder, sondern auch einen Adapter für Zimmertüren, so dass viele Szenarien mit dem Yale Linus L2 Lite abgedeckt werden können.



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