Mi. 17. Juni 2015 um 15:27

Smart Home: Automatisches Licht Teil 1- im Flur mit HomeMatic

von Dimitrios Kuckhoff3 Kommentare

Nachdem wir euch im Artikel Smart Home: Automatische Heizungssteuerung mit HomeMatic am praktischen Beispiel gezeigt haben, wie man sein Smart Home Schritt für Schritt einrichtet, möchten wir diese Artikelreihe weiter fortführen. So bauen wir kontinuierlich auf das gelegte Fundament auf und führen euch zum perfekten smarten Wohnerlebnis.

HomeMatic Licht Schatten Inlinebild

Warum sollte man sein Licht steuern und was kann man sich unter intelligent vorstellen? In diesem Abschnitt der HomeMatic Artikelserie schauen wir uns das Licht im Hausflur an: Wie oft kam es schon vor, dass ihr eure Wohunungstür geöffnet habt, es aber so dunkel war, dass man den Lichtschalter nicht auf Anhieb finden konnte? Oder vielleicht befindet sich dieser weiter im Flurinneren? Nasse Schuhe oder schwere Einkäufe in der Hand? Kein Problem, denn ab jetzt aktiviert sich das Licht automatisch, sobald Ihr die Haustür öffnet.

 

Die Vorbereitung

Für das automatisierte Licht im Flur benötigt ihr folgende Komponenten:

Ob ihr den Dimmaktor für Markenschalter oder Phasenabschnitt wählt, hängt von den Einbaumöglichkeiten in eurem Heim ab. In unserem Fall waren die Schächte der Lichtschalter zu klein für den Dimmaktor für Markenschalter, sodass wir uns für die untere Kombination Funk-Wandtaster entschieden haben.

Smart Home: Automatisches Licht Teil 1 - im Flur mit HomeMatic
So könnte der fertig eingebaute HomeMatic Funk-Dimmaktor 1-fach (Phasenabschnitt) am Ende aussehen

Installation der Komponenten

In unserer Variante haben wir den Lichtschalter durch einen Funk-Wandtaster ersetzt. Bei der Installation werden die dahinter liegenden Stromkabel miteinander verbunden, sodass der Dimmaktor für den Phasenabschnitt dauerhaft Strom erhält (die Deckenlampe wäre jetzt theoretisch dauerhaft eingeschaltet). Der Dimmaktor wird ins Lampengehäuse gesetzt oder, wenn dieses zu klein ist, daneben angebracht. Nach dem Anlernen und Verknüpfen der Komponenten (dazu kommen wir später), kann man über den Wandtaster die Lampe via Funk ein- und ausschalten. Aber das ist ja noch nicht der Sinn der Sache. Nun kommt der batteriebetriebene Bewegungsmelder ins Spiel, welcher natürlich so im Raum positioniert werden sollte, dass er eure Bewegung beim Betreten der Wohnung wahrnehmen kann. Im Testaufbau haben wir ihn in Richtung Haustür ausgerichtet. Entsprechendes Befestigungsmaterial ist im Lieferumfang enthalten.

 

Achtung: Für gelernte Elektriker oder Leute mit entsprechenden elektrischen Kenntnissen sollte das Anschliessen der Geräte kein Problem darstellen, wenn man diese gemäss der beiliegenden Anleitungen anschliesst. Wichtig natürlich und besonders zu beachten, sind die Sicherheitshinweise im Handbuch! Laien sollten sich fachmännischer Hilfe bedienen. 

 

Nun sind alle HomeMatic Geräte installiert und können nun über die Weboberfläche am PC angelernt und verknüpft werden.

 

Anlernen und Verknüpfen

Das Anlernen und die allgemeine Bedienung der Geräte ist in der beiliegenden Anleitung beschrieben. Damit die Lampe auch bei einem Ausfall der Zentrale geschaltet werden kann, müssen Wandtaster und Dimmaktor direkt miteinander verknüpft werden:

Variable und Programme zur An- und Abwesenheitserkennung

Die Frage ist jetzt: Warum dieser ganze Aufwand, wenn das Einschalten des Lichtes doch auf mit einem Bewegungsmelder aus dem Baumarkt funktioniert? Ganz einfach: Wir möchten das Licht nicht bei jedem Mal schalten, wenn wir durch den Flur laufen, sondern nur, wenn wir nach Hause kommen – eben ein Smart Home! Aus diesem Grunde benötigen wir das HomeMatic System. Über die Weboberfläche lassen sich die dafür notwendigen Variablen und Programme, in diesem Fall zur An- und Abwesenheitserkennung, angelegen.

 

Um das eigentliche Programm erstellen zu können, muss zunächst die Variable Anwesenheit angelegt werden. Wie das funktioniert, wird in dem Artikel Automatische Heizungssteuerung mit HomeMatic erklärt. Durch das Einwählen des Smartphones ins WLAN-Netz, erkennt der Bewegungsmelder dann die Anwesenheit und das Licht geht an. Damit das möglich ist, muss also ein Programm An- und Abwesenheitskontrolle (Smartphone) erstellt werden, wie ebenfalls im Artikel beschrieben.

 

Ein drittes Programm setzt die Variable Anwesenheit auf Anwesend sobald der Bewegungsmelder euch wahrnimmt. Nach dem gleichen Schema wie im oben verlinkten Artikel erstellt ihr nun das Programm Anwesenheitserkennung (Bewegungsmelder):

 

Wer mehr Infos möchte, kann sich mit einer selbst erstellen Variable Debuginformationen im Protokoll anzeigen lassen

Vor lauter Programmen und Variablen möchten wir natürlich nicht das Ziel ausser acht lassen: Das Licht im Flur einschalten. Dazu erstellen wir folgendes Programm: Flurlicht Abends einschalten

Smart Home: Automatisches Licht Teil 1 - im Flur mit HomeMatic
Die Helligkeitsschwelle kann je nach Geschmack angepasst werden. Auch hier nutzen wir wieder die Debugvariable für unser Systemlog

Zur Erklärung: Man betritt die Wohnung und der Bewegungsmelder erkennt das Öffnen der Haustür. Gleichzeitig, jedoch zeitverzögert, wählt sich das Smartphone ins WLAN-Netz ein und bestätigt die Anwesenheit. Nur das Smartphone als Anwesenheitserkennung zu verwenden, ist aufgrund der Zeitverzögerung nicht möglich. Durch die Verbindung des Handys zum WLAN erkennt die Zentrale, dass man permanent anwesend ist, was wiederum bewirkt, dass nicht bei jedem Betreten des Flures das Licht angeht. Verlässt man die Wohnung, wird diese Verbindung gekappt und das Programm setzt sich auf Abwesend, bei erneutem Betreten der Wohnung dann wieder auf Anwesend.

 

Infomaterial: Was ist der Unterschied zwischen Programmen und direkten Verknüpfungen?

 

Fazit

Wir fassen noch einmal zusammen:

  • Anschliessen und Einrichten der Komponenten
  • Variable Anwesenheit zeigt dem System, ob sich jemand in der Wohnung befindet
  • der Bewegungsmelder schaltet die Anwesenheit direkt auf Anwesend, der Ping auf das Smarthome hält diese aufrecht
  • das Licht geht nur an, wenn ihr die Wohnung betretet und es dunkel ist

Das Thema scheint auf den ersten Blick kompliziert zu sein, aber keine Sorge: Man gewöhnt sich bereits nach kurzer Zeit an die Programme, Variablen, Einstellungen und Verknüpfungen im HomeMatic System. Stück für Stück bauen wir uns so unser Smart Home zusammen und verleihen diesem eine Intelligenz welche sich von „Baumarktkomponenten“ unterscheidet.

 

Viel Spass beim Nachbauen 🙂

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3 Antworten zu “Smart Home: Automatisches Licht Teil 1- im Flur mit HomeMatic”

  1. HandySchlumpf sagt:

    Schöner Beitrag. Aber ihr solltet Laien dringend abraten Hand anzulegen und nicht so halbherzig darauf hinweisen “Wichtig natürlich und besonders zu beachten, sind die Sicherheitshinweise im Handbuch! Laien sollten sich fachmännischer Hilfe bedienen“
    Strom (auch Lichtstrom) TÖTET Menschen.

  2. Entrail sagt:

    Ich verstehe nicht genau, wieso das Licht nur angehen soll, wenn ich nach Hause komme, nicht aber wenn ich mal so durch den Flur laufe oO

    Meine Eltern haben zuhause diesen Bewegungsmelder, der ab einer gewissen Helligkeit erst anspringt, sodass am Tag das Licht aus bleibt und erst wenn es dämmert das Licht eingeschaltet wird.
    Letzten Endes will man doch jedes mal wenn man da lang läuft was sehen, außer evtl. nachts wenn man im schlafen nochmal ins Bad geht, aber dafür kann man das ding vor dem Schlafen gehen einfach auf aus stellen 😉

  3. Dimitrios Kuckhoff sagt:

    Dieser Artikel soll eine Möglichkeit aufzeigen. Es gibt natürlich auch viele weitere mögliche Szenarien und man darf die Konfiguration natürlich auch an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

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