Do. 14. Mai 2015 um 20:17

Smart Home: Automatische Heizungssteuerung mit HomeMatic

von Dimitrios Kuckhoff3 Kommentare

 

Was ist der Sinn und Zweck von Smart Home und warum eigentlich „Smart“? Das neue Modewort soll „Intelligenz“ ausdrücken. Was bedeutet das in diesem Zusammenhang? Smart Home schafft die Möglichkeit, einzelne Komponenten (z.B. Funksteckdosen, Heizungsthermostat oder Lichtschalter) intelligent miteinander kommunizieren zu lassen und somit verschiedenste, individuelle Szenarien möglich zu machen. Wie interessant wäre es zum Beispiel, wenn sich beim Betreten der Wohnung die Heizung hoch und beim Verlassen herunter fährt? Smart Home macht’s möglich! Im folgenden Beispiel zeigen wir euch, wie man eine Heizungssteuerung mit An- und Abwesenheitserkennung mit dem HomeMatic-System der Firma eQ-3 AG (zum Testbericht) in den eigenen vier Wänden realisiert und das ganz ohne Kabel, sondern via Funk!

HomeMatic Funk Heizköperthermostat

Die Vorbereitung

Um die Heizungssteuerung zu automatisieren, benötigt man nur wenige Komponenten:

Die WebUI Bedienoberfläche zum Anlernen des Thermostates ist über den Browser am PC aufrufbar. Die Installation und die allgemeine Bedienung der Geräte ist in der beiliegenden Anleitung beschrieben. 

 

Nun möchten wir euch zeigen, wie ihr Step by Step die eigentliche Automatisierung umsetzt. Zunächst wird die Komfort- und Ecotemperatur bestimmt, auf die der Heizkörperregler die Temperatur im Raum später setzen soll. Bei Abwesenheit schaltet sich das Thermostat auf Eco, bei Anwesenheit auf Komfort.

 

Genauere Erklärungen findet ihr im jeweiligen Screenshot

Variablen anlegen

Genauer gesagt legen wir nur eine, aber wichtige, Variable an: Anwesenheit. (siehe Screenshots) Durch diese soll das System später erkennen, ob man sich im Haus befindet oder nicht. Aber wie erkennt es das? Hier kommt das Smartphone ins Spiel. Wichtig ist, dass euer Smartphone eine statische IP Adresse zugewiesen bekommt und auch im Standby das WLAN aktiv bleibt. Wie das beim jeweiligen Gerät funktioniert, recherchiert ihr am besten im Internet. Es ist mit wenigen Klicks getan.

Programme einrichten

Bis zum jetzigen Zeitpunkt ist unser System noch nicht wirklich smart. Damit das System erkennt, ob jemand Anwesend ist fehlen noch einige Vorgaben. Diese werden in Form von sogenannten Programmen definiert.

Sie werden in der WebUI Bedienoberfläche verarbeitet und bieten eine grosse Palette an Möglichkeiten, um das Smart Home zu automatisieren.

 

Programm „An- und Abwesenheitskontrolle (Smartphone)“:

Alle fünf Minuten sucht die HomeMatic Zentrale jetzt nach dem Handy. Dies geschieht mit einem sogenannten Ping auf die IP Adresse (im Beispiel: 192.168.1.5) des Smartphones. Wichtig: Im unten stehenden Script muss natürlich die IP eures Handys eingetragen werden. Befindet sich dieses im WLAN, wird die Variable Anwesenheit von abwesend auf anwesend gesetzt.

 

string stderr;
string stdout;
integer Auslese;
system.Exec(„ping -c 1 192.168.1.5“,&stdout, &stderr);
Auslese = stdout.Find(„ms“);
if ( (Auslese == -1) && (dom.GetObject(‚Anwesenheit‘).State() == true))
{
dom.GetObject(‚Anwesenheit‘).State(0);
}
if ( (Auslese > 0) && (dom.GetObject(‚Anwesenheit‘).State() == false) )
{
dom.GetObject(‚Anwesenheit‘).State(1);
}

 

Programm „Heizung Wohnzimmer schalten“:

Durch die im Programm 1 definierte Variable sendet die Zentrale nun einen Befehl an das Thermostat. In unserem Beispiel: anwesend Comfort, abwesend Eco.

 

Die Screenshots beschreiben Schritt für Schritt die genaue Einrichtung der Programme.

 

Wichtig: Wollt ihr die Funktionen eures HomeMatic Systems erweitern? Ein Programm sollte nie zu kompliziert sein. Erstellt lieber mehrere Programme und weniger Code pro Programm. Auch ist es wichtig, diese eindeutig zu benennen, um später den Überblick zu bewahren. Die Hinterlegung weiterer Smartphones bei Mehrpersonenhaushalten ist selbstverständlich möglich. Um es nicht zu unübersichtlich werden zu lassen, haben wir uns hier auf ein Smartphone beschränkt.

Fazit

Zugegeben, es klingt alles etwas kompliziert, sollte euch aber nicht abschrecken. Im Grundsatz ist die Bedienung, wie bei jedem programmierbaren Heizkörperthermostat, einfach gehalten. Das schöne beim HomeMatic System ist, dass wir hier nicht nur eine Standardlösung erhalten, sondern diese individuell erweiterbar ist. Hat man sich einmal mit der Bedienoberfläche auseinander gesetzt, entdeckt man schnell die Vielfältigkeit dieses Systems. Hier soll eine von vielen Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie man sein Smart Home intelligent macht und was das Thema wirklich bedeutet. Die HomeMatic Hausautomatisation hatten wir für euch ja schon mal näher angeschaut.

 

Wir hoffen, wir konnten euer Interesse wecken. Viel Spass beim selber Testen!

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3 Antworten zu “Smart Home: Automatische Heizungssteuerung mit HomeMatic”

  1. NetPirate sagt:

    Danke für nette Idee mit dem Ping auf das Handy!
    Allerdings funktioniert ein Ping auf moderne Smartphones nicht mehr wenn es in den Ruhemodus wechselt.
    Vielleicht hilft dieser Forum-Beitrag dem Einen oder Anderen indem der Router (z.B. Fritz-Box) schaut ob ein bestimmtes Smartphone im WLan eingeloggt ist und dann eine oder mehrere Variablen direkt auf der Homatic-CCU2 beschreibt:
    http://homematic-forum.de/forum/viewtopic.php?f=18&t=17704

  2. Dimitrios Kuckhoff sagt:

    Vielen Dank für deinen Tipp 🙂

    Es kommt auf’s Gerät an und ob es aktiv im WLAN ist. Wenn sich im Standby das WLAN deaktiviert, geht der Ping nicht. Wenn das Gerät nicht auf ICMP- Pakete antwortet, geht es auch nicht. Bei den meisten Phones ist allerdings WLAN im Standby aktiviert.

  3. Grisu01 sagt:

    Vielen Dank für diese tolle Anleitung…
    Ich habe in den letzten Tagen versucht sie umzusetzen in meiner Homematic, das ganze allerdings für einen Funk-Zwischenstecker, um eine Lampe nach An-/Abwesenheit abends ein und aus zu schalten.
    Leider klappt es nicht und ich finde den Fehler nicht… 🙁
    Bin noch Neuling auf dem Gebiet Homematic und Programmierung. Ist hier jemand der vielleicht einen Blick auf meine Screenshots meiner Einstellungen werfen könnte ? Vielleicht ist der Fehler ja, ausser für mich, für einen Kenner sofort zu sehen… 😮
    VG, Simone

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