Di. 27. September 2016 um 11:28

Review: udoq Unified Docking Station im Test

von Barbara Walter-Jeanrenaud1 Kommentare

Während man über die grossen Messen wie den MWC, die CES oder die IFA streift, entdeckt man immer wieder sehr interessante, witzige und skurille Gadgets. Diesmal kamen wir am Stand von udoq vorbei und waren gleich sehr angetan von dem universell einsetzbaren Ladedock aus München. Nun konnten wir für euch eines der Docks testen. Wie es funktioniert und ob es im Alltag so praktisch ist, wie es aussieht, lest ihr in unserem Testbericht.

Was ist udoq und was ist dabei?

udoq ist eine Ladestation, die dank eines ausgeklügelten Kabelsystems universell einsetzbar ist. Die Station besteht aus einer Basis, auf der die Geräte aufliegen bzw. eingesteckt werden, und den verschiedenen Steckern. Jedes einzelne Kabel ist hierbei in ein rundes, verschiebbares Kunststoffelement eingefasst und kann je nach Tiefe der Ladebuchse individuell eingestellt werden, wie man auf dem Foto sehen kann. Von Haus aus mit dabei sind ein Lightning-Kabel, ein Micro-USB-Kabel, ein USB-Type-C-Kabel sowie ein älteres Apple-Ladekabel, mit dem etwa alte iPods und iPhones geladen werden können. Ausserdem verfügt das udoq über eine kleine Kunststoffschraube, mittels der man Smartphones, die z.B. seitlich aufgeladen werden müssen, aufbocken kann, so dass sie nicht schief aufliegen, was ja ungesund für die Buchse und/oder den Stecker sein kann.

 

Das udoq ist in verschiedenen Längen verfügbar. Standardmässig gibt es eine 240 mm, 390 mm, 540 mm und 690 mm Version. Allerdings kann man auf Anfrage sicher auch individuell angepasste Stationen bekommen. Zusätzliche Kabel müssen extra bestellt und bezahlt werden, was die Sache nicht ganz günstig macht.

 

Geeignet ist udoq nicht nur für Privathaushalte, auch Büros und Hotels könnten beispielsweise profitieren. Oft findet man im Hotel ein Ladedock für ein Apple iPhone mit Lightning-Stecker – blöd nur, wenn man mit dem Honor 5c unterwegs ist. Im Geschäft dürfen viele ihre Smartphones aus Sicherheitsgründen nicht an den PC anschliessen und Steckdosen sind rar – ein udoq für einen Zweier- oder Viererschreibtisch würde das Problem etwas minimieren.

Fröhliches Wechselspiel: Das udoq kann beliebig bestückt und jederzeit umorganisiert werden

Design

Beim ersten Hinsehen wirkt das udoq ein wenig wie ein MacBook-Zubehör, es kommt nämlich in einem ähnlichen Design daher. Es besteht in der Basis komplett aus Aluminium und wird lediglich durch gummierte Kunststoffstreifen an der Aufliegefläche und Kunststoffabdeckungen an den Seiten ergänzt. Das Dock ist 8 cm tief und 9 cm hoch und passt somit auch an sehr schmale Stellen wie das Fensterbrett oder die Schreibtischkante. Auch Sideboards oder Beistelltischchen können – je nach Länge des udoq – eine gute Abstellmöglichkeit sein.

 

Das udoq selbst ist sehr gut verarbeitet, es gibt keine scharfen Kanten, Kratzer, Grate oder Ähnliches, was das Gerät beschädigen könnte. Das Aluminium sieht hochwertig aus und fasst sich gut an. Durch die solide Bauweise ist es extrem stabil und robust – es sieht nicht so aus, als sei die Ladestation kaputt zu bekommen, abgesehen von den Steckern, aber die sind ja einfach ersetzbar.

Inbetriebnahme

Um udoq in Betrieb zu nehmen, muss man nur die Station aufstellen, die Stecker an die gewünschten Positionen schieben und die Kabel, die hinten, seitwärt oder nach unten aus der Öffnung der Station herauskommen, ordnen. Hierzu braucht man ein Mehrfach-USB-Netzteil oder einen USB-Hub. Dieser ist leider nicht im Lieferumfang enthalten, kann aber im Fachhandel ab etwa 10 SFr. bzw Euro erworben werden. Entgegen der ersten Annahme ist die Verlegung der Kabel keine besondere Kunst und mit nur wenig Fummelei verbunden. Sehr schön ist einfach das Ergebnis: Ein aufgeräumter Schreibtisch. Alle Kabel gehen ins Mehrfachnetzteil und dieses steckt in der Steckdose unter dem Tisch.

 

Um die Geräte auf dem udoq zu platzieren, braucht es kein Diplom: Richtigen Stecker für das eigene Gerät aussuchen, korrekt zielen und zack. Drin. Das ist ja einfach, um es mit Boris Beckers Worten zu sagen.

 

Eine ziemlich gute Sache ist die Stabilität und der Aufstellwinkel: Man kann zum z.B. ein Tablet so einstecken, dass man gemütlich fernsehen oder mit einem zweiten Bildschirm arbeiten kann und gleichzeitig das Gerät auflädt. Bei vielen Docs ist dies so nicht möglich, weil die Geräte im falschen Winkel stehen. Bei udoq sind alle Geräte im 77 Grad Winkel aufgestellt, was eine ganz normale, natürliche Nutzung ermöglicht. Ein iPad Pro mit 13 Zoll steht dabei genauso stabil in der Station wie ein Samsung Galaxy S6 edge und lässt sich problemlos bedienen, ohne nach hinten umzukippen oder gar das Ladedock mitzunehmen.

Fazit

Ich geb zu: Ich bin udoq-Fan geworden. Das Ladedock ist stabil, praktisch und schafft es, sogar auf meinem Schreibtisch, auf dem sich ständig an die sechs, sieben Privat- und Testgeräte unterschiedlichster Hersteller tummeln, Ordnung zu schaffen. Nach Hause kommen, Geräte in die Station. Fertig. Schön wäre es nur, wenn im Standard-Lieferumfang mehr Variabilität bestehen würde, so brauche ich persönlich keinen USB-Type-C-Stecker, dafür aber zwei Micro-USB- und zwei Lightning-Stecker. Aber gut, man kann ja abwechselnd laden. Eine weitere coole Idee wäre eine Möglichkeit, auch ein Ladedock für Smartwatches anschliessen zu können, vielleicht wird dies aber noch entwickelt, die Station ist schliesslich jederzeit problemlos erweiterbar.

 

Das Design des udoq ist zeitlos. Man merkt, dass mit dem Entwickler hinter dem udoq ein Designer am Werk war, das udoq besticht durch eine schnörkellose Optik, die sich in jeden Raum einfügen kann, egal ob man es in der Wohnung nun kunterbunt oder alles eher in schwarz-stahl-weiss hält.

 

Der praktische Nutzen des udoq ist unbestritten: Kein Suchen mehr nach dem Smartphone, mit jedem neuen Gerät kann udoq einfach erweitert werden und zudem kann man das Gerät, wenn es am Strom hängt, auch wirklich benutzen. Mittlerweile nutze ich das udoq sogar, um das iPad Pro nicht nur zu laden, sondern auch einfach stabil hinzustellen, wenn ich es am Schreibtisch brauche, da die Cases von Apple selbst meine Ansprüchen hierbei nicht genügen und ständig kippen.

 

Was mir persönlich gut gefällt, ist der umweltbewusste Gedanke hinter udoq. Das Dock ist auf die Ewigkeit ausgelegt, kein Plastikmist, dem nach einem Jahr wesentliche Teile fehlen. Zudem müssten, würden mehr Leute solche Stationen verwenden, überhaupt keine Kabel mehr zu den neu verkauften Geräten beigelegt werden, was unglaublich viel Müll vermeiden würde. Bis es soweit ist, ist es noch ein langer Weg und auch udoq allein kann die Welt nicht retten, aber irgendwann muss man ja mal anfangen, oder nicht?

 

Der Preis des udoq ist ziemlich hoch angesetzt. Er liegt bei 99 Euro für die kürzeste 240 mm-Version, 129 Euro für die 390 mm-Variante, 159 Euro für das 540 mm lange udoq und 179 Euro für das 690 mm lange Modell. Zusätzlich kosten Extra-Kabel auch nochmal um die 15 Euro, was ein stolzer Preis ist und manche Leute sicher abschrecken wird. Allerdings gibt es derzeit eine Kickstarter-Kampagne, in der man alle udoqs zum halben Preis bekommt. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich das Ladedock einmal genauer anzuschauen, wenn man auf der Suche nach einer praktischen, stabilen und schicken Lösung für seine Kabelprobleme ist.

 

vg-wort
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Eine Antwort zu “Review: udoq Unified Docking Station im Test”

  1. Paneka sagt:

    Schade, der Preis für das Stückchen Aluminium ist schon heftig. Bisschen günstiger und mit wählbaren Starterdocks (z.B. 3/4 mal Micro-USB) und ich hätte nicht lange überlegt, denn auch auf meinem Schreibtisch herrscht Chaos 😉

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