So. 09. November 2014 um 13:04

Review: RHA T10i-Kopfhörer im Test

von Jörg Renken1 Kommentare

Heutzutage ist der Arbeitsspeicher in Smartphone so gross, dass man bequem auch grössere Musiksammlungen dabei haben kann. Deshalb suchen immer mehr Leute nach guten Kopfhörern, die einen guten Klang zu einem „kleinen“ Preis bieten und die man immer dabei haben kann. Aus diesem Grund möchten wir euch – da sie gerade erschienen sind – die T10i von der Firma RHA vorstellen.

Frontansicht
Grossaufnahme der Fernbedienung und der T10i.

Der Lieferumfang und die technischen Daten des T10i

Der Lieferumfang der T10i-Kopfhörer ist – wie ich finde – beachtlich. Damit können nicht viele Konkurrenten aufwarten. Der Lieferumfang umfasst:

  • T10i-Kopfhörer mit Fernbedienung und Mikrofon
  • je zwei Paar Dual-Densitiy Silikon Ohrstöpsel in den Grössen S, M und L
  • je ein Paar Doppelflansch Silikon Ohrstöpsel in den Grössen S und L
  • Zwei Paar Memory-Schaumstoff Ohrstöpsel
  • je ein Paar Tuningfilter: Bass, Referenz und Treble
  • Edelstahl Tuning-Filter Halter
  • Edelstahl Ohrstöpsel Halter
  • Kleiderklipp
  • Tragetasche

Aber auch die technischen Daten können sich sehen lassen. Sie sind – laut RHA – wie folgt:

  

TreiberDynamisch; Modell 770.1
Frequenzbereich16 bis 22000 Hz
Impedanz16 Ohm
Empfindlichkeit100 dB
Nennleistung1 mW
Gewicht41 Gramm
Kabellänge1.35 Meter
Anschluss3.5 mm (vergoldet)

 

Dabei haben sie mit den Referenz-Tuning-Filtern eine recht lineare Frequenzkurve.

Frequenzkurve der T10i-Kopfhörer

 

Dieser Frequenzgang lässt sich aber mit Hilfe der mitgelieferten Tuningfilter variieren. Doch dazu später.

Die Verarbeitung und die Handhabung des T10i

Die neuesten InEar-Kopfhörer von RHA bestehen aus einem ergonomischen Edelstahlgehäuse, welches mittels Metallspritzgussverfahren hergestellt wird. Laut RHA wird dabei der Edelstahl für zehn Stunden auf bis zu 1300° C erhitzt, um eine entsprechende Dichte und Haltbarkeit zu erreichen. An den Edelstahlkorpus der Treiber schliessen sich 10 cm lange Spiralen aus Metall an, durch die die Kabel geführt werden. Sie dienen dazu, die Kabel hinter den Ohren vorbei zu führen. Gleichzeitig lassen sie sich in Form biegen. So bleiben die Kabel da, wo sie verlaufen sollen. Am anderen Ende des Kabels befindet sich ein robuster Metallstecker, dessen Klinke vergoldet ist. Der Übergang zwischen Kabel und Stecker ist ebenfalls mit einer Metallspirale umgeben. Sie soll Kabelbrüche verhindern. Auch der Übergang zwischen dem Kabel am Stecker und den beiden Kabeln, die zu den einzelnen Kopfhörern führen, ist verstärkt. Aber nicht – wie es vielfach üblich ist – mit Plastik. Auch hier wurde eine Metallverstärkung eingesetzt. Alles in allem machen die T10i-Kopfhörer einen sehr hochwertigen Eindruck. Alles ist sehr sauber (ohne Grate etc.) verarbeitet. Aus diesem Grund gibt RHA auch drei Jahre Garantie auf seine Kopfhörer.

 

Die Handhabung ist wirklich simpel. Man hat die Wahl zwischen einer Vielzahl von Ohrstöpsel. Sie lassen sich problemlos auf die eingeschraubten Tuningfilter aufbringen und sitzen dort rutschsicher. Der Verlauf des Kabels hinter dem Ohr lässt sich – wie oben beschrieben – mittels der formbaren Ohrbügel gut anpassen. Das Bedienen des iPhones oder des iPods ist mit Hilfe der 3-Tasten-Fernbedienung auf Grund der Zertifizierung durch Apple wie von den Apple-eigenen Kopfhörern gewohnt. Somit lassen sich Gespräche annehmen, Musikstücke überspringen, wiederholen etc. Auch die Kabellänge ist mit 1.35 m gut bemessen. Selbst bei meiner extremen Körpergrösse ist sie mehr als ausreichend.

Der Tragekomfort und der Klang des T10i

Der Klang von InEar-Kopfhörer ist ja immer abhängig davon, wie gut sie sitzen. Daher spielen der Sitz und der Tragekomfort eine entscheidende Rolle. Bei vielen InEar-Kopfhörern habe ich das Problem, dass sie nicht richtig passen. Das war bei den T10i auf anhieb anders. Sie sassen durch ihre Form und durch die Führung des Kabels hinter dem Ohr (siehe Album, Bild 5) auf Anhieb wirklich gut. Einzig bei den Ohrstöpsel musste ich (logischerweise) ein wenig experimentieren. Da ich von dem Ergebnis verblüfft war, wollte ich überprüfen, ob das ganze ein Zufall war. Daher habe ich jemanden aus meinem Bekanntenkreis, von dem ich wusste, dass ihm bislang kein InEar-Kopfhörer gepasst hat, gebeten sie zu tragen. Und siehe da, auch ihm passten die Kopfhörer auf Anhieb. Das ist zwar keineswegs repräsentativ, aber doch verblüffend und spricht in meinen Augen für die RHA T10i-Kopfhörer. Nach dem die passenden Ohrstöpsel gefunden waren, habe ich sie zu allen möglichen Zeiten und Aktivitäten getragen. Selbst nach mehreren Stunden tragen sassen die Kopfhörer immer noch perfekt. Nur einmal hatte ich ein Problem, aber das ist meines Erachtens jammern auf hohem Niveau: Das Kabel ist an der Aussenseite gummiert. Dadurch rutscht es nicht so gut über die Kleidung, wenn man z. B. beim Sport extrem stark den Oberkörper beugt und sich dann wieder aufrichtet. Dadurch ist es einmal dazu gekommen, dass ein Hörer aus der Ohrmuschel gezogen wurde. Vielleicht könnte RHA, wenn sie irgend wann den T10i einer Revision unterziehen, hier auf ein glattes Kabel wechseln.

 

Kommen wir jetzt zum wichtigsten, aber auch schwierigsten Teil bei einer Kopfhörer-Review, nämlich zum Klang. Um Kopfhörer zu testen, habe ich mir eine Liste mit Liedern zusammengestellt, die ich bei allen Reviews benutze. So wird es etwas einfacher. Nichts desto trotz ist die klangliche Bewertung immer eine subjektive Bewertung. Daher sollte man, nach Möglichkeit vor dem Kauf der Kopfhörer diese selbst ausprobieren. Nur so kann man entscheiden, ob sie auch den eigenen Ansprüchen genügt. 

Den Klang der neuen T10i-Kopfhörer habe ich als recht ausgewogen und differenziert empfunden. Einzelne Instrumentengruppen waren immer herauszuhören. Trommeln und Pauken waren als solche klanglich präsent, ohne dass die Bässe zu dominant waren. Das tiefe Blech klang ebenfalls differenziert. Diesen Eindruck bekam ich mit den standardmässig installierten Referenz-Tuning-Filtern. Doch die lassen sich gegen zwei andere Tuning-Filter-Paare austauschen.

Die Tuning-Filter dienen im T10i dazu, eine personalisierte Feinabstimmung des Klanges vorzunehmen. Dazu hat die Firma RHA dem T10i drei Paare mitgegeben. Dies sind:

  • Treble: Sie dienen dazu, eine verbesserte Höhenanpassung zu erreichen, in dem sie höhere Frequenzen hervorheben. RHA empfiehlt die Treble-Filter für Jazz, Acapella, Akustisch.
  • Referenz: Sie sind für den charakteristisch flachen Frequenzgang und für einen detailreichen und ausgewogenen Klang verantwortlich. Die Referenz-Filter kann man praktisch in allen Genres einsetzen.
  • Bass: Diese Treiber sind für eine Betonung der tiefen Frequenzen ausgelegt. Durch sie soll eine eindrucksvolle Basswiedergabe erfolgen. RHA empfiehlt die Bass-Filter für HipHop, Dubstep und Metal.

Tauscht man die Filter aus, was wirklich kinderleicht geht und hört man sich das gleiche Musikstück mit einem anderen Filter an, so stellt man deutliche unterschiede Fest, wie von RHA beschrieben. Der Referenz-Filter ist quasi der Allrounder, während die anderen beiden Tuning-Filter, für spezielle Musikgenres oder Geschmäcker gedacht sind. 

Das Fazit zum T10i

Ich muss sagen, ich bin sehr beeindruckt von den neuen Kopfhörern von RHA. Die T10i haben, wie ich finde, ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis. Auch durch ihren wirklich sehr guten Sitz und ihren Klang kann ich allen, die InEar-Kopfhörer suchen, wirklich nur empfehlen, diese Kopfhörer in die engere Wahl zu ziehen.

 

Zu kaufen gibt es die RHA T10i-Kopfhörer seit dem 1. November für 179.95 EUR bei Amazon. Ab dem 18. November sind sie aber auch weltweit über den Apple Online-Store erhältlich.

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Eine Antwort zu “Review: RHA T10i-Kopfhörer im Test”

  1. Sam Casel sagt:

    Vielen Dank für das ausführliche Review… Werde mir die Kopfhörer beim nächsten kauf definitiv anschauen.

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