So. 30. Oktober 2016 um 15:22

Review: NEJE DK-8-KZ Lasergravur-Maschine im Test

von Yves Jeanrenaud2 Kommentare

Eine Lasergravur-Maschine ist jetzt nicht das erste, woran man wohl bei Smartphones und Tablets denkt, doch die Einsatzmöglichkeiten sind durchaus vielfältig, weswegen wir sie für euch getestet haben. Von der Handy-Hülle bis zum Stempel, der Geburtstagseinladung oder der individualisierten Guthaben-Karte ist vieles denkbar.

 

Geliefert wird der NEJE DK-8-KZ Laser Engraver zusammen mit einer Schutzbrille, einer kurzen Anleitung auf Englisch, zwei USB-Kabel, einem kleine Holzquadrat, einer Karte aus Pappe als Beispiel, einem kleinen Inbusschlüssel zum Nachstellen der Schrauben und einer 1 GB grossen microSD, auf der die Software sowie eine Sammlung an Beispielbildern zu finden sind.

 

Die Maschine selbst besteht aus einem 1 Watt-starken blauen/purpurnen Laser, der mit der Steuerungselektronik in einem verschraubten, schwarzen Acryl-Rahmen untergebracht ist. Die Konstruktion ist 14.5 x 16 x 19 cm gross und wiegt knapp 970 Gramm. Als Arbeitsfläche dient eine motorisierte, rote Acryl-Platte von 8 x 9 cm. Zum Anschliessen sind seitlich zwei USB-Ports untergebracht: Eine USB-B- sowie eine mini-USB-Buchse, wobei erstere alleinig der Stromversorgung dient, letztere auch zur Datenübertragung. Auf der Oberseite in der rechten, oberen Ecke ist ein roter Tastschalter zu finden.

 

Das als Beispiel mitgelieferte Pappkärtchen zeigt einen Schmetterling und den Schriftzug TEST NEJE. Das Gerät ist gut verarbeitet, wenngleich man doch sieht, dass an manchen Stellen deutlich gespart wurde. Bauteile einfach mit Heisskleber zu befestigen, ist vielleicht eine pragmatische aber nicht gerade die langlebigste Variante.

Zur Inbetriebnahme wird mindestens das mini-USB-Kabel mit einem Windows Rechner (Windows XP oder höher) verbunden, das zweite USB-Kabel mit einer Stromquelle mit 1 A-Leistung, also der Einfachheit halber vermutlich auch mit dem Rechner. Die Software auf der mitgelieferten microSD-Karte lässt sich ohne Installation und ohne besondere Rechte ausführen und ist relativ selbsterklärend, zumal es sowohl eine deutschsprachige wie eine englische Version gibt.

 

Ja, die Übersetzung ist vermutlich einmal durch Google geschickt worden und viele Beschriftungen und Schaltflächen des Programms machen eigentlich wenig Sinn, doch aus dem Kontext lässt sich schnell erschliessen, was gemeint sein könnte.

Neje Lasergravier-Software

Per Drag-n-Drop wird nun ein Bild in einem Bild-Dateiformat (JPG, BMP, GIF oder PNG empfehlen sich hierbei) in den Arbeitsbereich des Programms gezogen. Dieses rechnet nun das Bild auf zwei Farben (Schwarz und Weiss) herunter und reduziert die Auflösung auf bis maximal 512 x 512 Pixel.

 

Mittels Narrow-Button kann das Bild nun verkleinert und mittels Rotation-Button gedreht werden. Anschliessend stellt man mit dem Schieberegler die gewünschte Brenndauer und damit die Intensität ein und drückt auf „Senden Images“, womit die Einstellungen und das Bild in das Gerät programmiert werden.

 

Nunmehr kann die NEJE Mini Lasergravier-Maschine auch ohne PC auskommen, wenn man den Fortschritt nicht im Programm verfolgen möchte. Es genügt hier, das Gerät mit zwei Mal 1 A und 5 A Strom zu versorgen und den roten Taster zu drücken. Dabei kann auch eine Powerbank zu Hilfe genommen werden.

 

Direkt nach dem Einschalten, sprich der Versorgung mit Strom, richtet das Gerät die Arbeitsplatte aus und aktiviert einen schwachen Lichtstrahl, um das Werkstück und den Laser besser ausrichten zu können. Spätestens ab hier empfiehlt es sich aber, die mitgelieferte Schutzbrille zu tragen. Der Lichtpunkt zeigt die Mitte des zu gravierenden Bildes an. Mittels Drehung an der Linse des Laser lässt sich dieser Punkt nun fokussieren, um abhängig von der Höhe des Werkstücks optimale Ergebnisse zu erzielen.

 

Nach erstmaligen Drücken der roten Taste, oder durch Betätigung der Schaltfläche „Engraving Vorschau“, zeigt der NEJE Laser Engraver die Aussengrenzen des zu gravierenden Bild an, so dass man das Werkstück nicht nur anhand des Mittelpunkts ausrichten kann. Ein weiterer Druck (oder die Betätigung des Beginnen-Buttons in der Software) startet den Graviervorgang, welcher, abhängig von der gewählten Intensität, dem Material des Werkstücks und dem Bild selbst, zwischen wenigen Minuten und gut einer Stunde dauern kann. Der 1000 mA Laser kann von Hartholz, Bambus und Kunststoff bis hin zu Gummi, Leder und lackiertem Metall fast alles gravieren. Dabei können Flächen bis zu 3.8 x 3.8 cm gefüllt werden. Natürlich lassen sich mit der NEJE Lasergravier-Maschine auch Stempel anfertigen. Dazu wird das Bild einfach invertiert und gespiegelt und, je nach Material, in mehreren Durchgängen graviert.

Preis

Die Lasergravur-Maschine NEJE DK-8 kostet bei Gearbest derzeit circa 65 Euro. Wer sich Sorgen macht um etwaige Zollgebühren, kann getrost zur Lieferung aus dem EU-Warehouse greifen und bekommt so das Gadget nicht nur ohne Zollformalitäten, sondern in der Regel auch deutlich früher geliefert.

Fazit

Die NEJE Lasergravur-Maschine ist ein interessantes Gadget und ermöglicht es, viele Gegenstände einfach, kostengünstig und professionell zu gravieren. Auch komplexe Papierschnittmuster sind mit dem Lasergravierer realisierbar. Durch eine Pixeldichte von 342.23 PPI sehen die gravierten oder geschnittenen Bilder dazu auch noch ordentlich scharf aus. Die untenstehende Galerie zeigt einige der Versuche und Beispiele für Gravierarbeiten durch die NEJE DK-8-KZ Maschine. Wie man hier sehen kann, ist die Linienstärke der Vorlage ausschlaggebend vor allem bei kleineren Bildern. Das kleine PocketPC.ch-Logo im Holzscheit und in der App-Store Guthabenkarte ist lediglich 8 x 13 mm klein.

 

Ja, das Gerät ist 100%ig made in China und das sieht man dem Lasergravierer auch leider an. Nicht nur ist die Software unsauber übersetzt, auch sind Bauteile per Heisskleber befestigt. Doch für den Preis von rund 60 Franken kann man dies durchaus verkraften. Es muss sich zeigen, wie langlebig das Gerät im Endeffekt ist. Aber für vergleichsweise wenig Geld bekommt man mit dem NEJE Lasergravierer ein cooles Gerät für allerlei Spielereien oder auch ernstere Anwendungen, ohne gleich tief in die Tasche greifen zu müssen.

vg-wort
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2 Antworten zu “Review: NEJE DK-8-KZ Lasergravur-Maschine im Test”

  1. sandersz sagt:

    Sehr interessanter Artikel, hast Du mal versucht Alu zu gravierend?
    Suche so was für Fahrrad Teile zu gravierend?

  2. Yves Jeanrenaud sagt:

    Danke für die Blumen 🙂 Dafür reicht der Laser nicht aus, ein Watt ist da zu wenig Leistung, es sind etwa 30 Watt erforderlich hierfür. Aber den Lack kannst du damit gravieren.

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