Do. 14. Juli 2016 um 20:50

Review: Misfit Ray im Test

von Yves Jeanrenaud0 Kommentare

Der Misfit Ray ist einem Schmuckstück ähnlicher als einem Gadget. Misfit ist vielen ein Begriff. Der Hersteller aus dem Hause Fossil trumpft vor allem mit schlichtem und ansprechendem Design bei seinen Wearables auf. Der für diesen Test unter die Lupe genommene Schlaf- und Fitness-Tracker Misfit Ray macht hierbei keine Ausnahme.

 

Der Tracker selbst besteht aus einem 3.8 cm langem Aluminiumzylinder mit 1.2 cm Durchmesser. Der Ray wiegt knapp 8 Gramm, mit Armband aus thermoplastischem Polyurethan knapp 18 Gramm. Er ist in den Farben Schwarz und Rotgold zu bekommen, wahlweise mit Sport- oder Lederarmband, wobei letzteres etwas mehr kostet.

Im Inneren des bis zu 50 Meter wasserfesten Geräts sind die notwendigen Sensoren, darunter ein 3-Achsen-Beschleunigungssensor sowie ein Bluetooth 4.0 LE Smart Modul für die Verbindung zum Android-, iOS– oder Windows Phone 8.1/Windows 10-Gerät, ab iOS 7 und Android 4.3 mit entsprechender Hardware. Ein Piezo-Vibrationsalarm sowie eine mehrfarbige Status-LED sorgen für Kommunikationsmöglichkeiten ohne Smartphone oder Tablet. Darüber hinaus sind zwei 8 mm Federstangen untergebracht, über die andere Halterungen befestigt werden können. Die Verarbeitung ist einwandfrei und macht einen hochwertigen und qualitativ erstklassigen Eindruck.

Geliefert wird der Misfit Ray mit einer Kurzanleitung sowie drei Knopfzellen des Formats 393, die zur Stromversorgung für bis zu einem halben Jahr dienen.

Die Batterien werden einfach in die Röhre eingelegt und anschliessend durch eine Drehung kinderleicht verschlossen. Einzig aufpassen muss man hier darauf, dass die Gummidichtungen sich nicht verabschieden oder falsch positionieren, da sonst die Dichtigkeit nicht mehr gewährleistet sein könnte.

 

Das Kunststoffarmband ist inklusive Gerät 25 cm lang und wird durch eine einfache Schlaufe gezogen und an einem verschiebbaren Verschlussknopf befestigt. So ist der Misfit Ray angenehm leicht und komfortabel zu tragen, sitzt aber gleichzeitig sicher am Handgelenk. Spannend ist, dass die App, zu der gleich noch mehr, schon Werbung für andere Trageoptionen des Trackers macht. Zu erkennen ist ein Amulett sowie ein textiles Armband. Bei Amazon sind schon passende Lederarmbänder von Drittherstellern zu finden.

 

Neben der Tracking-Funktion können über das Wearable auch Benachrichtigungen signalisiert werden: Eingehende Anrufe und SMS, App-Benachrichtigungen sowie Wecker und Bewegungs-Erinnerungen werden mittels LED-Farbe und Vibration auf Wunsch in der App konfiguriert und durch den Ray angezeigt.

Der Beschleunigungssensor hingegen dient dazu, der App Daten zu liefern, um Schritte, verbrannte Kalorien, zurückgelegte Distanz, Aktivitätsart, Schlafqualität und -dauer zu berechnen. Darüber hinaus kann die sportliche Aktivität in der App unterschieden werden in Laufen, Gehen, Schwimmen, Fahrradfahren, Yoga, Basketball, Tennis, Fussball und Tanzen.

Die App selbst ist sehr übersichtlich gestaltet und führt einfach und leicht verständlich in die Einrichtung des Misfit Ray ein. Die vier Reiter Start, Soziale Netzwerke, Gerät und Profil ermöglichen es, alles auf das Wearable bezogene einfach zu konfigurieren und zu verwalten. Unter Gerät wird der Tracker benannt und die bevorzugte Trageposition ausgewählt. Misfit Move konfiguriert die Erinnerung, sich mehr zu bewegen und ist vor allem im Büroalltag ein willkommenes, lästiges Biest. Es können ein Alarm bzw. Wecker eingerichtet und App-Benachrichtigungen, die übermittelt werden sollen, konfiguriert werden. Die Vibration reicht zwar nicht, um aus dem Schlaf gerissen zu werden, ist aber im wachen Zustand durchaus bemerkbar, ohne störend zu wirken. Die Vibration verursacht auch kaum Geräusche und stört so auch niemand in der Nähe.

Weiter ist unter Misfit Link der Hinweis auf eine weitere App des Herstellers zu finden, mit der Misfit-Wearables zu Fernsteuerungen gemacht werden. Darüber kann man beispielsweise IFTT oder Musik, Kamera und Smart Home-Geräte auslösen. Das geht leider nicht mit Windows-Geräten, ebenso kränkelt die Windows Universal-App bei den Benachrichtigungen.

 

Darüber hinaus werden Ziele für Schlaf, Schritte und die persönlichen Angaben wie Alter, Geschlecht und Gewicht angegeben, um entsprechend rechnen zu können.

Unter Soziale Netzwerke verbirgt sich eine eigene Misfit-Community, unter der man sich vernetzen kann, um sich gegenseitig anzuspornen. Auch der Import der eigenen Kontakte bzw. der Facebook-Freund_innen-Liste ist hier zu finden. Zu der Community gehört auch ein Profil namens Misterfit, welches den täglichen Durchschnitt anzeigt, mit dem man sich so vergleichen kann.

Start bietet die Übersicht über die heutigen und vergangenen Leistungen bzw. Schlafparameter, wahlweise als Balkendiagramm oder als Uhr, wobei letzteres den erreichten Anteil am selbst gesteckten Zielwert wieder gibt. Unter Start werden auch Aktivitäten wie Sportarten verbucht, um so ein Fitness-Tagebuch zur Verfügung zu haben.

Interessant ist hier die Funktion „Verbleibende Aktivität“, die jeweils drei Vorschläge unterbreitet, wie die Tagesziele mit welchem Zeiteinsatz noch zu erreichen wären, also z. B. durch 18 Minuten Spazieren oder 8 Minuten Joggen.

Weiter kann die Misfit-App auf Wunsch mit Google Fit bzw. Apple Health kommunizieren und Daten austauschen.

Misfit
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Entwickler: Misfit Wearables Corporation
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Das Ganze funktioniert sehr gut, die App ist stabil, sauber und ansehnlich gestaltet, der Tracker sieht gut aus und fällt nicht so dermassen auf im Alltag, so dass der Misfit Ray getrost mit jedem Outfit getragen werden kann.

Was jedoch etwas sauer aufstösst, ist die Messgenauigkeit: Nach mehrwöchigen Tests lässt sich festhalten, dass der Misfit Ray durchwegs circa 15 bis 25 Prozent weniger Schritte und 30 bis 40 Prozent weniger Kilometer verbucht als vergleichbare Tracker von Mitbewerbsunternehmen wie z. B. der Fitbit Charge HR oder Fitbit Surge. Mit der Realität hat der Fitbit Ray nur bedingt zu tun. Selbst die Vector Watch oder die Withings Activité Pop sind da präziser. Einzig der Schlaf wird vergleichsweise gut und übereinstimmend aufgezeichnet.

Preis

Den Misfit Ray gibt es für 95,71 Euro bzw. 105.80 SFr. im Shop des Herstellers Misfit.

Fazit

Mit dem Misfit Ray bekommt man einen schicken Schlaf- und Aktivitätstracker. Ein schönes Wearable für jede Situation, wasserdicht und robust, gleichzeitig aber schlicht und funktional. Durch seine kleine Grösse und das geringe Gewicht lässt sich der Misfit Ray wirklich immer tragen. Dank der handelsüblichen Knopfzellen als Stromversorgung entfällt ein lästiges regelmässiges Aufladen und das Fitness- und Well-Being-Gadget wird mehr wie eine Uhr getragen. Leider bietet es aber keinerlei Smartwatch-Funktionen und die Smart- und Link-Funktionalität kann darüber nur wenig hinweg trösten. Viel stärker negativ ins Gewicht fällt jedoch die mangelnde Präzision bei der Messung, die ein ernsthaftes Selbstvermessen und Selbstoptimieren nur schwer gestalten lassen. Wer aber einen nicht zu teuren, stabilen und schicken Fitness- und Schlaftracker für den Alltag sucht, macht mit dem Misfit Ray nichts falsch.

vg-wort
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