So. 13. November 2016 um 14:37

Review: ERATO Apollo 7 True Wireless Earphones im Test

von Yves Jeanrenaud2 Kommentare

Dieses Jahr auf der IFA 2016 präsentiert und damit noch vor Apples Keynote hat ERATO seine kabellosen In-Ear-Bluetooth-Kopfhörer Apollo 7 vorgestellt, nachdem auf dem MWC 2016 in Barcelona erste Protoypen gezeigt und dort auch gleich mit dem Red Dot Award ausgezeichnet wurden. Darauf hin hat man eine Kickstarter-Finanzierungskampagne gestartet und innerhalb weniger Wochen die Serienproduktion beginnen können. Damit treten sie in direkte Konkurrenz mit den Samsung Gear IconX Kopfhörer, die ebenfalls nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren.

 

Die Kopfhörer, die auf den Namen Apollo 7 True Wireless Earphones getauft wurden (langer Name), kommen mit einem üppigen Lieferumfang daher. Neben den beiden Apollo 7 Stöpseln, die beide über ein eigenes Mikrophon verfügen, ist eine portable Ladestation mit Aluminiumhülle mit dabei, sowie jeweils zwei In-Ear-Silikon-Spitzen in den drei Grössen S, M und L sowie nochmals ein Set aus drei Gummispitzen, ebenfalls in S, M und L aus Gummischaum mit einem festen Kern. Letztere nennt ERATO „Premium Comply Tips“. Hinzu kommen jeweils zwei Stabilisatoren-Silikonflügel in drei Grössen (wiederum S, M und L), ein kurzes microUSB-Ladekabel sowie Schnellstartanleitungen in mehreren Sprachen. Der Lieferumfang kann sich also sehen lassen.

 

Die in unserem Test silbernen Apollo 7 Earbuds sind in dem 40 x 26 x 63 mm kleinen und knapp 59 g leichten Ladestation auch gut für den Transport zu verstauen. Sie wird mittels microUSB-Kabel aufgeladen und verfügt über zwei LED-Anzeigen: Eine, um ihren eigenen Aufladeprozess anzuzeigen und eine für den Ladeprozess der eingelegten In-Ears. Diese können einfach in der entfernt an eine Transportdrone aus Star Wars erinnernde Schublade platziert werden und werden dort über magnetische Ladepads aufgeladen.

 

Die Ohrhörer selbst wiegen jeweils nur 4 Gramm und im Vergleich zu den Gear IconX von Samsung deutlich kleiner. Sie sind somit vergleichbar mit herkömmlichen, kabelgebundenen In-Ears, was durchaus überrascht, da beide Stöpsel mit einem eigenen Akku und Bluetoothmodul ausgestattet sind. Alles ist sauber und einwandfrei verarbeitet und macht einen hochwertigen Eindruck.

Wie funktioniert das ganze nun? Ganz einfach: Beide Apollo 7 In-Ear Ohrteile besitzen eine eigene, einzelne Taste, über die sie sehr intuitiv bedient werden können. Wie bei vielen Bluetooth-Kopfhörern werden sie darüber ein- und ausgeschaltet. Durch langes Drücken wird der Pairing-Modus aktiviert und dann mit einem Android, iOS oder Windows 10-Gerät mittels Bluetooth 4.1 verbunden. Eine stecknadelkleine LED darüber zeigt den Akkuzustand, den Verbindungs und Pairing-Modus an.

 

Dank aptX-, AAC- oder SBC-Audio-Codex, je nach Gerät und Betriebssystem, ist die Audioverbindung nahezu ruckel- und unterbrechungsfrei. Standardmässig verbinden sich die beiden In-Ears natürlich dann auch miteinander, so dass nur einmal eine Bluetooth-Vebindung hergestellt werden muss. Wenn gewünscht kann man aber auch den linken und rechten Ohrhörer mit unterschiedlichen Audioquellen verbinden und dank der eingebauten Mikrophone z. B. auch Konferenzschaltungen abhalten. Praktisch!

 

Die Tasten ermöglichen es auch, Musik zu Pausieren oder Weiterzuspielen, Lauter und Leiser zu schalten sowie die Musiktitel zu wechseln, Anrufe ab abzulehnen und anzunehmen und Google Now bzw. Siri zu steuern. Cortana hat mitunter etwas Mühe, den Befehl zuverlässig mitzubekommen und auf Spracheingaben zu warten, aber auch das funktioniert.

 

Darüber hinaus sind die ERATO Apollo 7-Kopfhörer wasserresistent und können auch beim Sport und im Regen benutzt werden. Zum Schwimmen sind sie nicht geeignet. Für sportliche Betätigungen bietet es sich auch an, die Stabilisator-Flügelchen anzubringen, da die gerade und etwas unergonomische Form der Apollo 7 Earbuds beim Laufen oder Springen durchaus hinderlich ist, was die Stabilität an geht. Mit den Silikonflügeln aber kann man problemlos absolut kabelfrei Joggen gehen und man muss keine Angst haben, dass diese sich verabschieden.

DIe kleinen Knubbel funktionieren, genau wie die Gear IconX oder die AirPods, völlig unabhängig voneinander.

Die Apollo 7 True Wireless Earphones lassen sich, wie fast alle In-Ear-Kopfhörer, dank verschieden grosser und kleiner Silikon- und Gummispitzen auf die individuelle Gehörgangsbreite anpassen. Sie können dort, dadurch dass sie mit den eben passenden Aufsätzen versehen, den Klang mit 5.8 mm-Micro-Treibern direkt im Ohr abspielen, ohne dass viel davon nach Aussen dringt. Gerade der Memory-Schaum der „Premium Comply Tips“ ist sehr gut dazu geeignet, den Gehörgang zu verschliessen, ohne dass man ein Druckgefühl verspüren würde.

 

Technisch bedingt sind die meisten In-Ears etwas bassschwach, wobei hier die Apollo 7 mit einem Hang zur Tiefe deutlich auszugleichen versuchen. Das führt aber auch dazu, dass die Bässe für In-Ear-Verhältnisse deutlich kräftiger sind als bei Mitbewerbsprodukten, dafür nicht so präzise und ab und zu etwas unsauber klingen. Mittel- und Hochtöne wirken etwas undynamisch, aber sind deutlich zu hören und unterscheidbar, so dass das Klangbild für In-Ears durchaus passt.

 

Die verbauten Mikrophone sind in der Tat erstaunlich. Dafür, dass sie naturgemäss relativ weit vom Mund entfernt sitzen, ist man beim Telefonieren sehr deutlich und klar zu verstehen, ohne dass übermässig viele Umgebungsgeräusche auffallen würden. Klar ist Strassenlärm nicht gerade förderlich, um vom Gegenüber verstanden zu werden, aber in normallauten Geräuschkulissen, draussen oder drinnen, in denen man sich auch in Zimmerlautstärke gepflegt unterhalten könnte, klappt das Erfassen von Audiosignalen durch die Apollo 7 In-Ears sehr gut. Vielleicht auch, weil gleich zwei Mikrophone vorhanden sind.

 

Die verbauten Akkus in den beiden Ohrteilen reichen für knapp drei Stunden andauernden Musikgenuss und können mit der portablen Ladestation bis zu vier mal wieder voll aufgeladen werden, bevor diese an den Strom muss. Die Samsung IconX kommen bei Belastung ihrer vielfältigen Funktionen bereits nach knapp einer Stunde an ihre Grenzen.

Preis

Die ERATO Apollo 7 True Wireless Earphones kosten bei Amazon 299 Euro.  Sie sind in den Farben Silber (liquid silver), Gold (lucious gold), Rosa (rose gold) und Schwarz (space grey) zu haben. Bei digitec kosten die Apollo 7 In-Ears 349.- SFr.

Fazit

Die ohne Kabel tragbaren In-Ears von ERATO sind wirklich ein schönes Stück Technik. Trotz etwas unausgewogenem Klangbild bei der Wiedergabe, dafür einem sehr guten bei der Aufnahme, vermögen die Apollo 7 True Wireless durchaus zu überzeugen. Die Schwächen bei der Tonwiedergabe lassen sich in Kauf nehmen, bekommt man dafür doch In-Ears ohne lästiges Kabel mit sauberer, zuverlässiger Bluetooth 4.1-Verbindung und ein durchdachtes und schickes Lade- und Transportsystem mit dazu. Ob sie nun eine Alternative zu den verzögerten Airpods und den hohen Preis wert sind, sei an dieser Stelle mal dahin gestellt. Apples Kopfhörer kosten deutlich weniger.

 

Dafür übertrumpfen sie in der Akkulaufzeit die Samsung Gear IconX bei weitem, welche oftmals nicht einmal eine ganze Trainingseinheit durchhalten können.

vg-wort
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2 Antworten zu “Review: ERATO Apollo 7 True Wireless Earphones im Test”

  1. bigmak sagt:

    Ich habe das Kickstarter-Projekt unterstützt und nutze die Apollo 7 seit einigen Monaten.
    Den Test anfügen möchte ich, dass die Übertragung eine kurze Verzögerung hat, so dass die Tonspur bei Videos etwas verzögert ist. Für mich sind die Stöpsel daher sehr gut geeignet, um Musik zu hören (auch bei Reisen von 2 Stunden), aber nur begrenzt tauglich für den Filmgenuss am Smartphone resp. Tablet.

  2. Yves Jeanrenaud sagt:

    danke für deine Ergänzung. Mit welchem Gerät hast du diese Verzögerung? Ich konnte unter Android 5.1 sowie iOS und Windows Phone 8.1 keine feststellen.

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