Sa. 30. April 2016 um 12:47

Review: ARCTIC Quick Charger 8000 im Test

von Yves Jeanrenaud0 Kommentare

Die Schweizer Firma ARCTIC, bekannt für Lüfter und Kühler speziell im Gaming-PC-Segment, hat seinen Smart Charger 8000 aktualisiert und mit Qualcomms Quick Charge 2.0-Technologie ausgestattet. Das Gerät bietet gleich fünf Ladeanschlüsse im USB-Format und wird geliefert mit einem abnehmbaren Steckerkabel, Infokarte zur Zufriednheisumfrage sowie Kurzanleitung und Garantiebestimmungen.

 

Dabei hat sich am Gerät selbst im Vergleich zum Vorgängermodell nicht viel verändert. Das schwarze Ladegerät selbst ist weiterhin 83.6 x 83.6 x 30 mm klein und wiegt lediglich 180 Gramm. Auf der Rückseite ist eine handelsübliche IEC 60320-1 C7-Steckerkupplung für das mitgelieferte 1.8 m  lange Kabel zu finden, was die Platzierung des Ladegeräts auf dem Schreibtisch oder beispielsweise in Kabelführungsschienen darunter sehr erleichtert. So kann man die fünf USB-Anschlüsse zum Laden von Smartphones, Tables und Co. auch weiter weg von Steckdosen komfortabel zugänglich gestalten.

 

Auf der Unterseite sind vier Gummifüsse zu finden, die ein Rutschen verhindern und neben allerlei Informationen zu den Leistungsdaten und Konformitätserklärungen ist ebenfalls die Anschlussbelegung aufgedruckt. Die Status-LED ist oben platziert und alle hochkantig angebrachten USB-Anschlüsse auf der Vorderseite sind orange, bis auf den Quick Charge-Anschluss, der nun schwarz ist.

Das Netzteil mit fünf USB-Anschlüssen hat nun also einen der 2.4 A-USB-Buchsen mit der abwärtskompatiblen Quick Charge-Funktionalität ausgestattet. Dabei wird per Mikrocontroller festgestellt, welche Stromstärke und Spannung das angeschlossene Gerät verträgt und zwischen 5 V mit bis zu 2 A, 9 V mit 1.5 A oder 12 V mit 1.2 A ausgewählt. Dank der Abwärtskompatibilität kann an den Quick Charge-Anschluss auch ein normales USB-Gerät zum Laden gefahr- und problemlos angeschlossen werden.

 

Das Ladegerät spart aber nicht nur Platz und Steckdosen, sondern auch Energie. Dadurch, das unbenutzte USB-Anschlüsse automatisch ausgeschaltet werden und auch bei angeschlossenen Geräten der optimale und effizienteste Strom für den jeweiligen Verbraucher ausgewählt wird, kann mit einer Effizienz von 83-86% geladen werden. Quick Charge kommt also beim USB-Anschluss ganz links zum Einsatz und ist ein Verfahren, dem Gerät mit Qualcomm-Chip Strom mit höherer Spannung zu liefern und dieses so bis zu 75% schneller zu laden als mit herkömmlichen USB-Netzteilen.

 

Statt der für USB-Anschlüsse üblichen 5 Volt mit 1 A bis zu 2 A oder 2.1 A sind hier 9 V mit bis zu 1.5 A oder 12 V mit bis zu 1.2 A möglich. Damit ist das Handy innerhalb von kürzerer Zeit mit mehr Akkuladung versorgt und so beispielsweise in einer halben Stunde von 0% schon wieder auf 70% Ladung.

 

Voraussetzung auf Smartphone- oder Tablet-Seite dafür ist ein Snapdragon Chipsatz: Die Qualcomm Snapdragon 200, 400, 410, 615, 800, 801, 805 und 810, sowie die SoCs 820, 430, 617, 618 und 620 wobei letztere technisch auch Quick Charge 3.0 als aktuellste Variante unterstützen und noch effizienter aufladen können. Auch hier ist der Qualcomm-Standard abwärts- und aufwärtskompatibel, sprich 3.0 kann mit 2.0 aufladen und geladen werden. Doch allein der Chip im Handy reicht leider nicht – der Hersteller muss die Technologie von Qualcomm ebenfalls lizenzieren, weswegen beispielsweise das OnePlus One ohne diese Funktionalität auskommen musste, trotz verbautem Snapdragon 801. Ob euer Gerät Quick Charge-kompatibel ist, könnt ihr übrigens deswegen auch direkt bei Qualcomm erfahren.

 

Auch die anderen vier USB-Anschlüsse des Quick Charger 8000 sind nicht von schlechten Eltern und liefern bis zu 2.4 A, was auch deutlich über dem USB-Standard von maximal 1 A liegt und somit auch für Apple iPads und andere stromhungrige Geräte geeignet ist. Insgesamt können jedoch maximal 8000 mA Stromstärke insgesamt geliefert werden, also nicht alle fünf Anschlüsse mit maximal möglicher Last gleichzeitig betrieben werden.

Ausgemessen liefern die Anschlüsse auch genau das, was der Hersteller verspricht, wobei der Quick-Charge-Anschluss mangels passender Test-Chipsätze nicht ausgemessen werden konnte und hier auf die Anzeigen der Smartphones vertraut werden muss.

 

In der Alltagspraxis zeigt sich, dass es sich lohnt, für den Quick Charge-Anschluss ein buntes oder zumindest andersfarbiges Ladekabel zu nutzen, wenn man die USB-Kabel ständig eingesteckt lassen will, da man sonst schnell in die Situation kommt, nach dem richtigen Kabel für das Handy zu suchen, was man nun schnell laden wollte. Der Ladevorgang funktioniert an allen Anschlüssen auch entsprechend einwandfrei und schnell, wie von ARCTIC bzw. von Qualcomm versprochen. Schade, dass maximal 8000 mA möglich sind, was rechnerisch 1.6 A pro Anschluss bedeutet. Es zeigt sich jedoch im Test, dass Quick Charge-fähige Geräte Priorität geniessen vor anderen Geräten. Doch wenn zu viele Geräte angeschlossen sind, die mehr Strom vom Ladegerät fordern, blinkt die Status-LED auf und signalisiert den aktivierten Überspannungsschutz. Es müssen nun erst einzelne Verbraucher abgezogen werden, bevor weiter geladen wird. Im Alltag wird es aber wohl in den seltenste Fällen soweit kommen, denn man muss schon mehrere Geräte anschliessen, die keinesfalls mit weniger als 2 A geladen werden möchten, wie beispielsweise Apple iPads, um dieses Verhalten zu erleben.

Preis

Das Quick Charger 8000 Ladegerät von ARCTIC gibt es direkt beim Hersteller für 34,99 Euro zuzüglich Versand bzw. 31.99 SFr. frei Haus. Amazon verkauft das Gerät derzeit für 29,99 Euro.

Fazit

Ein praktisches und formschönes Ladegerät für bis zu fünf Smartphones, Tablets oder andere USB-Gerätschaften, das ist der ARCTIC Quick Charger 8000. Wie das Vorgängermodell auch schon, ist das Gerät bequem zu platzieren und lädt dank der höheren Stromstärken deutlich schneller als andere handelsübliche USB-Netzteile. Hinzu kommt die eingesparte Stromschiene bzw. die Tatsache, dass nur eine Haussteckdose belegt wird, was den Quick Charger 8000 wirklich herausragend geeignet macht für alle, die oft mal mehr als ein USB-Gerät aufladen müssen. Dank der Quick Charge 2.0-Technologie sind mit dem Gerät der Schweizer Firma auch Smartphones von mit entsprechendem Qualcomm-SoC und -Lizenz ratzfatz aufgeladen.

vg-wort
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