Do. 26. Mai 2016 um 10:12

Kurztest: Microsoft Lumia 650 kurz angeschaut

von Marcel Laser3 Kommentare

Lieferumfang

Der Lieferumfang fällt nicht gerade üppig aus. So liegt lediglich nur das Gerät Lumia 650 in dem Karton, zusammen mit dem obligatorischen Ladekabel und einer netten Kurzanleitung. Weitreichendes Zubehör findet ihr in dem Karton also nicht, was aber auch nicht weiter wild ist. Allerdings hätte man sich vielleicht ein paar separate Kopfhörer gewünscht, doch meistens hat man eh schon ein besseres Paar Zuhause herumliegen.

Design und Haptik

Das Design ist sehr ansprechend, sieht gut aus und das Lumia 650 liegt sehr gut in der Hand. Die Rückseite ist leicht gummiert was einen guten Halt gibt, wenn das Lumia 650 mit einer Hand bedient wird. Das Smartphone lässt sich sogar dank der Grösse auch sehr gut mit einer Hand bedienen, sofern die eigenen Hände nicht all zu klein ausfallen sollten. Charakteristisch wurde das Lumia 650 zudem mit einem Rahmen aus Metall ausgestattet, was dem Gerät ein edles Finnisch verleiht.

 

Unten am Smartphone befindet sich der microUSB-Anschluss und auf der rechten Seite der Anschaltknopf auf Daumenhöhe. Direkt darüber liegt auch die Lautstärkeregelung und direkt oben befindet sich der Kopfhöreranschluss. Die Kamera auf der Rückseite steht etwas vor,

Technische Daten

Funknetz2G, 3G und LTE
WiFi802.11 b/g/n
Sim SlotNanoSim
BetriebssystemWindows 10
CPUQualcomm Snapdragon 212
Interner Speicher16 GB
RAM1 GB
SD ErweiterungBis 200GB
Display5 Zoll, 1280 x 720 Pixel
Kopfhöreranschluss3.5 mm
KameraFront: 5.0 MP, Back: 8 MP
Standby-Akku26 Tage
Akku2000 mAh
Gewicht122 g

 

Display

Microsoft verbaut hier ein 5 Zoll Display, welches mit einer Auflösung von 1280×720 Pixel auflöst. Die Farbwiedergabe des Displays scheint klar und natürlich. Die Blickwinkelstabilität ist zwar nicht auf dem Niveau diverser Topsmartphones, kann in Anbetracht des Preises allerdings verschmerzt werden. Im Grossen und Ganzen bleibt die Farbwiedergabe auch beim Anneigen des Gerätes im Rahmen. Allerdings wird das komplette Bild bei einem sehr flachen Blickwinkel dann doch dunkel, aber das ist eine Extremsituation und bedarf keiner grossen Beachtung.

 

Generell ist das AMLED-Display angenehm zu betrachten, die Schärfe geht ebenfalls anhand der Grösse in Ordnung. Auch bei Sonnenlichteinstrahlung ist es noch im Rahmen, allerdings fehlt dem Display ein Quäntchen an Helligkeit, wenn man es mit anderen Geräten vergleicht. Es ist aber allgemein schön zu sehen, dass in einem derart günstigen Budget-Gerät überhaupt ein AMOLED-Panel zum Einsatz kommt. In dem Bereich sieht man sowas selten oder wohl eher eigentlich nie.

Performance und Akkulaufzeit

Seltsamerweise hat das Smartphone immer wieder mal einen Hänger im System, der vor allem in Bewegung recht unschön aussieht. So kann es sein, dass man die Einstellungen durchscrollt und plötzlich muss man ein paar Sekunden warten bevor es weitergeht. Die CPU wird für den ein oder anderen Gelegenheitsspieler ausreichen, doch sollte man von einem Snapdragon 212 Prozessor keine all zu grossen Wunder erwarten. Mini-Games laufen allesamt recht ordentlich, kommen allerdings fordernde Spiele mit deutlich besserer Grafik zum Einsatz wirds eng. Spiele wie Hill Climb oder Age of Empires: Castle Siege liefen aber auf einem angenehmen Level.

 

Als synthetischen Leistungsvergleich haben wir für Windows 10 Mobile AnTuTu an Land gezogen und es über das Lumia 650 laufen lassen. Das Ergebnis ist mit knapp 30’000 Punkten nicht überraschend, da der Snapdragon 212 Prozessor einen absoluten Einsteiger-SoC darstellt.

 

Die Akkulaufzeit war ebenfalls nichts besonderes. Das Device hielt zwar einen Tag durch, muss aber meistens noch am Abend des Selbigen an die Steckdose. Zwei Tage wurden selbst bei durchschnittlicher Nutzung nicht erreicht. Seltsam, wenn man bedenkt, dass die Auflösung mit 720p auskommt, das Display nur 5 Zoll misst und ein absolut moderater Snapdragon 212 verbaut wurde. Der Akku ist allerdings mit 2’000 mAh vergleichsweise klein und das macht sich in der Laufzeit deutlich bemerkbar.

Kamera

Die Kamera darf als kleines Highlight verstanden werden, da diese für den Preis sehr ordentliche Bilder liefert. Natürlich erreicht man mit einem 8 MP Knipser keine Standards der Topelite wie das iPhone 6s, das Galaxy S7 oder das Huawei P9, doch schlägt sich das Lumia 650 zu dem Preis recht wacker. Die Bilder haben eine ordentliche Schärfe und bieten einen guten Kontrast. Abstriche macht man allerdings dann doch in einigen Bereichen. Durch die 8 MP fehlt es an Details in vielen Bereichen, auch wenn das erst gar nicht auffällt. Zudem lässt die Schärfe zu den Rändern hin auch etwas nach, doch schlägt sich alles noch im Rahmen des gebotenen Preises sehr gut.

 

Auf der anderen Seite bleiben durch den Snapdragon 212 SoC aber auch einige Nachteile für die Kamera zurück. Die Videoaufnahme geht zwar generell in Ordnung, doch ist diese auf 720p-Aufnahmen bei 30 FPS durch den Lowend-SoC begrenzt. 1080p sind also an dieser stelle nicht möglich.

Fazit: Günstig, nett und schick

Die drei Worte beschreiben es recht gut. Das Lumia 650 ist kein aussergewöhnliches Device seiner Klasse, vereint aber einige sehr ordentliche Eigenschaften miteinander zu einem netten Preis. Das Look’n’Feel hat Züge der Premium-Klasse und weiss durchaus zu gefallen. Auch die Kamera hat ihre positive Seiten und liefert für einen 8 MP Sensor sogar ansehnliche Bilder.

 

Der Snapdragon 212 limitiert das Gerät allerdings deutlich und es kommt dadurch auch im Betriebssystem bei normaler Navigation bereits zu willkürlichen Hängern. Auch die Akkulaufzeit ist trotz der enorm moderaten Hardware auf einem eher unterdurchschnittlichen Niveau und brauch dringend Finetuning. Wer allerdings nicht all zu oft vor dem Smartphone hängt kommt auch mit dem Lumia 650 über den Tag.

 

Um es kurz zu machen: Das Lumia 650 ist ein nettes Gerät, dass sich aber in Anbetracht des Preises von rund 199 SFr einige Schwächen leistet, die vielleicht nicht jeder akzeptieren kann. Auch wenn das Budget-Smartphone von Microsoft generell nicht verkehrt ist, so hätte man vielleicht einen etwas deutlicheren Sprung vom Lumia 640 auf das jetzige Gerät erwartet

 

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3 Antworten zu “Kurztest: Microsoft Lumia 650 kurz angeschaut”

  1. Tempest2k sagt:

    Was für ein halbherziges Verabschieden. Als letztes Gerät der Lumia Reihe hätte man wenigstens einmal noch auftrumpfen können. Zeigen was wirklich alles möglich ist. Gute Akkulaufzeit, top Kamera, einen guten Chip. Und so hat man sich mit einem nett designten Low End Gerät verabschiedet, das noch ein bisschen Mittelklasse sein möchte.

    Ich bin stinkig MS. Ich halte Euch echt die Stange, aber ihr habt es selbst versaut. Meine einzige Hoffnung ist ein Surface Phone, wo sich ein paar kluge Köpfe wirklich mal zusammensetzen und etwas wirklich Einzigartiges erschaffen. Ich weiss das ihr das könnt. Hat beim Surface Pro und Surface Book doch auch geklappt.

  2. Ahab sagt:

    Mir ist schleierhaft, was MS mit diesem Gerät zu erreichen versucht. Wenn man sich vor Augen hält, was man für 200€ selbst von kleinen Firmen, wie BQ an Spezifikationen bekommt, ist das hier einfach lächerlich. Wollen die die Leute für dumm verkaufen?

  3. smarty79 sagt:

    Wo ist das Problem? W10M läuft auf dem SD212 wirklich geschmeidig. Das Teil sieht gut aus, fühlt sich gut an und hat ein wirklich tolles Display sowie eine durchaus brauchbare Kamera. Wenn man jetzt mal irgendwelche China-Kracher außen vor lässt, bleibt unter 200€ doch nur das P8 lite mit ungewisser Updatezukunft und das Moto G 3. Generation, welches furchtbar aussieht. Da finde ich das L650 für den nicht-Spieler die bessere Wahl.

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