Sa. 18. Juni 2016 um 12:22

Review: ZAGG slim book für iPad Pro im Test

von Jörg Renken0 Kommentare

Das ZAGG slim book ist eines der wenigen Tastaturcases für das iPad Pro. Da viele User gerne eine Hardwaretastatur haben wollen, wenn sie längere Texte schreiben, haben wir uns das ZAGG slim book in der Variante für das 12.9 Zoll iPad Pro einmal genauer angesehen. Eine Variante für das neue 9.7 Zoll iPad Pro gibt es ebenfalls.

Lieferumfang, Masse und Verarbeitung des ZAGG slim book Tastaturcase

Der Lieferumfang von Hüllen für Smartphones und Tabletts ist meist recht sparsam. Er beschränkt sich in der Regel auf das Nötigste. Das gilt auch für das ZAGG slim book. Der Lieferumfang umfasst hier:

  • das ZAGG slim book (bestehend aus Tastatur und iPad-Hülle)
  • ein microUSB-auf-USB-Kabel zum Laden der Tastatur und
  • eine Bedienungsanleitung.

Die Masse des ZAGG slim book für das grosse iPad pro sind wie folgt:

  • Länge: 30 cm
  • Breite: 23.5 cm
  • Dicke: 1,5 cm
  • Gewicht (ohne iPad Pro): 1088 Gramm

Die Verarbeitung des ZAGG slim book Tastaturcase ist sehr gut. Alle Teile passen gut aufeinander. Das iPad Pro hat ebenfalls einen sehr guten Sitz in der iPad-Hülle. Diese wiederum sitzt sicher in der dafür vorgesehenen Schiene. Liegen iPad-Hülle und Tastatur aufeinander, so gibt es keinen Versatz. Auch die Spaltmasse sind dabei gleichmässig und weisen keinerlei Mängel auf. Die auf der Tastatur aufgebrachten Gummipuffer sitzen fest auf der Oberfläche und gleiches gilt auch für die Gummifüsse unter der Tastatur. Ferner sind alle Plastikteile frei von Graten und scharfen Kanten und klappt man die Hülle auf die Tastatur, so berühren die Tasten das iPad nicht. Die Tasten sind so eingepasst, dass nichts wackelt oder klappert. So soll eine Tastaturhülle verarbeitet sein.

Das ZAGG slim book Tastaturcase im Praxistest

Kommen wir jetzt zum Wichtigsten bei einem Case: Wie verhält sich das ZAGG slim book in der Praxis? Bekommt man das Case geliefert, so muss man als erstes das iPad in die Hülle stecken, versteht sich ja von selbst. Die Seite mit den Lautstärketasten wird auf der einen Seite in das Case eingeführt und dann mit einfachem Druck die andere Seite einpassen. Fertig. Somit ist der Mechanismus zum Einsetzen sehr einfach gehalten. Auf einer Seite des Case sind zwei Aussparungen, welche das Case in der Schiene an der Tastatur fixieren. Ist das iPad Pro im Standby, so erwacht es beim Aufklappen aus dem Schlaf und mit Eingabe des Codes oder per TouchID kann man es dann freischalten. Um mit der Tastatur arbeiten zu können muss man das iPad Pro als nächstes mit der Tastatur pairen. Das geht in gewohnter Weise sehr schnell. Die Tastatur kann man mit bis zu drei Bluetooth-Devices koppeln. Die Devices kann man dann über eine Tastenkombination frei- bzw. umschalten. Das ist recht praktisch, wenn man mehrere Geräte hat, mit dem man die Tastatur verwenden möchte.

 

Wenn man das alles gemacht hat, kann man loslegen. Zuvor sollte man sich aber einmal die Tastaturbelegung genauer ansehen. Man wird feststellen, dass zum Beispiel die „<„- und „>“-Taste nicht da ist. Die beiden Zeichen wurden auf die „-„-Taste gelegt (siehe folgendes Bild). Man kann die Zeichen per FN-Taste ansteuern. Das ist auf den ersten Blick verwirrend, aber man muss sagen, das man die Zeichen nicht sonderlich oft braucht, gewöhnt man sich schnell daran. Eine zweite Änderung ist die „#“-Taste. Sie liegt nicht neben dem „ä“, sondern oberhalb der Enter-Taste. Aber auch hier gilt: Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit ist diese Änderung verinnerlicht. Schliesslich ist der Mensch ein Gewohnheitstier. Neben diesen Änderungen gibt es noch Sondertasten zum Einschalten der Tastatur, zur Batteriestandsanzeige, zum Einschalten und Ändern (Helligkeit und Farbe) der Hintergrundbeleuchtung, etc.

 

Der Hersteller nennt vier Modi, in der man das ZAGG slim book-Case nutzen kann: Schreibmodus (Tastatur), Entertainmentmodus (Video), Schreibmodus (Hülle) und Lesemodus (Buch). Beim Schreibmodus verwendet man das iPad wie einen Laptop. Beim Entertainmentmodus hingegen steckt man das iPad „rückwärts“ gerichtet auf die Schiene und kann so Filme betrachten. Beim Schreibmodus hat man das iPad aus der Tastatur herausgenommen und verwendet es ohne sie. Gleiches gilt für den Lesemodus. Diesen erreicht man aber auch, in dem man im Entertainmentmodus das Case quasi zuklappt. Persönlich müssen wir allerdings eingestehen, dass wir das Case entweder wie einen Laptop benutzt haben oder aber das iPad von der Tastatur abgezogen und in der Hülle einzeln benutzten. Das empfanden wir als sehr praktisch, da man dieses meist bei anderen Tastaturhüllen nicht machen kann.

ZAGG slim book Tastaturbelegung
Beispiele für die geänderte bzw. zusätzliche Tastaturbelegung beim ZAGG slim book

Das Schreiben auf der Tastatur des ZAGG slim book darf getrost als sehr angenehm bezeichnet werden. Es glich sehr dem Schreiben auf einem MacBook oder einer anderen höherwertigen Laptoptastatur. Allerdings sind die Tasten des Case ein wenig leichtgängiger als beim MacBook. Wie jede neue Tastatur unter den eigenen Fingern, geht das Schreiben nach einer gewissen Eingewöhnungsphase dann doch recht leicht von der Hand.

 

Die Tastatur des ZAGG slim book-Case ist auch hintergrundbeleuchtet, was das Schreiben in gedimmten Lichtverhältnissen erleichtern kann. Allerdings gibt es – anders als beim MacBook – keinen Sensor, der die Beleuchtung automatisch anschaltet. Daher muss die Regelung für das Licht manuell erfolgen und die Helligkeit lässt sich in drei Stufen variieren. Ebenso kann man die Farbe der Beleuchtung seinem Gusto anpassen. Zur Auswahl stehen Weiss, Blau, Türkis, Grün und Gelb. Auffällig bei der Hintergrundbeleuchtung ist, dass die Tasten nicht blickdicht mit dem Aluminium abschliessen. So leuchtet nicht nur die Tastaturbelegung, also die Buchstaben, sondern das Licht scheint auch am Rand an zwei Stellen durch. Das ist eine Sache, an die man sich erst einmal gewöhnen muss. Ob das gewollt ist und zum Stil gehört ist allerdings schwer erkennbar.

 

Da das ZAGG slim book-Case nicht per SmartConnector mit dem iPad verbunden ist, braucht es eine eigenständige Stromversorgung. ZAGG hat deshalb in die Tastatur ein Lithium-Polymer-Akku verbaut. Der Akku soll laut Hersteller dem Case genug Strom für zwei enorme Jahre (!!) Benutzung liefern. Allerdings legt ZAGG dabei folgende Auflagen für fest, die allerdings ziemlich stark am Arbeitsalltag vorbeischiessen: 

Bei regelmässiger Nutzung von einer Stunde täglich. Das Einschalten der Hintergrundbeleuchtung für die Tastatur beeinflusst die Akkulaufzeit und kann häufigeres Aufladen erforderlich machen.

Soll das Case geladen werden, so verbindet man es mittels dem microUSB-Kabel mit einer USB-Buchse oder einem USB-Ladegerät. Dennoch loben wir an dieser Stelle die herausragende Akkulaufzeit, denn selbst nach mehrwöchiger Benutzung war das ZAGG slim book laut LED noch zu mehr als zwei drittel geladen.

Unser Fazit zum ZAGG slim book Tastaturcase

Das ZAGG slim book Tastaturcase ist ein Case, was das iPad Pro sinnvoll für Vielschreiber ergänzt. Wer damit leben kann, dass einige Zeichen auf einer anderen Taste liegen, der sollte sich auf jeden Fall das ZAGG slim book-Case einmal näher ansehen. Zudem beeindruckt die enorme Akkulaufzeit, gleichzeitig muss man aber auch bedenken, dass man das iPad Pro damit entsprechend beschwert und somit Gewichtswerte eines Macbooks erreicht werden können. Dafür bietet das Case allerdings auch sehr sinnvolle Features wie die vielen unterschiedlichen Modi, Hintergrundbeleuchtungen und die bereits angesprochene sensationelle Akkulaufzeit.

 

Das ZAGG slim book für das iPad Pro (12.9 Zoll) gibt es bei ZAGG für 149.99 Euro. Die kleinere Variante für das neuere iPad Pro kostet bei ZAGG 119.99 Euro. Das von uns getestete ZAGG slim book gibt es – zum Beispiel bei Digitec für 149 SFr – auch mit schweizerischem Tastaturlayout.

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